Strumpfbandnattern im Weinviertel?
Moderator: Herpetofauna.at-Team
12 Beiträge
• Seite 1 von 1
Strumpfbandnattern im Weinviertel?
Habe gerade in einem älteren Naturführer (Höpflinger/Schliefsteiner: Naturführer Österreich; 1981/1995) von einer kleinen Population von ausgesetzten und sich vermehrenden Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis) im östlichen Weinviertel gelesen.
Kann jemand etwas dazu sagen? Hat sich dort tatsächlich eine Zeit lang eine kleine Population gehalten? Gibt es aktuellere Sichtungen als jene die ich hier aus dem Jahr 1978 gefunden habe?
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/Braunau_3_0131-0139.pdf
Kann jemand etwas dazu sagen? Hat sich dort tatsächlich eine Zeit lang eine kleine Population gehalten? Gibt es aktuellere Sichtungen als jene die ich hier aus dem Jahr 1978 gefunden habe?
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/Braunau_3_0131-0139.pdf
- reseptor
- Fühlt sich wie zu Hause
-
- Beiträge: 211
- Registriert: Di Jun 02, 2009 18:52
- Wohnort: Lessach
Interessantes Dokument was du da gefunden hast, hab mir das mal durchgelesen und zumindest für Osttirol kann ich den Kammolch zumindest nach über 30 Jahren zurückmelden!!!!
(Thema Molche in Osttirol)
Wenn keiner danach sucht - kann auch keiner was finden!!!!
Die Smaragdeidechse und die Äskulapnatter (und auch die Hornotter) sind mir in Osttirol auch noch nicht untergekommen - solche angeblichen oder auch nachgewiesenen Vorkommen, können so punktuell sein - das du den Platz allein nie finden würdest!!
Kleine Einflüsse, wie ein strenger kalter Winter, Strassenbau und und und-....können so einer kleinen Population schnell den gar ausmachen.
Meiner Meinung nach sollte eine solche Faunenverfälschung (Strumpfbandnattern, Rotwangenschildkröten usw.) streng bestraft werden, diese Tiere bedrohen stark andere Tier in Ihrem Biotop, ebenso (auch nachzulesen in solchen alten Unterlagen) wurden z.B. Äskulapnattern und Zauneidechsen in Osttirol ausgesetzt - wenn ein Tier dort normalerweise nicht vorkommt dann wird das wohl einen Grund haben!!!
Vielleicht hast du dich schon durch einige unserer Themen durchgelesen, z.B. die "Goldfischplage" ist nur eine einzige Art, aber die kann sehr großen Schaden anrichten.
Und andere Tiere könnten auch uns Menschen gefährlich werden, z.B. Kobra in Wien ausgesetzt, Levanteotter in der Schütt gefunden usw. und die nächsten Fälle kommen sobald es wieder warm wird!!!
Ich für meinen Teil hoffe das die netten kleinen Strumpfbandnatter aus Ihrem Winterschlaf nicht mehr erwachen mögen(die gehören hier einfach nicht hin)!!
lg. reseptor
Wenn keiner danach sucht - kann auch keiner was finden!!!!
Die Smaragdeidechse und die Äskulapnatter (und auch die Hornotter) sind mir in Osttirol auch noch nicht untergekommen - solche angeblichen oder auch nachgewiesenen Vorkommen, können so punktuell sein - das du den Platz allein nie finden würdest!!
Kleine Einflüsse, wie ein strenger kalter Winter, Strassenbau und und und-....können so einer kleinen Population schnell den gar ausmachen.
Meiner Meinung nach sollte eine solche Faunenverfälschung (Strumpfbandnattern, Rotwangenschildkröten usw.) streng bestraft werden, diese Tiere bedrohen stark andere Tier in Ihrem Biotop, ebenso (auch nachzulesen in solchen alten Unterlagen) wurden z.B. Äskulapnattern und Zauneidechsen in Osttirol ausgesetzt - wenn ein Tier dort normalerweise nicht vorkommt dann wird das wohl einen Grund haben!!!
Vielleicht hast du dich schon durch einige unserer Themen durchgelesen, z.B. die "Goldfischplage" ist nur eine einzige Art, aber die kann sehr großen Schaden anrichten.
Und andere Tiere könnten auch uns Menschen gefährlich werden, z.B. Kobra in Wien ausgesetzt, Levanteotter in der Schütt gefunden usw. und die nächsten Fälle kommen sobald es wieder warm wird!!!
Ich für meinen Teil hoffe das die netten kleinen Strumpfbandnatter aus Ihrem Winterschlaf nicht mehr erwachen mögen(die gehören hier einfach nicht hin)!!
lg. reseptor
- pleurodeles
- Fühlt sich wie zu Hause
-
- Beiträge: 527
- Registriert: So Sep 03, 2006 16:36
- Wohnort: Wien
Ja, vielen Dank, das ist höchst interessant! Kannte dieses Zeitdokument noch nicht.
Per Gesetz sind auf Aussetzungen ohnehin hohe Geldstrafen angesetzt, aber in der Praxis schaut das leider ganz anders aus. Denn wann beobachtet man schon mal jemanden, der zB eine Rotwangen-Schmuckschildkröte schnell in einen Teich haut oder ein paar Zauneidechsen in Osttirol aus dem Leinensack lässt? Praktisch nie. Und wenn, dann muss das erstmal jemand zur Anzeige bringen. Mir ist nichts bekannt, dass mal jemand zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist, weil er was ausgesetzt hat. Ein Präzedenzfall muss her, dann werden die Leute von solchen Aktionen vielleicht abgeschreckt..
Eine interessante Aussage von Sochurek bzgl. der Strumpfbandnattern im Weinviertel ist der Satz "Um ein Wegfangen der Tiere zu
verhindern, verzichte ich vorläufig auf eine genaue Fundortsangabe" - aus heutiger Sicht ganz besonders merkwürdig;)
@ Ralph: Die Aussage, dass sie nicht mehr aus dem Winterschlaf aufwachen sollen, find ich allerdings recht gewagt. Die Viecher können nix dafür, dass sie jemand ausgelassen hat, viel mehr sollte man die menschlichen Übeltäter zur Verantwortung ziehen, das hast Du eh auch geschrieben. Wie gesagt, in der Praxis ist das halt schwer möglich (leider). Aber Du hast natürlich definitiv recht, die Tiere (welche ausgesetzten auch immer) gehören einfach nicht hierher. Bzw. gibt´s sicher rezent keine Strumpfis mehr im Weinviertel..
Viele Grüße,
Günther
Per Gesetz sind auf Aussetzungen ohnehin hohe Geldstrafen angesetzt, aber in der Praxis schaut das leider ganz anders aus. Denn wann beobachtet man schon mal jemanden, der zB eine Rotwangen-Schmuckschildkröte schnell in einen Teich haut oder ein paar Zauneidechsen in Osttirol aus dem Leinensack lässt? Praktisch nie. Und wenn, dann muss das erstmal jemand zur Anzeige bringen. Mir ist nichts bekannt, dass mal jemand zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist, weil er was ausgesetzt hat. Ein Präzedenzfall muss her, dann werden die Leute von solchen Aktionen vielleicht abgeschreckt..
Eine interessante Aussage von Sochurek bzgl. der Strumpfbandnattern im Weinviertel ist der Satz "Um ein Wegfangen der Tiere zu
verhindern, verzichte ich vorläufig auf eine genaue Fundortsangabe" - aus heutiger Sicht ganz besonders merkwürdig;)
@ Ralph: Die Aussage, dass sie nicht mehr aus dem Winterschlaf aufwachen sollen, find ich allerdings recht gewagt. Die Viecher können nix dafür, dass sie jemand ausgelassen hat, viel mehr sollte man die menschlichen Übeltäter zur Verantwortung ziehen, das hast Du eh auch geschrieben. Wie gesagt, in der Praxis ist das halt schwer möglich (leider). Aber Du hast natürlich definitiv recht, die Tiere (welche ausgesetzten auch immer) gehören einfach nicht hierher. Bzw. gibt´s sicher rezent keine Strumpfis mehr im Weinviertel..
Viele Grüße,
Günther
- reseptor
- Fühlt sich wie zu Hause
-
- Beiträge: 211
- Registriert: Di Jun 02, 2009 18:52
- Wohnort: Lessach
Servus Pleurodeles
Hier der link über die Reptilien Osttirols http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_rem ... 3-0423.pdf
Hier wird sogar der Name des Übeltäters erwähnt (S.406 erster Absatz und S.411 wieder erster Absatz), Er ist in Lienz sowieso als Reptiliennarr bekannt, jetzt hat er sich auf die Falknerei spezialisiert, wie viele Terrarien er jetzt noch hat weiß ich nicht!!
Wird in dem Artikel eh verurteilt, und ist sowieso schon verjährt!!!
Nehme meine Aussage natürlich zurück (will auch nicht den Tot der Tiere) aber du weist wie es gemeint war, die Tierchen versuchen in Ihrer fremden Heimat auch nur zu überleben und wenn möglich sich zu vermehren -- sonst bin ich voll deiner Meinung!!
lg. reseptor
Hier der link über die Reptilien Osttirols http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_rem ... 3-0423.pdf
Hier wird sogar der Name des Übeltäters erwähnt (S.406 erster Absatz und S.411 wieder erster Absatz), Er ist in Lienz sowieso als Reptiliennarr bekannt, jetzt hat er sich auf die Falknerei spezialisiert, wie viele Terrarien er jetzt noch hat weiß ich nicht!!
Wird in dem Artikel eh verurteilt, und ist sowieso schon verjährt!!!
Nehme meine Aussage natürlich zurück (will auch nicht den Tot der Tiere) aber du weist wie es gemeint war, die Tierchen versuchen in Ihrer fremden Heimat auch nur zu überleben und wenn möglich sich zu vermehren -- sonst bin ich voll deiner Meinung!!
lg. reseptor
Danke für Euere vielen Antworten!
Ich bin kein Freund solcher Einbringungen - finde es aber immer wieder faszinierend, wenn sich faunenfremde Arten zumindest temporär halten oder sogar (wie im Fall der Strumpfbandnattern) reproduzieren können.
Etabliert dürften Sie sich ja scheinbar nicht haben - sonst hätte man vmtl. schon etwas darüber gehört... na vielleicht kann ja noch jemand etwas dazu sagen... würde gerne nachsuchen, aber mit den spärlichen Angaben scheint mir das unmöglich
Ich bin kein Freund solcher Einbringungen - finde es aber immer wieder faszinierend, wenn sich faunenfremde Arten zumindest temporär halten oder sogar (wie im Fall der Strumpfbandnattern) reproduzieren können.
Etabliert dürften Sie sich ja scheinbar nicht haben - sonst hätte man vmtl. schon etwas darüber gehört... na vielleicht kann ja noch jemand etwas dazu sagen... würde gerne nachsuchen, aber mit den spärlichen Angaben scheint mir das unmöglich
- Snake23
- Fühlt sich wie zu Hause
-
- Beiträge: 451
- Registriert: Mo Jul 28, 2008 12:24
- Wohnort: Kärnten - Arnoldstein
Schade aber, daß man nicht mehr darüber erfährt, was da damals wirklich abgelaufen ist, bzw. beobachtet wurde. Vor allem weil auch in dem nächsten Bericht vermerkt ist "Strumpfbandnattern......... ein mißglückter Versuch?".
Das ganze findet man ganz am Ende, unter "Manuskripte aus dem Nachlaß". Also gibt es schon etwas, aber anscheinend (noch) nicht im Netz.
Grüße
Snake23
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_rem ... 5-0064.pdf
Das ganze findet man ganz am Ende, unter "Manuskripte aus dem Nachlaß". Also gibt es schon etwas, aber anscheinend (noch) nicht im Netz.
Grüße
Snake23
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_rem ... 5-0064.pdf
Die Quelle mit "Kanadische Strumpfbandnattern im nordöstlichen Weinviertel" habe ich auch schon verzweifelt gesucht - das Internet spuckt dazu leider nichts aus... Vielleicht hat ja Jemand hier Zugang zu:
Kanadische Strumpfbandnattern im nordöstlichen Weinviertel - ein mißglückter Versuch? (1985) von FRANZ TEEDEMANN & HEINZ GRILLITSCH
wäre wirklich spannend...
Kanadische Strumpfbandnattern im nordöstlichen Weinviertel - ein mißglückter Versuch? (1985) von FRANZ TEEDEMANN & HEINZ GRILLITSCH
wäre wirklich spannend...
- pleurodeles
- Fühlt sich wie zu Hause
-
- Beiträge: 527
- Registriert: So Sep 03, 2006 16:36
- Wohnort: Wien
Ja, mich würde das auch sehr interessieren!
Unauffällig schiele ich da in Richtung Mario, der hat das doch sicher daheim irgendwo rumkugeln
. In seiner Literatur-Datenbank (http://www.vipersgarden.at/lit_db.php) ist es jedenfalls nicht.
Kann übernächste Woche mal im Naturhistorischen Museum nachfragen, dort haben sie´s definitiv.
edit: Der Vollständigkeit halber: Tiedemann & Grillitsch sind die Autoren des Nachrufs über Sochurek, nicht des betreffenden Schriftstückes.
Hab vorhin zu ungenau hingeschaut: Die Arbeit über die Weinviertler Strumpfis ist ein unveröffentlichtes Manuskript bzw. ein Nachlass von Sochurek. Da wird´s dann schwierig...
LG,
Günther
Unauffällig schiele ich da in Richtung Mario, der hat das doch sicher daheim irgendwo rumkugeln
Kann übernächste Woche mal im Naturhistorischen Museum nachfragen, dort haben sie´s definitiv.
edit: Der Vollständigkeit halber: Tiedemann & Grillitsch sind die Autoren des Nachrufs über Sochurek, nicht des betreffenden Schriftstückes.
Hab vorhin zu ungenau hingeschaut: Die Arbeit über die Weinviertler Strumpfis ist ein unveröffentlichtes Manuskript bzw. ein Nachlass von Sochurek. Da wird´s dann schwierig...
LG,
Günther
pleurodeles hat geschrieben:Hab vorhin zu ungenau hingeschaut: Die Arbeit über die Weinviertler Strumpfis ist ein unveröffentlichtes Manuskript bzw. ein Nachlass von Sochurek. Da wird´s dann schwierig...
LG,
Günther
War mir nicht sicher wie der Anhang zu interpretieren ist - "unveröffentlichter Nachlass" machts allerdings in der Tat verdammt schwierig... Schade, dass es keine genauer Angaben außer "nordöstliches Weinviertel" gibt... In dem Naturführer über den ich ursprünglich auf das Thema gekommen bin (siehe oben) steht leider auch nicht mehr...
- Hannes
- Moderator
-
- Beiträge: 519
- Registriert: Mi Mär 20, 2002 1:00
- Wohnort: Wolkersdorf im Weinviertel
Habe mir vorhin das Manuskript aus Sochureks Nachlaß durchgelesen. Als Aussetzungsgewässer wird die Zaya genannt. Laut Sochureck könnten sich die Tiere bachabwärts bis zur March ausgebreitet haben. Er selbst bezweifelt, ob sich der Bestand halten konnte.
Hannes
12 Beiträge
• Seite 1 von 1
Zurück zu Faunenfremde Reptilien in Österreich
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste
