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Beitragvon Vipersgarden » Di Mai 17, 2005 19:11

Hier einmal ein ganz anderer Beitrag, ganz egal ob für Digis oder analog.
Beim Durchlesen der Beiträge zu Digi-cams bin ich immer wieder darauf gestossen, dass jeder eine Makrofunktion bisd wenige Zentimeter an das Objekt braucht.
Zu was ??
Derart geringe Abstände verwende ich nur, wenn ich, z.B. Molcheier mit der gerade stattfindenden Entwicklung fotographieren will (meine Digi schafft 1 cm, Abbildungsmasstab 3:1, das heisst, das Molchei ist 1/3 vom Bild.
Amphibien und Reptilien fotographiere ich im Gegensatz dazu mit Tele (Zoomfunktion). Und das Tier seitlich oder von oben. Dadurch erhalte ich korrekte Proportionen. Wenn ich mit Makrobereich-Weitwinkel fotographieren würde, schaut z.B. der Frosch aus, wie ein Wasserkopf, an dem ein Körperlein mit Beinchen hängen würde.
Ausserdem ist es besser, mit manueller Scharfstellung zu arbeiten. Das macht zwar mehr Mühe und ist auch mit größerem Zeitaufwand verbunden, aber so bekomme ich das wichtigste Element des Bildes scharf - das Auge, das ja meist nicht im Autofocusbereich liegt.
Das nur einmal ein paar erste Gedanken.
Es würde mich freuen, dieses Thema immer wieder angeschnitten zu wissen.
Die Tierfotographie ist eine Wissenschaft für sich - und man kann immer etwas dazu lernen.
Abschließend noch ein zwei Vergleichsbilder.

Bild
mit Weitwinkel-Macro

Bild
mit Tele-Funktion

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Habichtskauz » Di Mai 17, 2005 19:33

Naja, ich glaub ganz einfach, dass wenn man sich für Herpetologie oder was auch immer naturkundlich speziell interessiert in der Regel auch ein Interesse für andere Bereiche der Natur vorhanden ist. Ich z.B. bin absolut kein spezieller "Herpetologe" sondern interessiere mich für so ziemlich alles was da kreucht, fleucht und wächst ;-)
Und die Makrofunktion braucht man dann eben z.B. für Blütenaufnahmen, Käferfotos... etc.... ;)

Manueller Fokus: Welche Kamera verwendest du eigentlich? Bereits eine digitale Spiegelreflex?

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Di Mai 17, 2005 20:25

Na klar, für Käfer, Blüten usw. braucht man schon die Makrofunktion. Da geht es aber eindeutig um den Abbildungsmasstab. Wenn ich ein Motiv 3:1, 1:1 oder 1:2 (das bedeutet, das Objekt ist am Bild (hier Dia oder Negativ) doppelt so gross wie in Wirklichkeit, aufnehmen will, komme ich um die Makrofunktion nicht herum.
Aber, um bei der Herpetologie zu bleiben, um einen Frosch aufzunehmen, den ich mit Tele-Zoom von 30 - 50 cm formatfüllend auf´s Bild kriege, brauche ich kein Marko-zoom, das bei den Compact-Digis meist mit Weitwinkel einhergeht. Daher die Verzerrungen.
Für Top-Aufnahmen (gestellt, aber so natürlich wie möglich)verwende ich meistens noch die Analog-Spiegelreflex mit Wechseloptik. Bei den Exkursionen im Feld habe ich eine Digi-Compact (ich trau michs gar nicht sagen - vom Hofer, aber die hat vor 4 Jahren 500.-- € gekostet) und die hat Zoom 8 - 24 mm, Autofocus, Manuelle Scharfstellung, Makrofunktion von Weitwinkel bis Tele.
So sind alle Bilder, die z.B. in meinen Webshot-Alben sind, mit dieser Camera gemacht (siehe Bilder von meinen/unseren Exkursionen hier im Forum).
Wenn möglich, möchte ich heuer noch auf die EOS 350D umsteigen.
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Habichtskauz » Di Mai 17, 2005 20:26

PS.: Ist vielleicht jetzt seltsam das festzustellen, aber irgendwie gefällt mir dein Weitwinkelbild besser als dein Telebild?
Ist aber wahrscheinlich Zufall.
Bei Eidechsen & co. schaff ichs auch nur mit Tele, aber gerade bei Fröschen hab ich auch schon interessante Nahaufnahmen geschossen, die gerade der Perspektive wegen besser wirken als es Teleaufnahmen je könnten.

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Di Mai 17, 2005 20:34

Ist natürlich Geschmacksache - ich möchte auch niemanden bekehren oder gar kritisieren, sondern nur ein paar Gedankenanstösse liefern.
Zurück zu den zwei Bildern:
Beim Makro hast Du neben Verzerrungen auch eine sehr geringe Tiefenschärfe. So ist z.B. beim oberen Bild (Makro) der rechte Vorderfuss und der linke Hinterfuss bereits unscharf.
Beim Tele-Bild hingegen ist der gesamte Frosch scharf.
Rein optisch kommt durch den unscharfen Hintergrund der Frosch beim Makro-Bild besser heraus. Beim Tele "verschwimmt" er etwas mit dem (scharfen) Hintergrund.
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Habichtskauz » Di Mai 17, 2005 20:37

Stimmt, das machts (bei mir) aus, weil bei der Nahaufnahme der Frosch "plastischer" wirkt.
Aber es sind ohnehin beide Bilder schön! :)

Wahrscheinlich hängts ganz einfach davon ab, für welchen Zweck man die Bilder benötigt, um zu entscheiden wie man sie am besten aufnimmt. Und da ist es sicher vernünftig sich im vorhinein zu überlegen, ob eine Nah- oder Teleaufnahme besser wirkt. (Meist wird man froh sein müssen überhaupt ein (Tele-)bild zustandezubringen... ;))

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Mi Mai 18, 2005 21:08

Das mit dem Frosch (hier Rana ridibunda, Insel Krk, Kroatien) war keine so gute Idee. So ein Vieh ist zu kompakt, um über Proportionen zu diskutieren.
Ich möchte daher noch zwei andere Beispiele anfügen.
Zuerst zwei Bilder einer Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata major), ebenfalls von der Insel Krk.
Das erste Bild zeigt die Eidechse in wirklichen Proportionen.

Bild

Beim zweiten Bild wurde von vorne mit Weitwinkel, das heisst geringer Objektabstand fotographiert. Hier wirkt der Kopf zum Rest des Tieres überproportional zu gross.

Bild

Das zweite Beispiel zeigt eine Ruineneidechse (Podarcis siculus), wie sollte es anders sein, auch von der Insel Krk.
Am ersten Bild in richtigen Proportionen

Bild

Am zweiten Bild hier wieder von zu nahe. Der Schwanz und die Hinterbeine wirken im Verhältnis zum Kopf zu gross. Auch wurde ein weiterer entscheidender Fehler gemacht - es wurde gegen die Sonne fotographiert, wodurch der Kopf der Echse eindeutig zu dunkel erscheint (übrigens auch beim ersten Podarcis siculus bild, aber hier fällt dieser Umstand nicht so sehr auf.

Bild

Ich bin mir natürlich bewusst, dass es im Feld oft :rolleyes: schwierig :rolleyes: ist, ein Tier von der "richtigen" Seite zu fotographieren, aber man sollte es doch versuchen.

Aber nicht vom Bilder schiessen abhalten lassen :D . Gerade mit den Digicams ist es ja kein Problem, 10 oder noch mehr Bilder von einem Tier zu machen.
Also, ran an die Objekte !!
:P
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Habichtskauz » Mi Mai 18, 2005 21:22

Zwei Bilder aus den "Artenbildern" (Gerald, Christoph)
sind aber wahrscheinlich auch schöne Beispiele, welche Faszination Nahaufnahmen im Sinne eines Portraits haben können:
Bild
Bild
Hier wäre es vielleicht gar nicht so gut, wenn das Bild völlig scharf bis nach hinten wäre - die Plastizität würde verloren gehn, glaub ich.

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Mi Mai 18, 2005 21:35

Na klar, zwei wunderschöne Bilder !!
Aber hier wurde bewusst auf Portrait fotographiert.
Es ging hier nicht darum, das ganze Tier abzubilden.
Dazu auch ein paar Beispiele von mir, nicht dass man glaubt, ich müsste jedes Tier von der Nasenspitze bis zum Schwanz scharf haben.

Bild

Bufo bufo bufo (Erkröte), Männchen; Uttendorf im Pinzgau

Bild
Mauremys leprosa zizi; Oued Ziz, Meski, Marokko

Bild
Mauremys leprosa saharica; Fint (Ouarzazate), Marokko

Übrigens ein schönes Beispiel, dass die Augen der Amphibien und Reptilien nicht starr sind, sondern bewegt werden können. Beachte den dunklen Strich in der Iris - er steht immer waagrecht !
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Christoph » Mi Mai 18, 2005 23:36

@mario: hab die Bilder auf 500px verkleinert, sonst gibts kleine Probleme mit dem Layout.

Ein Macro kann schon ganz erstaunlich Bilder liefern, wenn es bewusst eingesetzt wird. Aber Mario hat schon recht, wenn er meint die Proportionen werden falsch wiedergegeben, vorallem im extremen Weitwinkelbereich. Selber verwende ich ein 100mm Macro mit dem man auch sehr gut aus der Distanz fotografieren kann.

2 Beispiele für Macro, "geschossen" letztes Wochenende südlich von Budapest:

Bild

Bild

Wer erkennts? Mehr Bilder kommen bald.
Beste Grüße

Christoph

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Do Mai 19, 2005 9:56

Also, ich glaube, die Schlange ist eine Natrix natrix. Nachdem, was auf dem Bild "zu erkennen" ist: nur 1 Praeoculare, nur 1 (andeutungsweise geteiltes) Nasale und die hellen senkrechten Streifen vor und hinter dem Auge sprechen für die Ringelnatter, ebenso die dunkel gerandeten Supra- und Sublabialia.
Die Eidechse kann ich nicht bestimmen, aber in Südungarn - Podarcis tauricus ?
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Gast » Do Mai 19, 2005 15:10

Lacerta viridis, nein? J.

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Hannes » Do Mai 19, 2005 16:09

Ja, N. natrix & L. viridis.
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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Vipersgarden » Di Jul 05, 2005 10:15

:P Auch ich fotographiere nicht nur Herps (gestochen scharf "von vorne bis hinten").
Hier mal eine Orchidee - Ophrys holoserica von der Insel Krk im Mai 2005 - in Grossaufnahme (Makro).
Es wäre furchtbar und kaum etwas zu erkennen, wenn der Hintergrund schaft wäre.

[img]upload/371412572005.jpg[/img]

.... aber auch gleich ein "Negativbeispiel":
Bufo viridis - Wechselkröte von der Insel Krk, letztes Juni-Wochenende - die ganze Kröte scharf, aber die Proportionen !
(fotographiert mit Weitwinkel-Macro von schräg vorne)

[img]upload/551912572005.jpg[/img]

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Re: Foto-Tipps

Beitragvon Christoph » Di Jul 05, 2005 10:21

hast du den Hintergrund im nachhinein verändert? Schaut ein wenig nach dem Aquarell-Filter aus.
Beste Grüße

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