Bergmolche in der Au

heimische Molche - Berg- bis Teichmolch

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Bergmolche in der Au

Beitragvon rennfahrersepp » So Sep 15, 2013 19:44

Nachdem ich gestern die riesige Larve einer Knoblauchkröte gesehen hatte, sahen wir uns ein Gewässer in den Donauauen genauer an. Pelobates fanden wir nicht, dafür waren wir sehr erstaunt, als plötzlich die Larve eines Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris) im Kescher war. Nach einen Durchgängen mit dem Kescher hatten wir mehr als 10 Bergmolchlarven gefunden. Daneben noch eine Larve des Teichmolchs und jede Menge Seefroschkaulquappen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.
Ich kenne das Gewässer sehr gut und hatte es bereits vor dem Hochwasser untersucht. Mit Hilfe einer Molchfalle konnte ich dort lediglich Teichmolche (Lissotriton vulgaris) nachweisen. Fundorte des Bergmolchs sind mir im Umkreis von 30km um das Gewässer keine bekannt. Das Gewässer liegt auf ca. 240m Seehöhe. Auch der Seefrosch ist an diesem Gewässer normalerweise nicht zu finden da es sehr schattig ist. Ich habe für den Bergmolchfund daher nur eine Erklärung: die Molche sind durch das Hochwasser im Juni dort hin gekommen.
Aber warum gerade so zahlreich in diesem Gewässer?
Kann es sein, dass ein trächtiges Weibchen (inkl. Männchen) dort angeschwemmt wurde und abgelaicht hat?
Oder dass eine Wasserpflanze mit Eiern dort angeschwemmt wurde?
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Re: Bergmolche in der Au

Beitragvon 7088maxi » So Sep 15, 2013 20:56

Hallo,
zu deinen Vermutungen: Why not? Irgendwie müssen sich Arten ja verbreiten...
Auf jeden Fall interessante Beobachtungen!
MfG

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Re: Bergmolche in der Au

Beitragvon Gerald » Di Sep 17, 2013 11:13

Hi,

interessante Sache! Wo war das denn in etwa? Eine Möglichkeit ist natürlich immer auch, dass sie hingesetzt wurden.

LG
Gerald

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Re: Bergmolche in der Au

Beitragvon rennfahrersepp » Di Sep 17, 2013 16:50

Der Tümpel ist in der Nähe von St.Pantaleon/Erla im Enns-Donau-Winkel, also ca. 15 Minuten von mir weg. Dass sie jemand dort ausgesetzt hat, ist zwar eine Möglichkeit, ich halte es aber nicht für sehr wahrscheinlich. Ich hatte anfangs auf Feuersalamander getippt, da diese dort in der Nähe im Hangwald vorkommen, bei näherer Betrachtung war es aber klar, dass es Bergmolche sind. Die Au liegt zwar in der Nähe der Siedlung, es waren aber heuer kaum Besucher, da nach dem Hochwasser viele Gelsen im Augebiet waren. Der Tümpel ist insofern interessant, da er immer wieder für Überraschungen sorgt: es war vor 20 Jahren der letzte Fundort für Kammmolche. Dann ist der Tümpel stark verlandet und wurde vor 2 Jahren ausgebaggert. Seitdem finde ich dort: Grasfrosch, Springfrosch, Seefrosch, Teichmolch, Gelbbauchunke, Ringelnatter, Knoblauchkröte. Einzig und allein die sonst so häufige Erdkröte laicht dort nicht ab.

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Re: Bergmolche in der Au

Beitragvon reseptor » Di Sep 24, 2013 20:48

...ist echt voll interresant wie so einen Artenverbreitung stattfindet, dabei ging das hier ja sehr schnell (binnen eines Hochwassers) für eine "normale"Artenausbreitung reicht unser(mein) Verständnis über die Zeit nicht aus!!!

Frag mich oft wie Schlangen(z.B Hornotter) sich so ausgebreitet haben, wie kommen sie schneller vorwärts, die Lebensräume wurden ja teilweise durch den Wegebau und Burgenbau geschaffen -- was war vorher (nur Wald)?? und Lebensräume wurden den Tieren wieder genommen und sie haben sich verändert oder sie sind an diesem Ort ausgestorben - Wie lange dauerte diese Ausbreitung???

Das sind Fragen über die Ausbreitung die ich einfach nicht verstehe -- da tu ich mir jetzt mit deinen neuen Bergmolchen viel leichter!!


..überigens super Entdeckung - gratuliere!!

Ralph

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Re: Bergmolche in der Au

Beitragvon MD » Mi Sep 25, 2013 9:45

Also ich finde eine natürliche Verbreitung nicht so abwegig. Wenn man sich die Verbreitungskarte anschaut, sind ja die nächsten natürlichen Vorkommen nicht wirklich weit weg. Zudem dürfte auch das Klima nicht so schlimm für den Bergmolch sein, es ist ja das Mostviertel, welches ja doch feuchter und kühler als z. B. das Wiener Becken ist.

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