Artenbestimmund Eidechsen

Lacertidae, Agamidae, Gekkonidae a.s.o.

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Artenbestimmund Eidechsen

Beitragvon Aandreas » So Mai 01, 2011 16:13

Hi Forum,
Habe zwei Echsen in der Nähe von Nizza (Fr) fotografiert und hätte gerne einen Tipp, was das für welche sein könnten:
1:
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2:
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Vielen Dank... Aandreas

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Beitragvon pseudopus1 » So Mai 01, 2011 16:59

Hallo!
Das erste Tier ist echt schön!!
Ich würde sagen bei den Echsen handelt es sich um Mauereidechsen (Podarcis muralis), was die Unterart angeht tippe ich auf ssp. merremia auf Grund des Fundortes und der gelben Kehlfärbung des Männchens (1. Bild).

LG & Happy Herping...

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Beitragvon Werner » Mo Mai 02, 2011 14:58

Ja, natürlich sind das Mauereidechsen. Und allein vom Fundort her müsste es die Unterart merremius sein, schliesslich ist Nizza der "Originalfundort", die sogenannte terra typica, dieser Unterart. Aber die Mauereidechsen aus dem zentralen Frankreich, wo die terra typica der Unterart brongniardii liegt (Fontainebleau), lassen sich von merremius sicherlich niicht unterscheiden (auch nicht genetisch!). Dies ist aber der ältere Name, nach den Regeln der Nomenklatur sollten die aus Nizza also auch brongniardii heißen.
Die gelben Kehlen sind überhaupt kein Hinweis auf diese Unterart. Dieses Merkmal ist bei allen Westeuropäern (bis in die Po-Ebene) häufig, fehlt allem Anschein nach aber am Balkan und im größten Teil Italiens.

Werner

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Vielen Dank

Beitragvon Aandreas » Sa Mai 07, 2011 11:15

Vielen Dank an euch beide!
das die zweite eine Mauereidechse ist, hatte ich auf Grund der Google-Bildersuche schon fast vermutet. Das innerhalb der Art allerdings die Farbvariationen so stark sein können, gab die oberflächliche Bildersuche nicht her.

Danke noch mal... Aandreas

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Re: Vielen Dank

Beitragvon Tatjana » Sa Mai 07, 2011 20:53

Aandreas hat geschrieben: Das innerhalb der Art allerdings die Farbvariationen so stark sein können, gab die oberflächliche Bildersuche nicht her.


Auch für mich ist das immer wieder verwirrend. Besonders in den südlichen Gefielden. Aber auch in unseren Breitengraden (Kärnten) staunst oft ganz schön.

So wie diese, die bei uns zuhause im Steingarten wohnt, zeigt die einen schönen grünen Schimmer.

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Nur, bei einer anderen Sonneneinstrahlung und Blickwinkel, sieht sie wieder normal aus.
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Obwohl ich die Mauereidechsen bei uns von der Zeichnung her doch eher so gewohnt bin.
L.G.
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Beitragvon Werner » Mo Mai 09, 2011 8:35

Es wundert mich gar nicht, dass du dich über diese Mauereidechse wunderst: Zeichnungsmuster und die von dir beschriebene "Schillerfarbe" sprechen dafür, dass es sich um ein aus Norditalien eingeschlepptes Tier der Unterart maculiventris handelt. Wie schauen die anderen Eidechsen in deinem Steingarten aus? In Mitteleuropa sind an die hundert eingeschleppte Populationen von Mauereidechsen bekannt, vorwiegend in Deutschland und der Schweiz, in Österreich bislang nur 6. Doch gerade Kärnten und die Steiermark sind diesbezüglich schlecht untersucht. Dein Hinweis ist der erste aus dieser Region! Kannst du mir diesen Fundort nennen?

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Beitragvon Tatjana » Mi Mai 18, 2011 9:01

Hallo,
der Fundort ist Arnoldstein. Wenn Du die genauen Koordinaten, oder die Originalbilder brauchst, schicke ich Dir die über PN, oder eMail.
Wir haben sehr viele Mauereidechsen in der gesamten Umgebung, aber diese mit der interessanten Zeichnung und dem Grünschimmer ist eine Einzelerscheinung.

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Alle anderen sind eben so, auch wenn diese ein doch außergewöhnliches Regenerat hat. Aber die beobachten wir in unserem Garten schon das zweite Jahr, und wir haben uns riesig gefreut, sie in diesem Frühjahr widerzusehen.
L.G.
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Beitragvon Tatjana » Fr Mai 20, 2011 19:40

Noch eine Frage zu den beiden Tieren. Ist die "eigenartige" ein Männchen, und die "normale" ein Weibchen ? Die sehe ich auch fast immer zusammen. Können die auch Nachwuchs haben?

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Zu dem eingeschleppten Tier haben wir folgende Vermutung: Es gibt bei uns nahe am Bahnhof ein großes Sägewerk, das auch ein Holzumschlagplatz ist. Unsere Fichten, Buchen.... gehen unter anderem eben nach Italien, und zurück kommt Pinienholz. Alles mit LKWs und der Eisenbahn. Da sind im Sommer wahrscheinlich einige "blinde Passagiere" am hin- und hergondeln. ?
L.G.
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Beitragvon Gerald » Sa Mai 21, 2011 12:04

Tatjana hat geschrieben:Noch eine Frage zu den beiden Tieren. Ist die "eigenartige" ein Männchen, und die "normale" ein Weibchen ? Die sehe ich auch fast immer zusammen. Können die auch Nachwuchs haben?


Ja, der Italiener ist ein Männchen, das Tier mit dem Gabelschwanz ein Weibchen und fertiler Nachwuchs sollte ebenso möglich sein, da es sich nur um unterschiedliche Unterarten handelt. In Deutschland gibt es beispielsweise Populationen wo sich die Unterarten "munter" durchmischen.

Die Verschleppung mit LKWs und der Bahn ist sicherlich eine Möglichkeit! z.B. die maculiventris Population nördlich von Wien ist ebenfalls direkt an einem Bahnhof wo Holzlieferungen ankommen. Aber natürlich kann es auch ein Urlaubsmitbringsel sein.

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Beitragvon Tatjana » Mo Mai 23, 2011 20:20

Danke für die Antwort !
Nur bin ich mir seit gestern nicht mehr so sicher, daß die maculiventris eine Einzelerscheinung bei uns ist. An einer ganz anderen Ecke unseres Gartens konnte ich diese fotografieren, die dem "Italiener" vom Steingarten doch sehr ähnlich sieht.
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Beitragvon Snake23 » Mi Mai 25, 2011 13:32

So, jetzt hab ich auch so ein "seltsames" Pärchen gefunden, nur sind die Bilder aus der tiefsten Schütt. Man(n) nimmt sich jetzt auch für die Mauereidechsen etwas mehr Zeit zum bebachten.
Das Männchen zeigt eben auch hier diese schöne grüne Schillerfarbe.

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Die Kopfunterseite ist, soweit mans erkennen konnte, weiß.

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Wenn sie in dem Mauerspalt verschwunden ist, war deutlichzu sehen, daß die Schwanzunterseite ein schönes orange hat. Den gefallen, so stillzuhalten, um das orange zu dokumentieren, hat sie mir aber nicht gemacht. Aber auch so kann man ein bisschen von der Färbung erkennen.

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Grüße
Snake23

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Beitragvon Werner » Mi Mai 25, 2011 14:05

Liuebe Tatjana, lieber Snake 23,
jetzt bin ich ein bisschen überrascht! Eine Färbung, die vom Einfallswinkel der Sonne abhängt, kannte ich bisher ausschließlich von "maculiventris-Ost". Diese Form hat niemals was Buntes (=gelb, orange, rot) an der Unterseite und ist oben braun. Zweimal (Cres - eingeschleppte Population; Chioggia) habe ich allerdings die Beobachtung der Schillerfarbe gemacht [schau, eine grüne Eidechse - wo? die ist braun! - Bist du farbenblind? - .....]. Bei Eidechsen aus der Schütt sollte das aber nicht vorkommen, die gehören ja einwandfrei zur Nominatform von muralis. Dieses Tier ist auch insofern bemerkenswert, als es relativ stark retikuliert ist, unten viel schwarz hat und zusätzlich orange-braune Farbelemente. Das spräche alles füt die Westform von maculiventris (westl. Poebene, Südalpen, Inntal). Kann die auch Schillerfarben haben? Wie käme die in die Schütt?
Gibts dort auch schon Mischformen?
Ja, wir haben auch bei muralis noch viel zu forschen und zu lernen!
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Beitragvon Snake23 » Mi Mai 25, 2011 16:33

Werner hat geschrieben:schau, eine grüne Eidechse - wo? die ist braun! - Bist du farbenblind? - .....].


Ist wirklich oft suspekt. Einmal grün, einmal braun. Bei der hab ich eben gehofft, daß sie sich bald wieder dreht, und von dem braun in das schillernde grün wechselt.
Anbei ein Bild, wo sie eben so gut wie fast nur mehr braun ist.

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Beitragvon Tatjana » Mi Mai 25, 2011 23:10

Eine lege ich jetzt noch drauf. Nachdem mein Mann das Kaffeekränzchen am späten Nachmittag bei meiner Mutter, wie fast immer verweigert hat, hab ich bei diesem Besuch diese Bilder machen können (Arnoldstein/Gailitz).
Fast kein grün, dafür braun und weiß. Kennt sich da noch wer aus?
L.G.
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Beitragvon Vipersgarden » Do Mai 26, 2011 9:40

Lieber Werner

jetzt bin ich ein bisschen überrascht! Eine Färbung, die vom Einfallswinkel der Sonne abhängt, kannte ich bisher ausschließlich von "maculiventris-Ost". Diese Form hat niemals was Buntes (=gelb, orange, rot) an der Unterseite und ist oben braun.


Zur Erinnerung (das sind Deine Finger, Frühjahr 2003):

Aus Falze di Piave (müsste ja eigentlich maculiventris-ost sein !?
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