Weidezäune - eine Gefahr für Reptilien?

reports, pictures,....

Moderatoren: Vipersgarden, Herpetofauna.at-Team

Moderator
Benutzeravatar
Beiträge: 860
Registriert: Sa Mai 15, 2004 2:00
Wohnort: Salzburg, Austria

Weidezäune - eine Gefahr für Reptilien?

Beitragvon Vipersgarden » Mo Dez 10, 2007 18:29

Ja, zumindest, wenn man so groß ist!

Felsenpython (Python sebae) in Namibia.

Bild

Bild

Mario
Mario Schweiger

Amphibien und Reptiliendatenbak (Systematik, Bilder, Literatur, ....)
http://http://vipersgarden.at/ARdb/index.php

.. und das neue englischsprachige Feldherpetologen-Forum - FIELDHERPING.EU

Macht sich's gemütlich
Beiträge: 87
Registriert: So Sep 30, 2007 9:42
Wohnort: Frankfurt am Main

Beitragvon S.a.m. » Mo Dez 10, 2007 18:40

Also ich frage mich bei dem Bild zum einen, warum der Felsenpython in einen Zaun beißen sollte. Zum anderen frag ich mich , ob der irgendwie lebendig davon gekommen ist. Was meint ihr?

MfG S.a.m.
Schlange am Mönchbruch

Moderator
Benutzeravatar
Beiträge: 860
Registriert: Sa Mai 15, 2004 2:00
Wohnort: Salzburg, Austria

Beitragvon Vipersgarden » Mo Dez 10, 2007 18:48

Wie ja am oberen Bildrand an den weißen Isolierpollern zu erkennen ist, handelt es sich um einen elektrischen Weidezaun.
Und der Biss war wohl sein letzte Aktion, bevor er in die ewigen Jagdgründe der Riesenschlangen wechselte.
Wie soll ein Reptil auch wissen, dass man durch Hineinbeißen in den "Feind", den Strom nicht abschalten kann?

Mario
Mario Schweiger

Amphibien und Reptiliendatenbak (Systematik, Bilder, Literatur, ....)
http://http://vipersgarden.at/ARdb/index.php

.. und das neue englischsprachige Feldherpetologen-Forum - FIELDHERPING.EU

Wohnt hier
Benutzeravatar
Beiträge: 1134
Registriert: Mo Mai 28, 2007 17:47
Wohnort: Linz a.d.Donau

Beitragvon Max Pöchhacker » Mo Dez 10, 2007 19:00

Hallo Mario

Die/der/das hatte doch kurz zuvor einen Snack eingenommen,
was den abgebildeten Zaun vital unpassierbar gemacht haben dürfte.

Ich weis nicht mehr war es ein Wachhund oder irgendein Weidevieh ( Kalb zb. )

Hast Du Hinweise für mich ? :->

Max

Fühlt sich wie zu Hause
Beiträge: 217
Registriert: Sa Mär 26, 2005 2:00
Wohnort: Breitenfurt (NÖ)

Beitragvon Richard » Mo Dez 10, 2007 21:34

Das In-den Zaun-beißen halte ich auch für eine Abwehrreaktion.
Was mich dabei ein bisschen wundert:
Ich vermute, dass sich der Phyton mit vollem Bauch nicht sehr schnell fortbewegte. Deshalb wundert mich, wie weit diese Schlange in den Zaun hineingekrochen ist. Die Stromstöße kommen für normal im Abstand von ein paar Sekunden (vielleicht ist Namibia anders "getaktet"?).
D.h. die Schlange muss bereits ein paar solche Stöße ausgehalten haben, bis es ihr zu bunt wurde und sie hingebissen hat - die hohe Leitfähigkeit im feuchten Maul war dann wahrscheinlich das Ende.

Oder kann es sein, dass die trockenen Hornschuppen die Stromstöße so lange abgehalten haben, bis die Schlange mit einem empfindlichen Teil (After-Öffnung?) über die ersten beiden Drähte gekommen ist. Kann man erkennen, wo diese liegt? Dann hätte sie dort vielleicht den ersten Stromschlag bekommen und sofort mit Biss reagiert. Resultat wie oben.

Eine Menge Vermutungen mit "wäre", "hätte", ...

Jedenfalls schade um das Tier :cry:

Liebe Grüße,
Richard.

Fühlt sich wie zu Hause
Benutzeravatar
Beiträge: 575
Registriert: So Sep 03, 2006 17:36
Wohnort: Wien

Beitragvon pleurodeles » Di Dez 11, 2007 2:03

Ich stimme dir zu, sehr schade um das Tier..!
Dennoch ist es meiner Meinung nach völlig egal, wo, wann und wie lange die Schlange mit dem Strom in Verbindung gekommen ist.. Eine einzige Berührung und das Ding ist hin. Es gibt wohl kaum ein geerdeteres Tier als eine Schlange.
Ich denke, sie hat sich tatsächlich vorher so unter dem Zaun durchgewunden, dass sie mit diesem nicht in Berührung kam (trotz frisch gefressener Beute). Man weiß ja, wie sehr sich Schlangen abplatten können...
Doch irgendwann hat sie ihn halt dann doch berührt...
Der Biss war eben nur eine simple kurzfristige Abwehrreaktion.
Genau werden wir es aber wohl nie erfahren... Ich hab jedenfalls vor längerer Zeit mal gehört, dass Schlangen im Todeskampf (wie theatralisch das auch klingen mag) wild um sich beißen.. Man korrigiere mich, falls das nicht stimmt...

Verdammter Strom!! Er kostet viel und fordert zudem Tieropfer! Gott, wäre Funkstrom doch was Schönes.. :wink:

Wohnt hier
Benutzeravatar
Beiträge: 1134
Registriert: Mo Mai 28, 2007 17:47
Wohnort: Linz a.d.Donau

Beitragvon Max Pöchhacker » Di Dez 11, 2007 4:00

Hallo Pleurodeles, hallo Richard

Als Gelegenheitstäter in Sachen Elektrizität möchte Ich Euch auf ein Detail
im oberen Bild hinweisen. Da sind nämlich zwei elektrische Seile.
Als der Pyton unterm ersten durchkroch passierte noch garnix.

Erst als er das Zweite berührte schloß sich der Stromkreis.

Auf diese Art kann man einen langen Elektrozaun mit sehr hoher Spannung, sehr effizient realisieren.
Ich könnte mir gut vorstellen, daß dort der Boden viel zu trocken ist um durch Erdung hinreichend zu
funktionieren. Es ist ja von Namibia die Rede, dem Land der Wüste Namib.
Denkt doch bitte mal an die dicken Schwielen der Elefanten und das Horn an den Hufen der Büffel & Gnu's.
Tritt am Transformator ein Spannungsabfall auf, kann man davon ausgehen daß ein Kontakt stattgefunden
hat und den Zaun kontrollieren.

Ich denke daß dieser Zaun vor allem Großwild wie Elefanten, Büffel & Co
und vermutlich alle möglichen Großkatzen und Hyänen erfolgreich abhält.

Max

Kennt sich schon aus
Beiträge: 174
Registriert: Fr Mai 11, 2007 8:19

Beitragvon Werner » Di Dez 11, 2007 17:53

Ich frage mich vor allem, wem diese seltsame Zaunkonstruktion gelten soll: elektrischer Doppelzaun, davor knapp über dem Boden ein einsamer zusätzlicher Draht? Dies hängt vor allem davon ab, in welchem Landesteil Namibias dieses Photo entstand. In der Mitte und dem Süden des Landes gibt es weder Elefanten noch Löwen noch Büffel. Hier gibt es selten Leoparden, die springen aber weit am Zaun hoch und klettern dann weiter. Von unten befindlichen "Elektrofallen" lassen sich die nicht abhalten. Gebietsweise gibts gar nicht so selten Geparden - vielleicht für die? Oder es ist eine Schaffarm und man will die süßen Schabrackenschakale nicht! Im Norden des Landes schauts ein bisserl anders aus, da gibts Elefanten - aber die lassen sich wegen ein paar Volt nicht irritieren und marschieren einfach (verärgert) durch. Löwen gibts auch nur mehr in Etosha und einigen wenigen Gebieten, dort gibts aber eher keine Farmen. Was also?

Werner

Moderator
Benutzeravatar
Beiträge: 793
Registriert: Di Feb 01, 2005 2:00
Wohnort: 2103 Langenzersdorf

Beitragvon Cornelia » Di Dez 11, 2007 19:19

... vielleicht gegen Riesenschlangen ...??? :lol:
Cornelia

Wohnt hier
Benutzeravatar
Beiträge: 1134
Registriert: Mo Mai 28, 2007 17:47
Wohnort: Linz a.d.Donau

Beitragvon Max Pöchhacker » Do Dez 13, 2007 16:04

Hallo Werner

Ich habe die Bilder nochmal angesehen.

Der Zaun an sich dürfte nicht unter Strom stehen.
Das kann man im unteren Bild am ehesten nachvollziehen.
Die Baustahlstangen stecken alle paar Meter im Boden und die Seile
sind unisoliert mit Draht befestigt. - Da kann man keinen Strom erfolgreich
über große Distanzen durchschicken. Obwohl der Zaun
in jedem Fall als Nullleiter benutzt werden kann.

Die Stolperseile davor UND dahinter sind vermutlich sog. Nullleiter.
Vor dem Zaun wurde ein extra Seil isoliert gespannt bei dem es
sich vermutlich um die Phase handelt.

Der Gedanke hinter der Konstruktion ist vermutlich Tiere die sich in
zaunnähe bewegen oder am Zaun zu schaffen machen zu verjagen.

Was die Geparden betrifft, so hab Ich die bisher ( in Filmen ) immer nur
beinahe senkrecht und noch nie im schrägen Winkel auf Bäume
raufhüpfen gesehen. Ob die am Zaun anders raufhüpfen möchte Ich
erst einmal sehen.

Was die Elefanten betrifft hörte Ich immer wieder daß die besonders
empfindliche Haut haben. Und daß DIE dann 3000 Volt nicht jucken
muß Ich auch erst einmal sehen.

Max

Zurück zu International herping

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste