VERBRECHEN!!!

Funde & Beobachtungen

Moderator: Herpetofauna.at-Team

Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 383
Registriert: So Jun 13, 2010 8:56
Wohnort: Wien/Wolkersdorf Umgebung

Beitragvon 7088maxi » Mi Jun 22, 2011 15:25

@andi: Hmmm da hast du wohl Recht.
@Mamba:
Eine sehr gewagte Behauptung, da bin ich mal auf handfeste Begründungen neugierig.....
Nebst dem "Störfaktor" Mensch gibt's da nämlich durchaus noch andere, schlagendere Kriterien, die einzelnen Arten ihr Areal zuweisen und eine Ausbreitung unterbinden.

Naja würde der Mensch wegfallen dann wäre wohl doch irgendwie der Hauptfaktor des Rückgangs der Amphibien weg. Ok das mit den Kreuzkröten war ein bisschen weit hergeholt aber theoretisch können Wechselkröten beispielsweise gut mit Kulturlandschaften zurrechtkommen doch werden ihre Lebensräume einfach zu Stark zerschnitten wo man durch geeignete Gartenteiche und Unterführungen an Strassen die auch für andere Tiere von Vorteil wären entgegenwirken könnte

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 410
Registriert: Di Jan 13, 2004 2:00
Wohnort: A - 9564 Patergassen

Beitragvon Mamba » Mi Jun 22, 2011 16:14

Fällt der Mensch weg, fallen allein durch Überwuchs weite Gebiete mit potentiellen Habitaten flach.
Bedenke, dass der Mensch in Mitteleuropa, und ganz besonders im Voralpenraum, für Amphibien (viel mehr noch für sonnenhungrige Reptilien) erst mal viele Möglichkeiten zur Ansiedlung/Ausbreitung gerschaffen hat.
Würde man heute alle Bergbauern in Kärnten eliminieren, würde das in einer Zeitspanne von 10, max. 15 Jahren das Verschwinden von 90 % der Kreuzotterhabitate bewirken.
Unken beispielsweise, um wieder zu den Amphibien zu komme, finde ich in Kärnten zu einem grossen Teil in Lehm- und Schottergruben (die in Betrieb sind oder noch nicht lange geschlossen wurden).
Deine jugendliche Begeisterung in Ehren, aber derart schwarz/weiss zu sehen, versperrt Dir die Möglichkeit zur realistischen Betrachtung.

Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 383
Registriert: So Jun 13, 2010 8:56
Wohnort: Wien/Wolkersdorf Umgebung

Beitragvon 7088maxi » Mi Jun 22, 2011 18:12

Ok, ok ihr habt mich überzeugt, aber ein letztes Agument will ich denoch einbringen. Das komische an deinen Argumenten Mamba ist das es im Mittelalter wo man noch von einer sehr begrenzten Nutzung sprechen kann wesentlich mehr Amphibien/Reptilien gab als heute. Ich meine die Natur schafft doch irgendwie die Lebensräume und so ist es gut auch wenn es dann weniger der einen Art gebe. Es wäre in gewisser Weise eine natürliche Dezimierung die auch wenn wir es vielleicht nicht verstehen können einen Sinn hat. Ich denke auch das der Mensch in all seinen Aktivitäten zu 90% der Erde und ihrem Gleichgewicht schadet und nur zu 10% neue Lebensräume schafft. Ich meine wenn es nur ein kleines Vorkommen von Kreuzottern gebe wäre das zwar schade aber die Natur macht alles so das es einen Nutzen hat und wenn die Kreuzottern nur in einigen Gebiet nützen werden sie auch nur in solchen Gebieten verbreitet sein. Wir Herpetologiefreunde sind vielleicht einfach zu gierig. Wenn es Kreuzkröten nur auf zwei Stellen gibt dann gibt es sie eben nur auf zwei Stellen wir sollten diese Plätze schützen und nicht versuchen sie zu vergrößern und zu verbreiten.
PS: Ich hoffe ihr habt die Aussage des Textes verstanden aber ich kann meinen Geistesblitz einfach nicht gescheit in Worte fassen :idea:

Kennt sich schon aus
Beiträge: 190
Registriert: Di Jun 15, 2004 2:00

Beitragvon bogi » Mi Jun 22, 2011 19:19

Das Argument mit dem Mittelalter kann ich dir beantworten: Die Landnutzung im Mittelalter war weitaus extensiver als heute. Viele heimische Arten konnten sich Ausbreiten da der Wald gerodet wurde und auf engem Raum eine Vielzahl von Lebensräumen entstand, die Bauern damals mussten viel abwechslungsreicher ihr kleines Grundstück bearbeiten um zu überleben. Die Landschaft war geprägt durch eine enge Verzahnung von Hecken (die einen Schutz für das Getreide darstellte), eine 3 Felder-Wirtschaft mit unterschiedlichen Ackerfrüchten (und da es Düngung und Pestizide so wie wir es heute kennen noch nicht gab, musste man ein Feld für ein Jahr brach liegen lassen und man konnte auch nicht die ganzen Ackerbeikräuter wegspritzen) sowie Weiden wo das Vieh hingeführt wurde. In jedem Dorf gab es zumindest einen Löschteich, die Straßen waren nicht asphaltiert.
Viele unsere heute so seltenen Arten sind erst mit der Rodung des Waldes nach Mitteleuropa eingewandert. Besonders Arten die auf Trockenrasen angewiesen sind kammen mit der Weidewirtschaft mit.
So ich hoff ich konnte dir da weiter helfen.
lg

Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 383
Registriert: So Jun 13, 2010 8:56
Wohnort: Wien/Wolkersdorf Umgebung

Beitragvon 7088maxi » Mi Jun 22, 2011 19:27

Danke für die Antwort bogi!
Ihr habt mich jetzt endgültig überzeugt! Ich werde nichts mehr gegen euch sagen ihr seit mir einfach überlegen :oops:. Trotzdem nett das ihr mir soviele Infos gegeben habt die werde ich dann gleich mal im Kopf speichern :D

Vorherige

Zurück zu Funde

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste