"Schlangen - Schwemme"

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"Schlangen - Schwemme"

Beitragvon rennfahrersepp » Fr Aug 25, 2017 9:16

Der Begriff "Schlangen - Schwemme" ist mir neu - ich habe in den Medien darüber erfahren. Und tatsächlich: es wurde heuer von einem gehäuftem Auftreten von Schlangen in den Gärten bereichtet. Im gleichen Atemzug wurde spekuliert, ob nicht der Klimawandel an dieser "Schlangen-Schwemme" Schuld sei. Ich hatte selber einige Anfragen diesbezüglich und mir darüber Gedanken gemacht. Die Herpetofauna im Enns-Donau-Winkel kenne ich seit mittlerweile 40 Jahren. Obwohl mir kein genaues Monitoring vorliegt, mag ich behaupten, dass der Bestand an Amphibien und Reptilien kontinuierlich abgenommen hat.
Klar - einige Arten, wie der dominante Seefrosch treten vermehrt auf, dafür sind Laubfrosch und Kammmolch in vielen Gegenden komplett verschwunden. Der Grund dafür ist mir Sicherheit ein Verlust an Lebensräumen im Umfeld (durch intensivierte Landwirtschaft, Bautätigkeit,....).
Die Tiere sind sozusagen auf "Natur aus zweiter Hand" angewisen, die sie vermehrt im Siedlugnsbereich finden. In Naturgärten, Schwimmteichen, Gartenbiotopen werden die Tiere wahrgenommen, was den Eindruck verstärkt, dass die Tiere vermehrt auftreten. Wie ist Eure Einschätzung darüber?

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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon Max Pöchhacker » Fr Aug 25, 2017 9:46

Hallo Sepp

Meine Theorie dazu ist trivial.

Es war imho der kalte Winter.
Der hat die Parasiten wie Zecken zb. hinweggemetzelt.

Dadurch gab es heuer starken Mäusenachwuchs.

Viele Mäuse füttern viele Prädatoren wie unsere Schlangen.
->
Schlangenschwemme im Sommer .. .

D'Ehre

M.P.

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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon rennfahrersepp » Fr Aug 25, 2017 10:07

Hallo Max!

Meine Erklärung ist vielleicht noch trivialer: es geht hier viel um subjektive Wahrnehmung. Schlangen im eigenen Garten werden intensiver wahrgenommen als im Freiland. Sie halten sich ja gerne an ihren bevorzugten Plätzen auf - jedesmal wenn der Gartenbesitzer beim Holzstoß vorbeigeht raschelt es dort und irgendeine Schlange verschwindet - Schlangeninvasion.

Mir wurde schon von 3m langen "Hausnattern" erzählt - gefunden hab ich dort einmal eine halbwüchsige Äskulapp. Die "Froschinvasion" entpuppte sich als zwei Seefrösche, die um die Wette quakten.

Werden dann solche Meldungen noch von den Medien aufgegriffen und über soziale Netzwerke verbreitet ergibt sich durch den Schneeballefeekt schnell eine "Schlangen-Schwemme".

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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon Mamba » Fr Aug 25, 2017 16:47

Es sind nicht mehr Schlangen, es hält sich nur ein Teil davon in zunehmendem Masse an Örtlichkeiten auf, wo sie von jedermann leichter wahrgenommen werden.
An und für sich ein Hinweis auf den Rückgang ihrer natürlichen Lebensräume und ein Warnsignal.
Da von Schlangenschwemme zu sprechen ist fast schon zynisch.

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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon rennfahrersepp » Fr Aug 25, 2017 19:48

Mamba hat geschrieben:Es sind nicht mehr Schlangen, es hält sich nur ein Teil davon in zunehmendem Masse an Örtlichkeiten auf, wo sie von jedermann leichter wahrgenommen werden.
An und für sich ein Hinweis auf den Rückgang ihrer natürlichen Lebensräume und ein Warnsignal.
Da von Schlangenschwemme zu sprechen ist fast schon zynisch.


Ich seh's genauso. Zudem hat man sich vielerorts einfach daran gewöhnt, dass es fast keine Schlangen mehr gibt. Eine Sichtung von ein paar Schlangen ist daher schon so aussergewöhnlich, dass sie es gleich in die deutschen Medien schafft.

Ist öfters hier
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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon horseandpower » Mo Sep 04, 2017 10:01

Ich finde es erstaunlich, dass heuer von "Schlangen-Schwemme" die Rede ist, denn ganz persönlich hatte ich den Eindruck, als wären heuer viel weniger Schlangen am Weg. Speziell im Vergleich zum letzten Jahr, als ich fast bei jedem Lauf am Wr. Neustädter Kanal oder an der Schwechat eine Sichtung einer Äskulapnatter oder Würfelnatter hatte, war es heuer sehr, sehr still.
Es dürfte also wirklich eher die persönliche Wahrnehmung sein. Wie geschrieben, die Schlange im eigenen Umfeld wird verstärkt wahrgenommen. Für mich war das 2017 bis dato aber eher ein "Schlangen-Schwund" Jahr.

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Re: "Schlangen - Schwemme"

Beitragvon Vipersgarden » Di Sep 05, 2017 13:35

naja, zumindest lokal gibt es einen teilweise signifikanten Anstieg, z.B. bei der Äskulapnatter.
aber ob das tatsächlich mit mehr Schlangen selbst, oder nur mit mehr Beobachtungen zu tun hat.....?
mehr darüber in der nächsten ÖGH-aktuell Anfang Oktober :wink:
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