Larve eines Teich(?)molchs

heimische Molche - Berg- bis Teichmolch

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Larve eines Teich(?)molchs

Beitragvon cbsva » Di Aug 26, 2008 16:08

Hallo!

Da ich in diesem Forum neu bin, möchte ich mich erst mal kurz bekanntmachen. Ich heiße Christian, gehöre schon länger zu den UHus (UnterHundertjährigen), bin Radiologe von Beruf und was die Herpetologie betrifft, würde ich mich als interessierten Laien bezeichnen.

Der Grund meines Hierseins: Vor ein paar Wochen habe ich beim Reinigen unseres Biotops (Stockerau) auf dem Käscher ein winziges, sich bewegendes Etwas gesehen, ca 1,5 cm lang, 4 mm breit). Erst bei genauerer Betrachtung konnten meine schon leicht altersweitsichtigen Augen erkennen, daß dieses Ding kein Wurm o.ä. sein kann, da es Beine hatte.
Daraufhin habe ich es mal vorsichtig in ein transparentes Gefäß gesetzt, um es genauer betrachten und fotografieren zu können. Dabei ist eine Fülle von Fotos entstanden, von denen 3-4 in meinen Augen schlichtweg phänomenal erschienen. Ich habe die Aufnahmen jedenfalls ganz vorsichtig von jedem Staub u.ä. befreit, der sich im Wasser befand und durch den Blitz hell aufgeleuchtet hat.
Da ich diese gerne auch interessierten - und kundigen - Leuten zur Verfügung stellen wollte, habe ich mal die Admins hier um ihre Meinung gebeten. Mario Schweiger meint, es könnte sich um einen Bergmolch handeln.
Auf jeden Fall komme ich hiemit gerne der Bitte nach, die Fotos hier ins Forum zu posten.
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Ist ja ewig schade, daß die Bilder hier nur im Miniformat reinpassen...
Ich habe auch noch ein paar ältere und weit weniger spektakuläre Bilder, u.a. von einem Kammmolch und Teichmolch (damals dachte ich, es wäre ein Gecko), den ich von einer Wand im Keller heruntergeholt habe. Wie der dorthin gekommen ist, ist mir ein Rätsel. Wenn ich auch diese Fotos (und evtl. zum Vergleichen die Originalaufnahmen vor der Retusche) hier reinstellen soll, bitte mir nur zu sagen. :D

LG,
Christian

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Beitragvon Cornelia » Di Aug 26, 2008 16:23

Tolle Bilder - wie schon gesagt! DANKE!!!!
Aber Bergmolch in Stockerau würd mich schon SEHR wundern! Also Teichmolch m.E.!
Weitere Bilder sind sehr willkommen!
Cornelia

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Beitragvon cbsva » Di Aug 26, 2008 16:44

OK - gerne! Hier sind sie:

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Meine Tochter wollte einmal wissen, wieviele Teichmolche sich in unserem Biotop befinden. Nach ein paar Stunden haben wir bei 13 (und ein paar Kaulquappen) zu zählen aufgehört. Werden sicher noch ein paar mehr sein. :lol:
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Dieser hatte schon seine braune "Ausgehuniform" an, sich aber dann in unseren Keller verirrt: (man sieht sogar noch ein paar Spinnweben... :oops: )
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2 weitere (Hochformat-)Bilder hätte ich noch, die gehen aber wegen ihrer Größe (??) nicht upzuloaden, obwohl ich sie auf 750 px Höhe gesetzt habe. Hmm, vielleicht kann ich die extra hochladen.
Zuletzt geändert von cbsva am Di Aug 26, 2008 16:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon cbsva » Di Aug 26, 2008 16:50

Also mit 563 x 750 gehen sie nicht hochzuladen, das sollte doch klappen? :shock: Habe sie halt auf 450 x 600 verkleinert.
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LG,
Christian

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Beitragvon cbsva » Di Aug 26, 2008 17:15

Hier nun noch zum Vergleichen die Originalfotos: (das 2. Bild aus dem ersten Posting fehlt hier, das war 1:1.
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Hier können alle, die sich vielleicht schon gefragt haben, wie diese Aufnahmen zustandegekommen sind, mit ein bißchen Phantasie vielleicht genug erkennen, um auf des Rätsels Lösung zu kommen.
Das werde ich erst etwas später verraten! 8)

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LG nochmals,
Christian

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Beitragvon Cornelia » Do Aug 28, 2008 10:40

Super Fotos! Ist nett, dass da so viele Teichmolche drin sind! Die Weibchen sollte man nicht zu lange aus dem Teich holen, denn die sind ständig am Eierlegen.
Na dann Prost, auf die reiche Beute! :wink:
Cornelia

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Beitragvon cbsva » Do Aug 28, 2008 11:09

Vielen Dank - auch für den Tip! Wir wollen die Tiere ja nicht über Gebühr stressen!
Ist auf jeden Fall erfreulich, daß sie sich bei uns sichtlich wohl fühlen - leider aber auch die Libellen. :roll:
Irgendwie hatte ich schon ein komisches Gefühl, als ich den kleinen Kerl wieder ins Biotop setzte und ihn seinem Schicksal überließ. Andererseits ist das der Lauf der Natur...
Kann man ungefähr abschätzen, wie alt die Larve gewesen sein kann? Wie gesagt, ca 15 mm Gesamtlänge.

LG,
Christian

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Beitragvon pleurodeles » Do Aug 28, 2008 11:22

Hi,

meine Einschätzung: Beim Schlupf sind die Larven einen knappen Zentimeter lang. Die Haftorgane sind bei den abgebildeten Tieren bereits abgefallen, der Dottervorrat aufgebraucht und die Hinterbeine schon da. 1 Woche vielleicht? Oder 10 Tage? Was meinen die anderen?

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Beitragvon Cornelia » Fr Aug 29, 2008 9:08

Das Wachstum hängt von Temperatur und Nahrungsangebot ab. In Stockerau wohl optimal, also eher jünger. Ich bin für 10-14 Tage!
Die Libellenlarven kann man im Zaum halten, wenn man im Winter das Gewässer trocken legt - außer, man will auch Libellen haben.
Grobes Laub im Biotop erhöht ebenfalls die Überlebenschancen der Larven.
Cornelia

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Beitragvon cbsva » Fr Aug 29, 2008 9:30

Trockenlegen klingt interessant! Könnte evtl. auch hilfreich sein gegen das Übermaß an Fadenalgen.
Wir haben versuchsweise im vorigen Winter ein grobmaschiges Netz darübergespannt, weil direkt neben dem Biotop eine Buche steht, die sonst bergeweise Blätter hineinfallen läßt. Wir wollten so ein Übermaß an organischem Abfall vermeiden, um das Algenwachstum einzubremsen. Am gleichen Tag saßen dann gleich mehrere Frösche etwas verdutzt am Netz. Die hatten sichtlich erwartet, ins Wasser zu springen und landeten plötzlich auf einem Trampolin. :shock:
Auf jeden Fall haben wir daraufhin den Weg zum Wasser auf einer Seite wieder freigegeben.

Hmm - Wann immer sich der Mensch in die Natur einmischt, weil er glaubt, etwas zu verstehen, macht er garantiert irgendwas falsch! :roll:

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Beitragvon Leif-Erik Jonas » Di Sep 09, 2008 16:43

Hallo Christian!

Zuerst: tolle Fotos! 8)

Zum Klettervermögen der (Teich)molche: Es ist wirklich erstaunlich, dass sie selbst senkrechte Wände problemfrei überwinden können, z.B. wenn sie in ein Siel gefallen sind. Je glatter die Wand dabei ist, desto einfacher scheint es ihnen zu fallen. Ich vermute, dass die am Molch anhaftende Feuchtigkeit wie Klebstoff wirkt und ihn so vor dem Absturz bewahrt. Selbiges gilt auch für kleine Froschluche, da sie eine im Vergleich zur Oberfläche (und damit auch zur "klebenden" Fläche) ein geringes Körpergewicht mitbringen, weshalb sich die Schwerkraft weniger stark auswirkt. Zudem sind Molche auch weniger kompakt gebaut als Froschlurche, was auch die Oberfläche bei gleichem Gewicht vergrößert (ein Teichmolch wiegt im Durchschnitt knappe 2g).

Zum Rätsel, um welches Behältnis es sich handelt: Glasschüssel o.ä.

Der letzte Satz deines letzten Posts findet meine volle Zustimmung: Viele Menschen meinem alles besser zu wissen als die Natur. Dabei weiß die Natur immer noch selbst, was für sie das Beste ist. Wenn nicht, wie wäre sie dann die ganze Zeit ohne den Menschen zurechtgekommen? Denn den Homo sapiens gibt es im Verhältnis zum Bestehen des Planeten Erde erst seit gestern. Ich glaube das muss sich der "moderne" Mensch immer wieder klar machen, er ist nicht das Maß der Dinge, er kann versuchen sich der Natur und ihren Gesetzen zu widersetzen, doch gelingen wird es ihm nicht, jedenfalls nicht lange, er ist nur eine (wenn auch "weit entwickelte") Art unter vielen. Das glücklichste Leben wird derjenige führen, der sich als Teil der Natur begreift, sich für sie interessiert, versucht mehr über sie zu erfahren, sie in vertretbarem Rahmen nutzt, wie vor tausenden von Jahren unsere Vorfahren. :!:

Herzliche Grüße, Leif

P.S.: Wo ist das Bild von dem von dir erwähnten Kammmolch, oder hab´ ich das überseh´n?

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Beitragvon cbsva » Di Sep 09, 2008 17:10

Hallo Leif!

Vielen Dank, es freut mich, wenn Dir/Euch die Bilder gefallen! Danke auch für die Erklärungen bezügl. des Klettervermögens!

Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, das Rätsel zu lüften:
Bei meinen Foto-Experimenten habe ich bald gesehen, daß beinahe jedes Gefäß leichte Verzerrungen verursacht, die sich aber bei einem derartigen Vergrößerungsmaßstab (beinahe 2:1, also auf doppelte Bildgröße vergrößert) extrem stark auswirken. Da ich das Tierchen aber nicht unnötig lange stressen wollte, habe ich nach einem Glas gesucht, das optisch einwandfrei ist und bin dabei auf ein Riedel-(Rot-)Weinglas gestoßen. Das klingt nicht nur phantastisch beim Anstoßen, es ist auch optisch fast verzerrungsfrei, weil äußerst exakt hergestellt. Somit dürfte dieser Teichmolch der erste gewesen sein, der die Ehre hatte, in einem edlen Weinglas baden zu dürfen - in Biotop-Wasser, versteht sich...! :lol:

BTW.: Am Wochenende sind mir gleich 2 Larven "ins Netz gegangen" - das wollte ich eigentlich gar nicht, aber sonst nehmen die Fadenalgen zu stark überhand. Die waren etwa doppelt so groß und einer fehlte ein Großteil des linken Vorderbeins und ein Teil des Schwanzes (Attacke einer Libellenlarve oder angeborener Defekt?) Die Bilder werde ich demnächst hochladen, muß sie nur noch ein wenig bearbeiten.

Das mit dem Kammmolch dürfte ein Irrtum meinerseits gewesen sein. ich glaube, auf dem Bild handelt es sich eher um ein Teichmolch-Männchen. Wie gesagt, ich bin bloß interessierter Laie... :oops:

LG,
Christian

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Beitragvon Leif-Erik Jonas » Mi Sep 10, 2008 14:33

Hallo Christian!
Alle deine Bilder zeigen Teichmolche beiderlei Geschlechts (und Larven natürlich). Ich nehme an dein "Kammmolch" ist auf dem 2. Bild deines 2. Post in diesem Thread zu sehen. :wink: Neben der Färbung/Zeichnung lassen sich die Männchen des Kammmolches von denen des Teichmolches wie folgt gut unterscheiden: Der Rückenkamm ist bei Teichmolchen durchgehend, bei Kammmolchen auf Höhe der Schwanzwurzel unterbrochen.

Zur verletzten Larve: Beide der von dir erwähnten Ursachen sind möglich, andere weitere auch. Ich tendiere jedoch eher dazu, dass es sich um eine mechanische Verletzung handelt, also z.B. misslungener Fangversuch von Libellenlarve/Gelbrandkäfer usw.
Amphibien, vor allem Erdkröten, fehlen des öfteren ganze Extremitäten. Ältere Exemplere betrifft dies besonders, ihnen fehlen sehr oft zumindest Zehen/Finger, wenn nicht sogar das halbe Bein, oder ein Auge ist durch Verletzung erblindet. Eine größere Beeinträchtgung der Lebensfähigkeit ist jedoch nicht zu erkennen.
Schöne Grüße,
Leif (der sich schon auf weitere Bilder freut)

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Beitragvon cbsva » Mi Sep 10, 2008 17:14

Hallo Leif, hallo an alle anderen Interessierten!

Hier die versprochenen Bilder.

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Vielleicht wäre ein Admin gelegentlich so nett, alle meine Bilder auch in die Galerie reinzustellen, evtl. mit einem Link auf den Thread. Leider geht das derzeit (noch) nicht.

Liebe Grüße,
Chistian

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Beitragvon S.a.m. » Mi Sep 10, 2008 17:52

Hallo Christian

Klasse Bilder, wie auch die ganzen anderen. Was ich an den Bildern auch toll finde ist, dass man schon die Zeichnung erkennen kann. Das mit der Gallerei fände ich auch eine gute Idee.
Wie lang können denn die Teichmolchlarven ausserhalb des Wassers überleben??

MfG S.a.m.
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