Amphibienbiotop im Garten

Probleme und Fragen mit Amphibien im Gartenteich

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Amphibienbiotop im Garten

Beitragvon schlangenfan » Di Mär 17, 2009 15:08

Hallo,

hab nun eine Ecke gefunden, wo ich ein kleines Biotop für Lurche errichten werde.
Diese Ecke ist im Sommer bis 14-15 Uhr besonnt.

Hat jemand Erfahrungen mit Gartenteichen speziell für Amphibien?
Fischbesatz kommt aufkeinenfall in Frage, da sich die angesiedelten Tiere natürlich auch halten sollen.
Wohne in einem Wohngebiet im Randbereich einer Kleinstadt und viele Nachbarn haben Teiche mit Wasserfröschen, Teichmolchen etc., auch in unserem großem Kellerschacht sehen wir seid Jahren immer die gleichen Grasfrösche und Erdkröten. Könnte ich also auch mit einer schnellen Besiedlung rechnen?

Was ich sonst noch wissen wollte ist, ob ich lieber eine Teichschale oder einen Teich mit Teichfolie wählen sollte?
Wären da sonst noch Tips, die ihr mir geben könnten, damit ich nichts falsch mache?

Schönen Gruß Schlangenfan

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Beitragvon Cornelia » Di Mär 17, 2009 16:24

Was ich dazu weiß:
Für Teichmolche sollte das Gewässer Wasserpflanzen enthalten und viele Wasserflöhe oder sonstige Wassertiere (genug Nahrung und viel Sauerstoff). Sie bleiben einige Monate im Gewässer, welches also nicht austrocken darf.
Grasfrösche bevorzugen zum Laichen ufernahes überschwemmtes Gras in flachem Wasser und halten sich unterm Jahr gern in feuchten (hohen) Wiesen auf.
Erdkröten findet man meist in Gewässern, die schon eine gewisse Größe und Tiefe haben. Ob da eine kleine Schale genügt, weiß ich nicht.
Wasserfrösche leben das ganze Jahr im Wasser und lieben ufernahe Vegetation.
Falls Du Wechselkröten in Deiner Nähe hast, so haben diese andere Ansprüche: Sie laichen gern in flachen vegetationfreien Gewässern, die nach der Metamorphose auch austrocknen dürfen, was die Prädatoren (Insektenlarven) vertreibt oder gering hält.
Alle Kaulquappen fressen pflanzliche Abfälle, die im Teich vorhanden sein müssen, jedoch ohne eine zu starke Sauerstoffzehrung zu bewirken.
Für Frösche, die im Gewässer überwintern (Seefrosch) darf das Wasser nicht bis zum Grund zufrieren, sollte also an der tiefsten Stelle zumindest 1 m tief sein.
Rund ums Gewässer sind Verstecke aus Steinen oder Holz hilfreich, die ev. auch bis in frostfreie Tiefen reichen sollten.

Was das Material betrifft, sollte berücksichtigt werden, dass das Ufer flach ist, damit die Tiere gut ein- bzw. aussteigen können (auch die Kleinen nach der Metamophose).

Das Fernhalten von Katzen könnte hilfreich sein. Auch Wasservögel können einiges an Amphibien verspeisen. Netze oder Gitter können ev. verwendet werden.

Siehe auch:
http://www.herpetofauna.at/literatur/index.php
Cornelia

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Beitragvon MD » Mi Mär 18, 2009 12:09

Also ich würde Folie bevorzugen, wobei selbige nicht zu dünn gewählt werden sollte (ich glaub 1mm ist die dickste, handelsübliche Folie) und irgendwas drunter; entweder ein Vließ oder -falls vorhanden- Reste einer Baufolie oder dgl.

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Beitragvon schlangenfan » Do Apr 09, 2009 20:27

Danke für die Antworten.
Ich hab mich in den letzten Tagen damit beschäftig ein passendes Loch zugraben. Es sieht alles wirklich nicht schlecht aus, doch als ich heute im Gartencenter meine Folie und Zubehör (Pflanzen, Steine etc.) kaufte und sie (die Folie) versuchte einzusetzen und anzupassen, war das Ergebnis ein Folien-Loch mit unglaublich vielen unschönen Falten.

Hat jemand eine Idee, wie ich die Falten verringern kann. Sollte ich evtl. eine Folie mit einer Dicke von 0,5 oder 0,8 mm wählen, da die Jetztige mit 1 mm schon recht dick ist. Also ich meine, kann die Dicke auch über mehr oder weniger Falten entscheiden?

Bitte um schnelle Antwort

Schönen Gruß

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Amphibiengewässer

Beitragvon sergej » Do Apr 09, 2009 23:39

Hallo,
für Amphibien sind temporäre Gewässer ideal (für die meisten), aber das ist natürlich nicht im Sinne eines Gartenteiches. Abhilfe kann aber das Trockenlegen einmal im Jahr (Spätsommer) schaffen. Natürlich leiden aber darunter andere Arten.
lg
Sergej

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Beitragvon Gerald » Fr Apr 10, 2009 0:43

Hi,

ohne Teichbauerfahrung (über "Loch mit vielen Falten" bin ich auch noch nie hinausgekommen ;) ): vielleicht ist die Grube zu steilwandig? Sofern noch möglich und genug Platz ist könntest du probieren Stufen "hineinzubauen", dort könnte man zumindest einen Teil der Falten mit Kies überdecken bzw. rutscht er dann nicht sofort in die tiefste Stelle.
Bzw. tut man sich zu zweit oder zu dritt vmtl. einfacher mit dem Einlegen und "Faltenbeseitigen". Ganz vermeiden werden sie sich wahrscheinlich nie lassen.

Bzgl. Foliendicke - hier ein Link:
http://www.euro-teich.de/gartenteich/teichfolien.html

Also ich vermute ohne Vlies- oder Sandunterlage sind weniger als 1mm nicht zu empfehlen.

Wie sind denn die Maße?

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Beitragvon schlangenfan » Fr Apr 10, 2009 10:06

Also es ist wirklich ein Miniteich, da die Ecke ziemlich klein ist und ich keinen besseren Standort habe.

Die Maße sind : 150x90x40 (LxBxT)

Er hat auch eine (für diesen Teich) recht große Flachwasser- bzw. Sumpfzone.

Habe vorhin gelesen, dass Teichfolien bei warmen Wetter geschmeidig werden. Mal sehen was draus wird :wink:

Schönen Gruß

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Beitragvon MD » Fr Apr 10, 2009 10:24

Jo, ganz vermeiden lassen sich Falten nicht. Allerdings nimmt die Folie mit der Zeit die Form des Untergrundes an, dh es renkt sich sich von selber ein. Und ich persönlich würde auch zugunsten von dickerer Folie entscheiden, auich wenns weniger ästhetisch ist, habe nämlich schon selber leidvolle Erfahrungen mit Folienbruch gehabt :( .

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Beitragvon Nette » Fr Apr 10, 2009 15:17

Hallo.

Bin zwar ganz neu hier bei Euch, habe aber schon einige Teiche gebaut.
Der letzte ist noch nicht ganz ein Jahr und beheimatet seit einigen Nächten Wechselkröten. :D

Das beste wäre es, die Folie bei richtig starker Sonneneinstrahlung zu verlegen und die Falten in möglichst große Einzelfalten zusammen zu ziehen. Erst danach Wasser einlaufen lassen, denn dadurch wird die Folie wieder kalt und damit steifer.
Die zusammengelegten Falten lassen sich besser mit Substrat (Sand) abdecken und somit gut kaschieren.
Eine weitere Möglichkeit wären kunstrasenähnliche Ufermatten, welche mit lehmhaltigen Sand eingeschlemmt werden können.
In Teichbaukreisen wird teilweise auch normaler, gut durchgespülter Kunstrasen genutzt.
Inwieweit dieser aber in solch kleinen Gewässern Probleme bereitet (Weichmacher....), kann ich nicht beurteilen. Bisher habe ich lieber das Original-Produkt verbaut.

Wünsche viel Erfolg beim weiteren Bau.
Viele Grüße
Nette

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Beitragvon schlangenfan » Fr Apr 10, 2009 18:42

Es will einfach nicht klappen :( .
Werde mir morgen auch noch mal im Gartencenter eine 2. Meinung einholen und dann entscheiden, ob ich vielleicht lieber eine Teichschale nehmen sollte.
Hoffe dann auch schon auf eine schnelle Besiedlung (vllt. schon im nächsten Jahr).

Und in unserem sehr großen Kellerschacht gibt es jetzt auch täglich Neues zusehen. Neben 2 Grasfröschen sitzen auch 2 Wasserfrösche drin. Erdkröten werden täglich mehr ( jetzt sinds 10-15 bufos).
Und eine ganz besondere Überraschung gabs heute auch noch. Und zwar habe ich im letzten Sommer im Schacht einige Verstecke dort unten ausgelegt und unter einem dieser Verstecke fand ich heute tatsächlich einen männl. Teichmolch. Daran ist besonders, dass keine meiner Nachbarn Molche hat <--- Hab mich diesbezüglich schon vor einigen Jahren mal umgehört. Aber vielleicht hat auch noch keiner welche in seinem Gartenteich gesehen. Hab mich jedenfalls gefreut :)
Soll ich das ganze Getier eigentlich umsiedeln oder einfach drin lassen?
(Zur Info - Ein und derselbe Wasserfrosch lebt schon seid 6 Jahren darin und sieht gut genährt und alles in Allem sehr gesund aus)


Schönen Gruß

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Beitragvon Cornelia » Fr Apr 10, 2009 22:28

Wasserfrosch im Kellerschacht? Sollte der nicht im Wasser leben?
Kannst Du mal Fotos von dem Schacht machen?
Wenn die Amphibien nicht hinaus können, kann es zwar sein, dass sie genug Insekten zum Fressen haben, die auch nicht mehr hinauskönnen, aber ich würd sie doch eher umsiedeln und den Schacht "froschsicher" (feines Gitter drüber)machen.
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Beitragvon schlangenfan » Sa Apr 11, 2009 0:06

Jap, werden wohl Teichfrösche sein.
Morgen mach ich dann ein paar Fotos ;)

Schönen Gruß

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Beitragvon rennfahrersepp » Sa Apr 11, 2009 9:28

Cornelia hat geschrieben:Wasserfrosch im Kellerschacht? Sollte der nicht im Wasser leben?
Kannst Du mal Fotos von dem Schacht machen?
Wenn die Amphibien nicht hinaus können, kann es zwar sein, dass sie genug Insekten zum Fressen haben, die auch nicht mehr hinauskönnen, aber ich würd sie doch eher umsiedeln und den Schacht "froschsicher" (feines Gitter drüber)machen.


Kellerschächte sind für viele Tiere ein Problem. Vor Jahren hörte ich mal ein seltsames Klopfen am Kellerfenster meiner Dunkelkammer. Ich öffnete das Fenster und siehe da: im Kellerschacht waren mehrere Grasfrösche gefangen. Einer der Frösche sprang in die Dunkelkammer und ich konnte ihn nur mit Mühe davon abhalten, nicht ins Entwicklungsbad zu springen. Die Frösche waren schon sehr abgemagert und es war nicht schwer, sie einzufangen. Leider fand ich in dem Schacht auch einige Leichen (Frösche, Teichmolche), die schon ziemlich verdörrt waren.

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Beitragvon schlangenfan » Sa Apr 11, 2009 20:59

Wie gesagt, einer lebt schon seid mehreren Jahren dort und sieht völlig gesund aus, wie auch die Anderen.

Hier mal ein paar Fotos von heute Nachmittag:

1. Der ganze Schacht
Bild

2. Einer der 2 Wasserfrösche
Bild


Achja, im Schacht scheint im Sommer etwa 5 Stunden die Sonne.

Schönen Gruß

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Beitragvon Cornelia » So Apr 12, 2009 22:34

Danke für die Bilder!
Der Schacht ist zwar geräumig, aber kein Lebensraum für einen Frosch oder ein anderes Amphib. Wenn sie nicht von alleine herauskönnen, dann ist es mehr Zufall, wenn sie überleben (weil sie lange hungern können, oder genug Insekten hineinfallen - was bei Dir der Fall sein dürfte). Ich würde versuchen, den Schacht so zu sichern, dass möglichst wenig Tiere hineinfallen können: feine Drahtgitterabdeckung oder höheren, nach außen überhängenden Rand (wie bei einem Amphibienzaun oder Schneckenzaun).
Jedenfalls würde ich die Tiere aber wieder herausholen und freilassen ...!
Cornelia

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