Kiskunsag Nationalpark und Wiesenottern-Zuchtstation

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Kiskunsag Nationalpark und Wiesenottern-Zuchtstation

Beitragvon Vipersgarden » Sa Aug 30, 2008 18:54

Mittwoch, 27. und Donnerstag, 28. August 2008 waren wir im Kiskunsag Nationalpark in der großen ungarischen Tiefebene.

Dort besuchten wir auch die Zuchtstation für die Wiesenotter, Vipera ursinii rakosiensis.

Im "Freien" fanden wir Hyla arborea, Lacerta agilis "argus", Lacerta viridis, Podarcis tauricus, Natrix natrix, Coronella austriaca und glücklicherweise auch eine neugeborene Wiesenotter.

Den vollen Bericht mit vielen Bildern - und Links zu 2 Videos - gibt es hier.

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Zuletzt geändert von Vipersgarden am Di Sep 02, 2008 9:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon pleurodeles » Mo Sep 01, 2008 21:12

Hallo!

Echt wunderschöne Photos! Und ich muss sagen, dass die Wiesenotter vom Ästhetischen her alle anderen (+/-)mitteleuropäischen Vipern (bei aller Liebe) um Längen toppt!
Super Photo von R. Gemel!! :wink:

Ich stelle es mir leicht desillusionierend vor, eine unendlich weitreichende und homogene Wiesenfläche vor sich zu haben und zu wissen: "Da werd ich jetzt nach Wiesenottern suchen". Normalerweise ist ein potentielles Schlangengebiet ja irgendwie strukturiert und begrenzt, aber bei einer solchen Wiese hat man doch sicher das Gefühl, nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen zu suchen... Umso schöner, dass ihr dann tatsächlich einen Treffer gelandet habt!! Gratulation!! Beneide Euch...!


Meine Fragen:

Wird L. agilis argus jetzt doch als Unterart anerkannt (hab kürzlich irgendwo was anderes gelesen/gehört - muss nachdenken, wo das war (vielleicht eh hier im Forum?...))?
Wofür ist die Zuchtstation der ursiniis? Geht es hier um ein Wiederansiedelungsprojekt?


Viele Grüße,

Ein bislang Unwissender namens Gü

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Beitragvon Vipersgarden » Di Sep 02, 2008 9:35

An den - nach dem Lesen dieser Zeilen hoffentlich nicht mehr so - Unwissenden names GÜ

Also, so homogen sind die Wiesenflächen, zumindest dort, wo sie noch wirklich naturbelassen sind, auch wieder nicht.

Hier ein paar Beispiele:

Bild
Die Puszta ist nicht "brettl-eben". Auch wenn die Niveauunterschiede nur wenige Meter betragen, kann man sofort die sich ändernde Planzengemeinschaft erkennen.

Bild
Auch gibt es immer wieder "freie" Sandflächen mit nur schütterer Vegetation.

Bild
genauso wie vereinzelte Buschgruppen und Senken, die etwas länger feucht sind. Hier z.B. mit Iris sibirica.

Bild
.. und auch richtige Berge. Dieser hier ist immerhin 2 - 3 Meter über dem Niveau.

....und genau an solchen Stellen zahlt es sich am meisten aus, nach Reptilien - und somit auch der Wiesenotter - zu suchen.

Ich habe ja bei der Zauneidechse das "argus" in Anführungszeichen gesetzt! Wenn auch lt. Werner kein genetischer Unterschied zur westlichen "Form" besteht, die Tiere sehen doch ziemlich anders als unsere Lacerta agilis aus, oder?

Irgendwann demnächst soll mit der Wiederansiedlung der Wiesenotter begonnen werden. Dazu sind aber noch umfangreiche Habitatkartierungen notwendig. Denn was bringt´s, die Wiesenotter wieder irgendwo anzusiedeln, wenn man wenig oder nichts über ihr Verschwinden in diesen Lebensräumen weis.

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Beitragvon pewter » Di Sep 02, 2008 12:08

ich war neulich auf einem ehemaligen truppenübungsplatz wo ich wußte das es berus und austriaca gibt. es sah in etwa so aus wie die puszta. nur viel viel kleiner, aber groß genug um zu verzweifeln. nachdem ich etwa eine stunde über die fläche gewandern bin dachte ich: hey du amateuer, denk doch mal nach. was soll das werden außer zeitverschwendung? dann hab ich die kleinsten geländeunebenheiten und stellen mit mehr an vegetation angesteuert und es klappte sofort.
in einer winzigen kargen rinne (20cm tief und 50cm breit) lagen etwa 10 kleine steinplatten. darunter 4 schlingnattern und eine ringelnatter.
100 meter weiter noch so eine kleine rinne aber diesmal voller grass, dort huschten 2 ringelnattern lang. auf der andern seite der fläche gab es hingegen einen 30cm hohen absatz - sonnenexponiert und dicht mit gras bewachsen. dort lagen 3 dicke berus weibchen und waren am brüten.

ansonsten hätte ich da noch den tipp: wenn man schon völlig verzweifelt ist, umdrehen und in der nähe vom auto pinkeln - dabei augen auf!
:-D

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Beitragvon Muralis » Di Sep 02, 2008 18:21

Und ich hab in dieser aussichtslosen Pusta sogar schon gesucht. War vor Jahren bereits 2x im Kiskunsag und natürlich haben wir beim Beschreiten solcher Flächen gesagt: Schau ma halt nach Wiesenottern. Und wie erwartet nix gesehen.

Aber bei einer Tour mit dem damaligen NP-Direktor haben wir sogar immerhin eine ungarische Podarcis tauricus gesehen! Es war zu einer Zeit, wo es bei uns noch kaum einen NP gab und ich hatte keine Ahnung, dass dort so gut wie alles verboten ist. Für meine Kollegen habe ich die Eidechse gefangen (was bei deren Geschwindigkeit alles andere als leicht war) und der sonst gutmütige Direktor hat auf ungarisch sehr böse geschaut! :oops:

Jedenfalls: Unglaubliche Biotope dort. Die Sanddünen...
Herzliche Grüße aus Niederösterreich!
Wolfgang

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