Äskulapmeeting

Funde & Beobachtungen

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Äskulapmeeting

Beitragvon Max Pöchhacker » Do Jun 17, 2010 22:47

Hi FFolks

Heute ging es rund als Ich mein Sherpa-Ding durchzog.
Bergauf waren es noch gerade mal 2 Sichtungen,
was ja " per se " garnicht schlecht ist.

Das hier war eine davon:
Bild

Als Ich am Retourweg erneut an der Stelle vorbei kam,
waren da nicht weniger als 8 Indiviuen auf der selben Böschung
um atmosphärische Restwärme zu tanken.

Ich habe bis auf Eine alle gefilmt - Was Ich Euch allerdings erspare.

Die 2 " Takes " die ein bischen interessanter sind, als nur
mehr oder weniger dekorativ im Böschungsgras liegende Äskulaps,
hab Ich auf YouTube gestellt.

Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=BvDMZ9Ye7K8

Die Erste im Video hat völlig getrübte, hellblaue Augen. ( Wie übrigens
auch noch 3 weitere heute dort )
Dort steht die Häutung unmittelbar bevor.

Die Zweite hat ihre Kiefer gespreizt, sodaß sie eine regelrecht gepfeilte
Kopfform hat. Sie versucht auch ( für mich wenig überzeugend ) die
wilde Natter zu machen.

Aber was red' Ich, schaut's Euch das selber an .. .

M.P.

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Re: Äskulapmeeting

Beitragvon Snake23 » Sa Jun 19, 2010 17:02

Max Pöchhacker hat geschrieben:Die Erste im Video hat völlig getrübte, hellblaue Augen. ( Wie übrigens
auch noch 3 weitere heute dort )
Dort steht die Häutung unmittelbar bevor.
M.P.


Bin mir aber ziehmlich sicher, daß bei dieser nicht eine Häutung bevorsteht. Weil einfach ihre Körperfärbung nicht passt. Meines erachtens nach ist diese Äskulap bei dem Auge verletzt worden, und blind.
Grüße
Snake23

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Galerie

Beitragvon Max Pöchhacker » Sa Jun 19, 2010 20:03

Hallo Snake

Bin mir aber ziehmlich sicher, daß bei dieser nicht eine Häutung bevorsteht. Weil einfach ihre Körperfärbung nicht passt. Meines erachtens nach ist diese Äskulap bei dem Auge verletzt worden, und blind.

Das denke Ich nicht.

Hier eine Galerie der heutigen Sichtungen:

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Wie Du sicher unschwer erkennen konntest haben zwei davon gleichfalls
blau getrübte Augen - Und zwar sind es immer beide Augen.

Eine Beobachtung die Ich auch schon in früheren Jahren gemacht habe.

Die Letzte habe Ich dann gefilmt.
Das Video gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=iidIjbWzQWE

Viel Freude damit

M.P.
Zuletzt geändert von Max Pöchhacker am Di Jul 06, 2010 12:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Snake23 » Sa Jun 19, 2010 21:37

Ist mir echt neu, und hab ich so auch noch nie gesehen. Man lernt eben immer wieder was neues.
Meine beobachteten Äskulaps waren vor der Häutung alle nur so, wie diese - eben trüb, aber nie mit diesen blauen Augen.
Grüße
Snake23

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Beitragvon Max Pöchhacker » So Jun 20, 2010 0:29

Hallo Snake

Snake23 hat geschrieben:Ist mir echt neu, und hab ich so auch noch nie gesehen. Man lernt eben immer wieder was neues.
Meine beobachteten Äskulaps waren vor der Häutung alle nur so, wie diese - eben trüb, aber nie mit diesen blauen Augen.


Ich hab jetzt mal 'ne Runde darüber geschlafen.

Du hast mich da schon verunsichert.

Vielleicht sind die Augen nur aufgrund der feuchten Witterung
sowie wegen der beginnenden Häutung blau gefärbt,
allerdings kann Ich auch nicht ausschließen daß eine Infektion vorliegt.

M.P.

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Beitragvon reseptor » So Jun 20, 2010 8:52

Hallo Leute

Ich als EX-Terrarianer (Kettennatter - mußte meinem eigenen Nachwuchs leider weichen) :D

Habe immer folgendes beobachtet, je näher die Häutung kam desto trüber wurden die Augen, 1nen Tag vor der Häutung war meine wieder ganz normal- keine Trübung zu sehen und ich hab dann immer die abgestreifte Haut gesucht - aber nicht gefunden.

Aber erst am nächsten Tag in der Früh ist das Tier dann wieder im vollen Glanz erschienen und auch die Haut lag abgestreift zwischen den Wurzeln!

...ist nur eine Vermutung von mir, vielleicht bilden sich irgendwelche Hormone oder ein Luftpolster (oder sonst was) die die Haut von der neuen zuerst "anlösen" und dadurch diese Trübung erscheint, und kurz vor der Häutung das ganze wieder trocknet - das Tier "normal" erscheinen lässt -- und dann die trockenen alte Haut sich leichter lößt!!

..vielleicht weiss da jemand aus dem Forum genauer bescheid?????????????????

lg. reseptor

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Beitragvon Max Pöchhacker » Mo Jun 21, 2010 19:56

reseptor hat geschrieben:Hallo Leute

[...]
Habe immer folgendes beobachtet, je näher die Häutung kam desto trüber wurden die Augen, 1nen Tag vor der Häutung war meine wieder ganz normal- keine Trübung zu sehen und ich hab dann immer die abgestreifte Haut gesucht - aber nicht gefunden.

Aber erst am nächsten Tag in der Früh ist das Tier dann wieder im vollen Glanz erschienen und auch die Haut lag abgestreift zwischen den Wurzeln!


Danke für deine Schilderung, das war mir neu.

Hier nun eine neue Galerie, vier Äskulaps lagen heute trotz trüb-kühl-feuchter Witterung auf der Böschung:

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Soviel für heute

M.P.
Zuletzt geändert von Max Pöchhacker am Di Jul 06, 2010 12:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon reseptor » Di Jun 22, 2010 12:06

Die Tierchen scheinen bei dir in der Gegend wohl ein schönes Eldorado gefunden zu haben, deinen Schilderungen nach wimmelt es ja fast nur von Äskulaps!!

Leider hat man wieder keinen Größenvergleich (ist leider so bei Bildern) die Tierchen könnte ich auf 2m oder so schätzen(sind sie aber wahrscheinlich nicht), vielleicht kannst du mal die Haut in den nächsten Tagen vermessen, oder mal auf 1nes der Bilder einen "Vergleichsgegenstand" hinlegen!!

lg. reseptor
ps:Achtung die Sonne soll in den nächsten Tagen wieder zu sehen sein 8)

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Beitragvon Max Pöchhacker » Di Jun 22, 2010 13:32

Hallo

reseptor hat geschrieben:Die Tierchen scheinen bei dir in der Gegend wohl ein schönes Eldorado gefunden zu haben, deinen Schilderungen nach wimmelt es ja fast nur von Äskulaps!!


Ich denke der Eindruck täuscht gewaltig.

Es stimmt schon, daß Ich derzeit eine Menge Äskulapsichtungen habe.
Ich bin sicher, daß das aber nur deshalb ist weil es ihnen oben in den Bäumen zu kalt ist.
In den vergangenen Jahren mit wärmerem Wetter waren die um diese Zeit spurlos verschwunden.

Ich würde aber hohe Wetten darauf abschließen, daß es immer die selben 10 bis 15 Individuen auf dieser etwa 300m langen Böschung sind.
Die Böschung scheint einen idealen Mix aus prädatorensicheren Höhlen und Jagdgründe zu bieten.
Immerhin ist die einfache Streckenlänge welche Ich da regelmäßig abgehe knapp 7 Km lang und nur dort auf den erwähnten 300m habe Ich fast regelmäßige Sichtungen.
Leider hat man wieder keinen Größenvergleich (ist leider so bei Bildern) die Tierchen könnte ich auf 2m oder so schätzen(sind sie aber wahrscheinlich nicht), vielleicht kannst du mal die Haut in den nächsten Tagen vermessen, oder mal auf 1nes der Bilder einen "Vergleichsgegenstand" hinlegen!!

Die Fotos von heuer zeigen alle Tiere von gut einem Meter länge, vielleicht auch mal einszwanzig.

Vor ein paar Jahren hatte Ich mal ein Exemplar von geschätzt einsvierzig.
Da hoffe Ich, daß Ich das mal wieder sehe.
lg. reseptor
ps:Achtung die Sonne soll in den nächsten Tagen wieder zu sehen sein 8)

Ist notiert:
Sonne möglich, Sonnenbrille einpacken.

M.P.

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Beitragvon Gerald » Di Jun 22, 2010 21:27

Bezüglich der Trübung, kann mich Max bei allen Tieren nur anschließen, Kennzeichen einer bevorstehenden Häutung.
Äskulaps in den Bäumen - sicherlich findet man immer wieder Tiere in den Bäumen, den Großteil ihres Lebens verbringen sie aber, auch bei heißen Temperaturen, am Boden. Sie ziehen sich, wenn es ihnen zu heiß wird, in die schattigeren Bereiche bzw. ins Buschwerk zurück, eine gernerelle "Baumflucht" wegen heißer Temperaturen wäre mir in unseren Breiten neu; bitte gleichzeitig um Korrektur sollte ich das falsch in Erinnerung haben. Literaturzitat hab ich dazu allerdings leider keines, dazu fehlt mir aktuell die Zeit :-(

Betreffend den genauen Häutungsvorgang darf ich, aus vorher genanntem Grund, auf einschlägige Literatur verweisen ;-)
(Wäre übrigens DER Anlass sich so einen allwissenden Reptilienwälzer zuzulegen :wink: [der mir zugegebener Maßen zu Hause selber fehlt :oops: ] )

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Beitragvon Max Pöchhacker » Di Jun 22, 2010 23:12

Hallo Gerald
Gerald hat geschrieben:Bezüglich der Trübung, kann mich Max bei allen Tieren nur anschließen, Kennzeichen einer bevorstehenden Häutung.

Das nenn' Ich ein Machtwort :->

Äskulaps in den Bäumen - sicherlich findet man immer wieder Tiere in den Bäumen, den Großteil ihres Lebens verbringen sie aber, auch bei heißen Temperaturen, am Boden.

Hmmm
Ich hab mal eben über Äskulaps nachgelesen.
Eidechsen und Mäuse sehe Ich extrem selten.
So alle drei oder vier Jahre einmal.
Maulwurfshügel sah Ich nur jenseits der Straße.
Ich könnte mir vorstellen daß sie Maulwurfsbrut ihren kleinen Rachen hinunterbringen -
Aber Ich finde sie sollten dabei vielleicht tunlichst nicht den Elterntieren begegnen -
Mit ihrem guten Meter Länge würde Ich als Maulwurf kurzen Prozeß machen.
Weshalb Ich davon Ausgehe, daß sie in den Bäumen abhängen,
auf Eierdiebstahl & Vogelnestraub spezialisiert.
Das ist zugegeben spekulativ.

Soferne nicht gerade ein LKW die Trommelfelle zerbröselt ist der Wald
reichlich voll mit Vogelstimmen.

Außerdem belieben Prädatoren verschiedenen Kalibers ( Igel bis Dachs )
in den Wäldern zu logieren.

Wäre Ich da eine Zamenis, Ich wäre nur mehr auf den Bäumen,
oder in unmittelbarer Nähe eines dachssicheren Schlupflochs.
Sie ziehen sich, wenn es ihnen zu heiß wird, in die schattigeren Bereiche bzw. ins Buschwerk zurück, eine gernerelle "Baumflucht" wegen heißer Temperaturen wäre mir in unseren Breiten neu; bitte gleichzeitig um Korrektur sollte ich das falsch in Erinnerung haben.

Nö - kein Bedarf.

Betreffend den genauen Häutungsvorgang darf ich, aus vorher genanntem Grund, auf einschlägige Literatur verweisen ;-)
(Wäre übrigens DER Anlass sich so einen allwissenden Reptilienwälzer zuzulegen :wink: [der mir zugegebener Maßen zu Hause selber fehlt :oops: ] )

Das verschieb Ich mal auf unbestimmte Zeit .. .

M.P.

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Beitragvon Vipersgarden » Mi Jun 23, 2010 7:46

zur Häutung:

Etwa 14 Tage vor der Häutung (je nach Schlangenart auch kürzer) beginnen die Körperfärbung zu verblassen und die Augen sich zu trüben. Dies wird durch Eindringen von Lymphe zwischen die alte und neue Oberhaut bewirkt. 2 - 3 Tage vor der eigentlichen Häutung verschwindet dieser Effekt wieder plötzlich, so dass man glauben könnte, die Schlange hätte sich schon gehäutet.
Die Lymphe bewirkt ein Aufweichen der alten Oberhaut, winzige Härchen, die sogenannten Häutungshärchen heben die alte von der neuen darunterliegenden Haut ab. Die Häutungshärchen vertrocknen nach der Häutung und fallen ab.

Bild

Legende:
(von oben nach unten)b A: Ruhestadium, B: Wachstumsphase, C: kurz vor der Häutung, D: Häutung

1 Oberhäutchen, 2 Hornschicht (Stratum corneum), 3 Zwischenschicht (Stratum intermedium), 4 Teilungsschicht (Stratum germinativum), 5 Basalmembran (nach Bellairs, 1952).

Mario
Mario Schweiger

Amphibien und Reptiliendatenbak (Systematik, Bilder, Literatur, ....)
http://http://vipersgarden.at/ARdb/index.php

.. und das neue englischsprachige Feldherpetologen-Forum - FIELDHERPING.EU

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Beitragvon reseptor » Mi Jun 23, 2010 10:15

@ Vipersgarden

Toll deine Antwort -- jetzt haben wir es schwaz auf weiß!!

Genau so hab ich es auch im Terrarium damals wahrgenommen, nur den genauen Ablauf hab ich nicht verstanden, hauptsache das Tier war danach ohne Häutungsfehler !!

lg. reseptor

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Überblick verloren :->

Beitragvon Max Pöchhacker » Do Jun 24, 2010 21:16

Hi FFolks

@Vipersgarden :
Danke für deine Erläuterung.
Es ist also die Lymphe welche die blaue Färbung der Augen bewirkt.

So

Nun zu heute, es gibt eine neue Gallerie,
Ich habe irgendwann ab dem 8. oder 9. Tier den Überblick verloren.

Damit keiner denkt Ich bin ein alter Aufschneider,
stelle Ich voran die Beweisfotos ein.

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Am Weg retour machte Ich dann die Videokamera scharf.
Auch da wieder mehrere Päärchen.
Der Link : Äskulap-Hotspot
M.P.

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Beitragvon reseptor » Fr Jun 25, 2010 9:01

Hi Max

Dein Tag scheint auch sehr gut gelaufen zu sein, muß wohl ein österreichweiter Erfolgstag gewesen sein!! :D :D

freu mich schon auf weiter Bilder und vor allem Videos!!

lg. reseptor

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