Spitzschlammschnecke, Moderlieschen, Gelbrandkäfer etc.

Probleme und Fragen mit Amphibien im Gartenteich

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Spitzschlammschnecke, Moderlieschen, Gelbrandkäfer etc.

Beitragvon Günther » Mo Mär 06, 2006 3:22

Hallo noch ein Mal :?:

Habe noch einige Fragen bzgl. Lymnaea stagnalis, Leucaspius delineatus und Dytiscus marginalis.
In meinem Gartenteich habe ich nämlich diese Bewohner. Als interessierter Hobby-Herpetologe natürlich keine Goldfische oder dgl., sondern nur heimischen Tierarten. Moderlieschen und Schlammschnecken -zugegeben- ausgesetzt, um mehr Leben in den Teich zu bringen.

Im meinem Gartenteich haben sich B.bufo und R.dalmatina auf natürlicher Weise angesiedelt. Gelegentlich kommt auch eine juventile N.natrix vorbei. In den letzten Jahren habe ich aber beobachtet, dass sich die Schnecken gerne auf die Laichschnüre und -ballen aufhalten. Habe auch Mal gelesen, dass diese Schnecken den Laich fressen. Von Leucaspius delineatus wurde bei Nahrungsknappheit ähnliches berichtet.

Das Problem dabei ist, dass beide Tierarten zur Massenvermehrung neigen. Besonders die Schnecken sind sehr vermehrungsfreudig. Als submerse Pflanzen habe ich E.densa und Hornkraut eingesetzt, was wiederum Schutz für die Quappen ermöglicht. Der Teich ist auf Grund von Laubeinfall und dgl. doch eher eutroph, was gelegentlich die Fadenalgen im Frühjahr vermehren lässt, wenn die submersen Pflanzen noch nicht gut entwickelt sind, was wiederum die Rückenschwimmer (Notonecta glauca) im mäßigen Massen anlockt.

Dann noch das Problem mit dem flugfähigen Gelbrandkäfer. Die Larven sind äußerst gefräßig. Ich konnte schon öfters beobachten, wie viele Käferlarven die Kaulquappenpopulation regelrecht dezimierten. Ich habe auch schon öfters die Käfer und die Larven mit einem Kescher entfernt und in einem größeren entfernten Gewässer ausgesetzt. Ist das eigentlich legal?
Weiß wer, ob sich diese Fische, Schnecken, Käfer und Wanzen als echte Bedrohung für die Entwicklung der Herpetos erweisen können?
Ist es okay, diverse Fressfeinde -welche in Massen auftreten- mittels Kescher zu entfernen?

Der Gartenteich fasst lediglich rund 10 Kubikmeter bei einer Fläche von ca. 4x6 Meter.

L. G.

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Beitragvon Cornelia » Di Mär 07, 2006 15:37

Lieber Günther!

Deine Fragen sind schwer zu beantworten. Ob sich genau in Deinem Gartenteich selbstständig ein Gleichgewicht einstellt, kann man nicht vorhersagen, sondern m.E. nur ausprobieren. Jede Eingriffnahme hat immer nur kurzfristig Erfolg und wird daher auf Dauer nicht befriedigend sein.
Cornelia

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Beitragvon ticino » Di Mär 07, 2006 18:04

hi günther,

wenn der teich noch nicht allzu lang existiert, könnt ich mir vorstellen, dass den schnecken natürliche (!) feinde fehlen. die methode, einheimische amphibienfeinde abzufangen, halte ich nicht für sinnvoll, zumal gelbrandkäfer auch faszinierende tiere sind...
allerdings würden enten als potentielle schneckenfresser das problem auch nicht lösen, da sie dann wieder selbst eine gefahr für die frösche darstellen :wink:

also die frage an alle: wer kennt einheimische schneckenfeinde, die wennmöglich den teich auch von allein besiedeln :?:
........und keine weiteren nachteile mit sich ziehen
Das Wenigste gerade, das Leiseste, einer Eidechse Rascheln, ein Hauch, ein Husch, ein Augenblick - wenig macht die Art des besten Glücks.

Grüße aus Sachsen
http/www.jugend-oeko-haus.de

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Beitragvon Rainer » So Mär 19, 2006 23:14

Hallo
Einheimische "Schneckenfresser" von denen man es gar nicht glaubt sind z.B. Kammmolche!
Konnte schon öfter beobachten, wie die Kammmolche Spitzschlammschnecken am Körper hin und hergeschüttelt hatten, als ob sie sie aus dem Gehäuse herausziehen wollten.
Dann haben sie die Schnecken allerdings samt Gehäuse runtergewürgt.
Schöne Grüße aus Bad Ischl

Rainer

Goldfische - ein Problem in heimischen Gewässern
http://www.goldfische.amphibien.at

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