Schlingnatter?

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Schlingnatter?

Beitragvon tomalisman2000 » Fr Aug 08, 2008 12:21

Diese Woche entdeckte ich an einem nahen Waldraum diese Schlange, wie sie sich extrem flink durch die Vegetation bewegte.
Nachdem ich sie beim ersten Mal nicht einfangen konnte, gelang es mir dann 1 Stunde später an nahezu der gleichen Stelle sie für einige Fotos (leider sehr bescheidene Qualität) einzufangen. Sie ist ca. 30 -35 cm lang und weicht meiner Meinung in Zeichnung und Verhalten von den mir bekannten Schlingnattern etwas ab. Die Schlange verhielt sich recht bissig und flüchtete im Gegensatz zu Glattnattern sofort. Lediglich das erste Drittel der Schlange weist eine gepunktete Zeichnung auf, während der Rest einfarbig ist. Nun meine Frage an die Fachleute:
Handelt es sich bei diesem Exemplar um eine Schlingnatter?

(nach einigen Fotos ließ ich die Schlange am selben Ort wieder frei)

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Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Aug 08, 2008 12:54

Hi tomalisman

Das ist eine junge Äskulap/Zamenis.

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Beitragvon pewter » Fr Aug 08, 2008 13:36

ich hab leider noch nie das glück gehabt eine äskulap zu finden - bin aber so mutig zu sagen daß ich denke daß es keine äskluap ist.

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Beitragvon Werner » Fr Aug 08, 2008 14:56

das ist mit asbsoluter Sicherheit ein Äskulap-Baby. Was sonst?
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Beitragvon pewter » Fr Aug 08, 2008 15:46

Hierophis gemonensis oder sowas in dir richtung, ich find einfach die kopfform und schuppen etwas komisch für eine äskulap.
keine halbmondflecke, das helle vor dem auge.

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Beitragvon Christoph » Fr Aug 08, 2008 16:09

Hier zum Vergleich die Kopfzeichnung von Hierophis viridiflavus (links) mit und Hierophis gemonensis (rechts)

Bild
Beste Grüße

Christoph

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Beitragvon tomalisman2000 » Fr Aug 08, 2008 16:52

Besten Dank für die schnellen Antworten.

Da es in unserer Gegend (Neckartal zwischen Schwarzwald u. Schwäbischer Alb) nach meinem Kenntnisstand lediglich Ringelnattern, Glattnattern sowie im nahen Schwarzwald Kreuzottern gibt, wäre das Vorkommen einer juvenilen Äskulapnatter sicherlich sehr erstaunlich. So weit ich weiß liegt das nächste Vorkommen dieser Art nördlich von Heilbronn, also gute 140 km entfernt.

Noch rätselhafter allerdings wäre das Vorhandensein einer Zornnatter in unseren Breitengraden. Könnte es sich dabei möglicherweise um ein entschlüpftes Exemplar handeln?

ps: Äskulaps schlüpfen in D frühestens Mitte - Ende August!

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Beitragvon Srutl » Fr Aug 08, 2008 17:42

So sicher bin ich mir da nicht, dass das eine Äskulapnatter ist, obwohl das erste Bild auf den ersten Blick darauf hin deutet. Allerdings kenne ich juvenile Äskulapnattern mit größeren Flecken auf dem Rücken.

Wenn man den Kopf des zweiten Bildes anschaut, so hätte ich ebenfalls viel eher auf eine Zornnatter getippt - Äskulapnattern haben längere Köpfe und die Fleckung und Färbung passt da besser zu einer gemonensis.

Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass gerade jetzt Urlaubsmitbringsel (auch ungewollte) aus Adrialändern bei uns in die Umwelt gelangen...

Gibts evtl. noch andere Bilder?
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Beitragvon tomalisman2000 » Fr Aug 08, 2008 20:25

Hier ist noch ein einigermaßen gelungenes Foto. Da kann man dann auch die Größe besser beurteilen.

Bild

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Beitragvon Biggest-Fan-of-24 » Fr Aug 08, 2008 21:40

Also für mich sieht das auch sehr nach Zornnatter aus...schon komisch wie die ins Neckartal kommt - Urlaubsmitbringsel erscheint mir wahrscheinlich. Aber was ist wenn nicht ? 1954 wurde in Luxemburg schließlich auch eine Hierophis viridiflavus überfahren... :wink:
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Beitragvon Hannes » Sa Aug 09, 2008 10:30

Also die Schlange ist mit Sicherheit keine Äskulap, sondern entweder eine juvenile Balkanzornnatter oder Gelbgrüne Zornnatter.
Soweit man die Kopfzeichnung auf dem Foto erkennen kann, dürfte es erstere Art sein.
Sicher ein (un)freiwilliges Urlaubsmitbringsel!
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Beitragvon pleurodeles » Sa Aug 09, 2008 21:05

Ich weiß zwar keine definitive Lösung, aber ich schließe mich Hannes an: Das ist sicher keine Zamenis! Die sind immer eindeutig - ohne, dass man lange überlegen muss. Die gelben Wangenflecken fehlen, und die sich auflösende Zeichnung am Rücken schließt eine Äskulap auch aus. Sowas kann keine Zeichnungsvariante sein. Steiler Fund jedenfalls!

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Beitragvon Srutl » So Aug 10, 2008 17:46

Nach dem letzten Bild: Junge gemonensis!
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Beitragvon schlangenfan » So Aug 10, 2008 20:12

Tippe auf Grund der Kopfform, Farbe und Zeichung auch auf juvenile gemonensis .

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Beitragvon Gerald » So Aug 10, 2008 22:04

Kannst Du die beiden ersten Bilder in Originalgröße an office-(at)-herpetofauna.at schicken, oder einen 1:1 Ausschnitt des Kopfes hier posten? Evtl. lässt sich über die Kopfbeschuppung/-zeichnung herausfinden, ob es eine viridiflavus oder eine gemonensis ist.

Schöne Grüße,

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