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Teilnehmer: Werner Mayer, Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer, Johannes Hill, Christoph Riegler

 

Während Werner, Thomas und Hannes am 4. Februar direkt in den Oman flogen, verbrachten Christoph und Gerald das Wochenende davor in Dubai. Einige Bilder dazu gibt es im Bildbericht. Mit dem Bus fuhren die beiden von Dubai zum Flughafen in Muscat, wo sie den Mietwagen übernommen hatten und auf die Ankunft der Nachzügler warteten.

 

 

Tag 1 (04-Feb-2009): Die Batina-Ebene  GPS

 

Gegen 5 Uhr am Morgen starteten wir vom Flughafen Seeb zu unserem ersten Quartier, dem Al Sawadi Beach Ressort (http://www.alsawadibeach.com/), ein nettes aber teures Hotel (80 Euro). Vielleicht etwas abseits, dafür aber in einer wirklich schönen Gegend gelegen und sehr beliebt bei Tauchern. 

 

Die Hotelanlage liegt in der Batina-Ebene, eine flache Landschaft die sich von der Hauptstadt Maskat entlang der Küste bis an die Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten im Nordwesten erstreckt. Knapp 40 Minuten dauert die Fahrt vom Flughafen zum Al Sawadi Beach Hotel. Bei der Ankunft war es noch dunkel und wir konnten unsere Zimmer noch nicht beziehen. Also genossen wird den Sonnenaufgang über dem Golf von Oman und nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kleinen Nickerchen ging’s dann endlich ins Gelände, oder besser gesagt in die Wüste.

Bunopus tuberculatus

Bunopus tuberculatus

 

Über die hohe Artenvielfalt im Oman wussten wir Bescheid, hatten anfangs jedoch nicht erwarten, dass wir viele der hier vorkommenden Arten auch wirklich sehen werden. Berichte über Exkursionen im Internet wie z.B. http://oiseauxprovence.free.fr/Page-reptiles-oman-emirats.htm waren nicht wirklich erfolgreich und auch unser Wissen über das Land, Klima und Lebensräume etc. war eher bescheiden.

 

Unser erster Fund, unter einem Stein gleich neben der Hotelanlage, war ein nachtaktiver Sandgecko, Bunopus tuberculatus. Dieser Gecko ist häufig in dieser sandigen, mit Sträuchern durchsetzten, Landschaft. Wir fanden ihn freilaufend hauptsächlich nachts und tagsüber vor allem unter Steinen, Holzplatten oder Müll.

Etwas abseits der Straße, auf durchwegs feinsandigem Untergrund fanden wir zwei sympatrisch lebende Eidechsenarten. Die erste Beobachtung war Mesalina adramitana, eine kleine hübsche Eidechse, die wir im Verlauf unserer Reise immer wieder auf sandigem Boden fanden, aber in geringen Dichten. An der Kopfform ist diese Art von der hier dominierenden und viel schnelleren Eidechsegattung, Acanthodactylus, zu unterscheiden. In der Batina ist Acanthodactylus blanfordi vertreten, eine Art deren Verbreitung sich von Pakistan nach Persien und bis an die Nordküste des Oman erstreckt, wo sie dann an ihre südliche Verbreitungsgrenze stößt. Diese häufige und sehr flinke Eidechse huscht über den Sand von Strauch zu Strauch und verschwindet anschließend in Sandlöchern oder sucht den Schutz eines Busches.


Relativ weit vom Strand entfernt lag, halb mit Sand bedeckt,  ein älterer Carapax einer Suppenschildkröte, Chelonia mydas, die zu den häufigsten Meeresschildkröten an der Nordküste des Oman zählt. Auch den ersten Skorpion mit dem klingenden Namen Hottentotta jayakari konnten wir im steinigeren Bereich der Batina-Ebene finden. Rund ein Duzend anderer Skorpion Arten sollten im Lauf der Reise durch den Oman noch folgen.

Unsere nächste Station war ein Palmenhain in der Nähe der Ortschaft Al Sawadi, wo wir zum ersten Mal Pristurus rupestris, die häufigste Reptilienart im Oman, finden konnten. Dieser Taggecko ist in vielen verschiedenen Lebensräumen anzutreffen, deren Habitatvielfalt sich von der reinen Sandwüste bis hin zu felsigen Lebensräumen im Gebirge erstreckt. In diesem Palmenhain leben diese kleinen Geckos z.B. an den Stämmen der Dattelpalmen.


Unweit davon entfernt haben wir einen anderen Gecko unter einem Stein gefunden, höchst wahrscheinlich einen juvenilen Stenodactylus leptocosymbotes, eine nachtaktive Art. Er unterscheidet sich von anderen Arten seiner Gattung durch seinen typische Musterzeichnung am Schwanz mit 3-5 unregelmäßigen Streifen.

Nachmittags fuhren wir etwas ins Landesinnere in Richtung Rustaq. Am Weg dorthin wechselt das Landschaftsbild vom sandigen ins steinige und hügelige Habitat. Auffallend viele interessant aussehende Mantis waren aktiv, aber auch die ersten Dromedare konnten wir sehen, sie streiften durch die Gegend auf Nahrungssuche.

 

Die Zeit ab Mittag bis etwa 4 Uhr nachmittags war für die Suche nach Reptilien nicht so ideal, es war zu heiß. Diese Erfahrung von anderen Exkursionen traf auch auf den Oman zu. So kam es auch, dass wir unsere erste Schlange erst kurz vor Sonnenuntergang fanden, eine Sandrennnatter - Psammophis schokari. Insgesamt fanden wir 10 Exemplare dieser Art, es war die am häufigsten gefundene Schlange dieser Exkursion.

 

Ein langer aber sehr erfolgreicher Tag ging zu Ende. Jetzt mussten wir unseren Nissan Patrol, ein nicht gerade sparsames Auto, noch betanken. Dennoch, eine Tankfüllung von 80 Liter kostet im Oman nicht ganz 20 Euro. Die Mietkosten für 2 Wochen beliefen sich auf etwa 1000 Euro. Ein Mietauto dieser Art ist für den Oman empfehlenswert. Der Straßenausbau geht zwar seit der Regentschaft von Sultan Qaboos sehr rasch voran aber gerade das Fahren abseits der Asphaltstraßen ist sehr spannend. Zum Abendessen gab’s Fisch und im Hotel ein Bier. Bier gibt es im Oman ausschließlich in internationalen Hotels. Danach ging’s zufrieden ins Bett.


Tag 2 (05-Feb-2009): Die Berge hinter Muscat GPS

Bevor das Auto für die Abfahrt startklar gemacht werden konnte, machten wir noch schnell einen Blick unter eine Holzplatte die im Gestrüpp neben dem Parkplatz lag. Die darunter liegende Psammophis schokari  war leider etwas schneller. Die Sandrennnatter ist die schnellste Schlange im Oman, so konnten wir von 10 Beobachtungen nur die Hälfte erwischen.

Auf dem Weg nach Muscat, direkt neben der Stadtautobahn befindet sich die im Jahr 2001 neu errichtete Sultan Qaboos Grand Mosque. Diese Moschee ist die einzige Moschee die auch für Nicht-Muslime zugängig ist (von Sonntag bis Donnerstag). Wir besuchten dieses spektakuläre Gebäude und waren fasziniert von den Dimensionen, großartigen architektonischen Details und den rundum blühenden Gärten.


Sultan-Qaboos-Grand-Mosque

Sultan Qaboos Grand Mosque


Muscat, die Hauptstadt des Omans, ist aber im Vergleich zum benachbarten Mutrah und seinem Einzugsgebiet, ein kleines Dorf. Das ca. 50km lange Gebiet entlang der Küste von Seeb bis zu Altstadt Muscat wird die „Capital Area“ genannt. Es ist mit seiner modernen Infrastruktur die am höchsten entwickelte Region des Oman. Hier leben an die 700.000 Menschen, das entspricht etwa einem Viertel der omanischen Bevölkerung. Dort wo sich die Berge erheben enden diese Siedlungen abrupt.


Die Hügel und Berge hinter Muscat gehören zum Ost-Hajar-Gebirge, wo wir dann auch unseren ersten Stop hatten. In einem kleinen Wadi mit sehr wenig Vegetation und ohne Oberflächenwasser konnten wir anfangs nichts finden, außer vereinzelt Pristurus rupestris. Eigentlich war es die ideale Tageszeit für eine angenehme Suche. Die Temperatur lag am Morgen meist über 18 Grad und stieg dann in einen Bereich von 25-27 Grad während der heißesten Tageszeit (ab Mittag bis etwa 16 Uhr nachmittags). Am Nachmittag entwickelte sich dann ein angenehmer kühler Wind. Normalerweise ist die Zeit von Dezember bis März die regenintensivste Zeit im Oman, mit durchschnittlich 2 Regentagen im Monat. Die Einheimischen erklärten uns, dass wir mehr Schlangen sehen würden, wenn das Wetter besser sei. Sonne, warm und trocken, was soll sich an dem Wetter noch verbessern? Es stellte sich aber bald heraus, dass die Omani von Tagen mit gutem Wetter sprachen an denen nicht die Sonne vom Himmel brannte.

 

Schließlich fanden wir dann doch einige der Sinai-Agamen - Pseudotrapelus sinaitus, unter anderem ein schönes Männchen, das fast am ganzen Körper blau gefärbt war. Fühlen sich diese Tiere gestört verlieren sie diese Blaufärbung relativ rasch.

Am Nachmittag fuhren wir weiter in Richtung Osten in ein viel versprechendes Wadi. Das Wadi hatten wir sehr intensiv abgesucht, aber auch hier konnten wir in den Nachmittagsstunden kaum Reptilien finden. Als Entschädigung gab es im Wadi einige Pools zur Erfrischung.

 

So fuhren wir zurück ins Zentrum von Muscat, das zwar 2006 von der UNESCO zur Kulturhauptstadt erklärt wurde, aber außer ein paar Museen und dem Sultanspalast hinter hohen Mauern und gut bewacht, nicht wirklich einen Besuch wert ist. Abends besuchten wir noch den Markt (souq) von Mutrah. Zuvor versuchten wir unser Glück direkt hinter Muscat, wo ein Wadi durch eine riesige Staumauer abgetrennt wird. In den Pools über hinter dem Damm, in einer engen Schlucht, fanden wir viele Kaulquappen und schließlich einige adulte Bufo dhofarensis, die weniger verbreitete der beiden Krötenarten im Oman. Bufo dhofarensis ist eine nachtaktive Art und besiedelt sehr trockene Gebiete. Diese Art unterscheidet sich von der Arabischen Kröte durch ihr großes Trommelfell.

 
Unser Abendessen hatten wir in einem lokalen Restaurant, eines der unzähligen, welche von Indern oder Pakistani geführt werden. Verglichen mit den Preisen in einem Hotelrestaurant kann man in kleinen lokalen Restaurants um etwa ein Viertel der Kosten, teilweise auch besser und üppiger, speisen. Alkohol ist allerdings auf internationale Hotels beschränkt und teuer. Nach einem Gute-Nacht-Bier fanden wir einige Hemidactylus flaviviridis an den Wänden unseres Hotels in der Nähe von Lampen. Wie sich später anhand der Fotos herausgestellt hat, hatte Christoph diese Art bereits am Morgen im Garten der Moschee gefunden. In der Nähe des Hotels fanden wir noch einen weiteren Stenodactylus leptocosymbotes.


Tag 3 (06-Feb-2009): Die Wadis der westlichen Hajar Berge  GPS

 

Zwischen den Ortschaften Awabi und Rustaq kann man einige sehr schöne Wadis erkunden, die alle Wasser führten und an einigen Stellen bildeten sich Pools mit herrlich angenehmen Wassertemperaturen. Zuerst fuhren wird das Wadi Abiyad in Richtung Süden entlang. Die Schotterstraße endete bald nach dem letzten Dorf, danach ging es im Flussbett mit dem Allrad weiter.

Am ersten Pool stoppten wir und fanden schon kurz danach Bufo arabicus. Diese tagaktiven Kröten sind im geeigneten Habitat allgegenwärtig, oft in hohen Dichten, sehr aktiv und meist unterschiedlich gefärbt. Die Kaulquappen teilten die Gewässer gelegentlich mit einigen Süßwasserfischarten (Cyprinidae: Garra bareimiae, Cyprinion microphtalmus).
 

Bufo-arabicus

Bufo arabicus


Auf dem Weg flussaufwärts zu den größeren Pools fanden wir eine beeindruckende aber harmlose Schlange, Platyceps rhodorachis. Diese schöne Schlange kann mit unseren Natrix Arten in Europa verglichen werden. Sie sind meist im Gewässer oder in Gewässernähe anzutreffen und sind spezialisiert auf Fische und Kaulquappen als Beute. Diese Art ist schnell und wendig, ein guter Schwimmer, kann aber auch gut über Felsen klettern. In diesem Wadi fanden wir ein adultes Exemplar und ein Jungtier. Insgesamt haben wir 8 Individuen gefunden. Auch andere Touristen und Einheimische berichteten über Begegnungen mit dem Wadi Racer, so die zutreffende englische Bezeichnung. Ein weiterer Pseudotrapelus wurde auf einem Felsen gesichtet und natürlich war auch hier wieder Pristurus rupestris allgegenwärtig.


Nach diesem sehr empfehlenswerten Marsch durch das Wadi nahmen wir, während der Hitze um die Mittagszeit, ein entspannendes und angenehmes Bad in den Pools. Danach ging es wieder die ca. 3 km retour zum Auto.


Auf der Rückfahrt blieben wir noch an einer Palmenplantage stehen, wo wir nur die Arabischen Kröten fanden. Wir entschlossen uns, obwohl es schon etwas spät, war das nächste Wadi zu besuchen. Das Wadi Bani Kharus, in dem die Katzennatter schon beobachtet wurde, führt nach Norden direkt an die höheren Berge der westlichen Hajar Gebirges. In diesem Tal sind die alten Bewässerungssysteme, die so genannten falaj, gut erhalten und noch immer im Betrieb. Sie sind ein Nachweis einer ehemaligen hoch entwickelten Kultur.

Als wir das hinterste Dorf in diesem Wadi erreichten fielen noch die letzten Sonnenstrahlen in das Tal. Hier hatten wir die Möglichkeit eine Paarung von Bufo arabicus zu beobachten und den knarrenden Rufen der Männchen zu lauschen. Während wir die Kröten beobachteten, machte Hannes eine der wichtigsten Beobachtungen dieser Reise, er stolperte über einen kleinen Skink in einer kleinen Grasfläche direkt am Wasser. Bis heute sind nur wenige Aufzeichnungen über Ablepharus pannonicus aus dem Oman bekannt, die meisten aus Wadis in höheren Lagen. Der Lebensraum war vergleichbar mit denen von A. kitaibelii, der in unserm Fall allerdings etwas kleiner, kaum ein Quadratmeter groß, war.


Zurück im Hotel fanden wir noch einen Hemidactylus turcicus parkeri, der jetzt auch als Hemidactylus robustus bekannt ist. Die größeren H. flaviviridis suchen sie die besten Plätze in der Nähe von Lampen und so wird H. turcicus in andere Lebensräume verdrängt wie Holzgerüste oder sogar Bäume. In der Nacht besuchten wir noch einmal die Stelle an der wir am ersten Tag die Psammophis schokari beobachtet hatten und fanden einen weiteren nachtaktiven Gecko, Bunopus spatalurus hajarensis. Dieser zeichnet sich durch seine helle Farbe mit braunen Querstreifen und Pünktchen in parallelen Längslinien, aus.
 




Tag 4 (07-Feb-2009): Der letzte Tag in der Bathina Ebene GPS

Nach dem Frühstück fuhren wir zu einem Ort namens Al Khod oder Al Khawd (südwestlich von Seeb), ein herpetologischer Hotspot. Mehrere Arten, wie z.B. Trapelus flavimaculatus oder Uromastyx leptieni, sind aus der Literatur bekannt. Wir stoppten in einem leicht hügeligen und steinigen Gebiet, wo wir gut eine halbe Stunden suchten. Neben den üblichen Pristurus rupestris fanden wir nur ein schön gestreiftes Weibchen von Psammophis schokari von ca. 1 m Länge. Etwas enttäuscht waren wir dann doch. Denn, obwohl das Habitat gut strukturiert und mit ausreichend Vegetation übersät war, fanden wir verhältnismäßig wenig Reptilien, egal ob unter Tags oder nachts.


Pristurus-rupestris

Pristurus rupestris


Mitten im Dorf Al-Khod suchten wir in einer Art Teich mit etwas Müll rundherum und fanden etliche Bufo arabicus unter Steinen sowie einen Chalcides ocellatus. Das Vorkommen dieser Skinkart entlang der Küste in der Batina-Ebene ist bekannt. Neben den Kröten fanden wir auch einige Skorpione (Hottentotta jayakari), die auf Regenwürmern in diesem feuchten Gebiet lauern.


Nicht weit entfernt von Al-Khod, wo das Wadi Samail dem Al-Hajar-Gebirge vorgelagert ist, versuchten wir ein weiteres Mal Trapelus und Uromastyx zu sehen. Auch diesmal glücklos und so fanden wir nur einen juvenilen Pseudotrapelus sinaitus sowie mehrere Kröten. Auch ein Tratsch mit Einheimischen brachte keinen Hinweis wo, wie und wann wir Uromastyx finden könnten. Das lag aber vermutlich an den Verstädigungsschwierigkeiten. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass alle Omanis immer sehr freundlich und sehr interessiert uns gegenüber waren.

Etwas enttäuscht haben wir beschlossen wieder in Richtung Strand zu fahren wo wir uns wieder einen Palmenhain, in der Nähe von Seeb, ansahen.  Dort fanden wir, wie nicht anders erwartet, Acanthodactylus blanfordi und das in hoher Dichte. Beim Versuch einen riesigen Betonblock anzuheben, zischte eine große Psammophis schokari blitzschnell ins nächste Gestrüpp ab. Es war wieder ein Exemplar mit schöner Streifenzeichnung. Leider gelang es uns nicht ein Foto zu schießen.


Ein etwas enttäuschender Tag bis jetzt und so beschlossen wir in einem kleinen lokalen Restaurant etwas zu essen. Das Huhn war wirklich hervorragend, nur Hannes verweigerte es.  Am selben Abend beschlossen Chris, Gerald und Thomas noch einen nächtlichen Abstecher in die sandigen Hügel in der Nähe des Hotels. Hannes und Werner genossen den lauschigen Abend bei Bier am Hotelpool. An den Wänden des Hotels konnten wir gleich einige Hemidactylus flaviviridis und Hemidactylus turcicus für ein Fotoshooting am nächsten Morgen einsammeln.

Die Nachtexkursion, sowie die folgenden, waren sehr lohnend. Gerald fand eine Mesalina adramitana unter einer Holzplatte und mehrere herumlaufende Stenodactylus leptocosymbotes, die hörbar ihr Territorium durch Piepsen markierten oder verteidigten. Interessant auch die Beobachtung einer brüteten Lerche in ihrem Nest im Buschwerk. Schließlich hat Chris noch einen Lytorhynchus diadema auf einem sandigen Hügel gefunden.  Diese grabende Schlange ernährt sich von nachtaktiven Geckos wie Stenodactylus und Bunopus. Zu diesem Zeitpunkt waren wir der Auffassung, dass dieser Fund zum Höhepunkt dieser Reise zählte, da laut Literatur bislang nur sehr wenige Exemplare nachgewiesen worden waren. In Summe fanden wir 8 Stück von  Lytorhynchus diadema, aber mehr dazu später…




Tag 5 (08-Feb-2009): Über die Berge nach Nizwa GPS

Der direkte Weg nach Nizwa führt über eine Autobahn vom Flughafen Seeb in Richtung Süden. Es ist aber auch möglich über den Jebel Akhdar auf einem steilen und steinigen Weg nach Nizwa zu gelangen, allerdings nur mit einem Allradauto. Es war keine Frage für welche Strecke wir uns entschieden und so brachen wir an diesem Tage sehr früh und ohne Frühstück in Richtung Nizwa auf.


In der Nähe von Rustaq fuhren wir in das Wadi Shatan, wo wir wussten, dass mehrere Gecko-Arten der Gattung Asaccus gefunden wurden. Da wir keine Nachtexkursion in den Bergen machten, konnten wir aber diese Geckoarten hier nicht finden.


to nizwa

Wadi Shatan


Ein kurzer Stopp an einer Oase im Wadi Shatan und wir fanden eine weitere neue Art – Mabuya tessellata – einen schön gezeichneten Skink von mittlerer Größe der durch das Laub am Boden lief. Neben etlichen Arabischen Kröten flitzten auch hier wieder die allgegenwärtigen Pristurus rupestris über die Felsen. Im hinteren Abschnitt des Tals, in einem kleinen Wadi, suchten wir nach der Omaneidechse, aber ohne Erfolg. Leider blieb für eine ausgedehnte Suche an dieser Stelle keine Zeit, da wir noch einen längeren Weg zu unserem Hotel in Nizwa vor uns hatten.


Je weiter wir Richtung Süden fuhren umso spektakulärer wurde die Landschaft, die Straße wurde mühsamer zu befahren und vor allem steiler, bis sie plötzlich endete. Wir hatten uns verfahren, was in diesem Gebiet eigentlich ganz einfach ist. Also fuhren wir wieder retour bis in ein kleines Dorf und erkundigten uns nach dem Weg nach Nizwa. Glücklicherweise trafen wir auf den Dorflehrer, der uns sehr hilfreich einen genauen Lageplan der Wege, durch die alte Oase Ballad Seed, dann weiter nach Hat und schließlich über ein paar steile Straßen über die Berge, aufzeichnete.  Als wir uns verabschiedeten, kam uns das hämische Grinsen seiner Schüler etwas merkwürdig vor, aber trotzdem folgten wir seinen Anweisungen.

 

Die Straße führte schließlich mitten durch einen Fußballplatz im Nirgendwo, durch steile Schluchten und Täler und über steile Bergstraßen. Das teilweise etwas mulmige Gefühl „Wos mochma wenn des Auto do jetzt eingeht? (Was machen wir wenn das Auto kaputt wird)“ wurde aber Großteils durch den fantastischen Ausblick auf die wunderbare Gebirgslandschaft verdrängt. Auch hatten wir das Glück, Schmutzgeier, die knapp über unsere Köpfe flogen, zu beobachten. Die Fahrt durch die Berge ist sicherlich ein echtes Abenteuer und ja, das Auto hat auch durchgehalten. Es empfiehlt sich allerdings, genügend Zeit einzuplanen und möglichst eine detaillierte Karte mitzunehmen.

Kurz bevor wir den höchsten Punkt in einer Höhe von 2000 m erreichten, hielten wir kurz an, um ein paar Landschaftsbilder zu machen und fanden eine weitere Art, Pristurus celerrimus, der große Bruder von Pristurus rupestris. Beide besiedeln gleiche Lebensräume, wie zum Beispiel große Felsblöcke, wobei sich P. celerrimus sich eher auf den oberen Teilen der Felsbrocken aufhält und P. rupestris in der Nähe des Bodens lebt. Ein typische Merkmal von P. celerrimus ist der weiß gestreifte Schwanz.

Nachdem der Pass überquert war, veränderte sich die Landschaft gravierend. Die Flanken der Hügel waren flach, es fehlten die Wadis und die Straße war ab jetzt wieder asphaltiert. Wir erreichten somit schnell die Ebene auf der südlichen Seite des Jebel Akhdar Gebirges. In Al-Hoota wollten wir uns die Höhlen, die bekannt sind für ihre pigmentfreien Cyprinidae, ansehen. Leider wurde die Bahn, die die Besucher zur Höhle führen soll, gerade gewartet. Es gab die Möglichkeit zu Fuß vom Besucherzentrum zur Höhle zu gelangen. Ok, wir fuhren weiter und suchten in den späteren Nachmittagsstunden die Ebene der Umgebung etwas ab, aber leider ohne irgendetwas zu finden.
 
Am Abend erreichen wir unser Hotel in Nizwa, das Al-Diyar Hotel Nizwa (http://www.aldiyarhotel.com/). Nach dem Check-in sprangen wir in den Pool und wie auch wir genossen noch ein paar Skinke - Mabuya tessellata - an der Hotelmauer die Abendsonne. Einer von uns war etwas überrascht von der Tatsache, dass es in diesem Hotel kein Bier gab - guess who?!


Ein kurzer Besuch des wirklich schönen Zentrums von Nizwa, und das bei Vollmond, beenden diesen interessanten Tag. Das helle Mondlicht war viel versprechend für die bevorstehenden Nachtausflüge!

 




Tag 6 (09-Feb-2009): Richtung Saudi Arabien GPS

In der Nähe von Nizwa gibt es noch einige alte Oasen. Eine dieser ist Manah, knapp 20 km südlich von Nizwa. Das Baumaterial der alten Häuser und der Stadtmauer ist Lehm. Durch den fortgeschrittenen Verfall ist es zu gefährlich, ins Zentrum dieser Lehmstadt zu gelangen, was auch verboten ist, da dieser Stadtteil mittlerweile unter Schutz gestellt wurde. Es ist aber möglich, entlang der Mauern die Stadt zu umrunden und sich einen Eindruck über die damalige Hochkultur zu verschaffen.

 

Auch einige Reptilien finden zwischen den Ritzen der desolaten Mauern ihren Unterschlupf. Hier fanden wir eine ganz seltene Art der Gattung Pristurus, Pristurus gallagheri, der wie der größere Bruder des P. rupestris aussieht. Nicht weit entfernt davon, unter Müll, fanden wir Mabuya tessellata. Wir beschlossen diese, Stelle ein weiteres Mal zu besuchen, nämlich nachts.


camel

Ausläufern der Rub Al-Khali Wüste


Wir fuhren weiter in Richtung Südwesten, um einen Blick auf Öltürme zu werfen, dort wo sie auf unserer Karte eingezeichnet waren. Allerdings hat sich dann herausgestellt, dass diese Ölförderanlagen doch gut 300 km weiter südlich sind, und so entschlossen wir uns, etwa 100 km von Nizwa entfernt, umzudrehen und an guten Stellen zu stoppen, um nach Reptilien zu suchen.

 

An der ersten Stelle, wo die weitläufige Kies-Ebene von einem schmalen Streifen mit verfestigtem Sand gekreuzt wird, fanden wir einen jungen Acanthodactylus opheodurus mit seinem typischen roten Schwanz. Diese Echsen bewohnen den gleichen Lebensraum wie A. blanfordi in der Batinah-Ebene. Großflächige, harte Sand-Lebensräume werden hauptsächlich von erwachsenen Tieren genutzt. Wir haben uns immer wieder gefragt, wo wir junge Acanthodactylus finden würden. Dieser Fund könnte darauf hindeuten, dass Jungtiere auf suboptimale Lebensräume „vertrieben“ werden.

 

Auf diesen großflächigen Sandflächen war diese Art sehr häufig, trotzdem nicht einfach zu fotografieren. Wenn sie flüchten, und das tun sie relativ schnell, dann meist zur nächsten Struktur, die Schutz bietet. Aussehen und Verhalten sind sehr ähnlich dem Acanthodactylus blanfordi. Die Rückenzeichnung, aus Längsstreifen und in Reihen angeordneten Punkten, ist bei Acanthodactylus opheodurus kontrastreicher. Im selben Habitat fanden wir auch noch den nachtaktiven Bunopus tuberculatus, tagsüber allerdings nur in seinen Verstecken bzw. selten auch im Schatten.  A. opheodurus war eindeutig das häufigste Reptil an mehreren Stellen in diesem Gebiet. An einer Stelle fanden wir auch Mesalina adramitana und zum ersten Mal einen Pristurus minimus. Diese kleine Geckoart ist im Bereich um Nizwa selten zu finden, dafür weiter östlich sehr häufig.


Dieser Teil des Omans ist sehr trocken und es gibt fast keine Vegetation mehr. Die Straße führt weiter in südwestlicher Richtung zu den Ausläufern der Rub Al-Khali, der größten Sandwüste der Welt. Umso mehr waren wir überrascht, als wir ein Wasserloch in einem kleinen Tal fanden. Neben uns näherte sich auch ein durstiges Dromedar dem kleinen Wasserloch. Als es zu trinken begann, dachten wir schon, dass diese Wasserstelle bald der Vergangenheit angehört. Immerhin es blieb noch etwas Wasser zurück für die Bufo dhofarensis die sich in der Pfütze aufhielten. Diese Kröte ist dafür bekannt, dass sie sehr viel trockenere Lebensräume als Bufo arabicus besiedelt. Entlang dieses Tals wuchsen einige Akazien und auf den Felsen waren P. rupestris und Bunopus spatalurus zu sehen.


Am Weg zurück nach Nizwa hielten wir noch kurz in der alten Oasenstadt Bahla, deren alte Festung Hisn Tamah zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. In Nizwa besuchten wir an diesem Abend noch den alten Souk. Die älteren Menschen dort konnten mit Österreich sogar etwas anfangen, galt doch der Maria-Theresien-Thaler - nach der österreichischen Kaiserin benannt – bis 1970 als Zahlungsmittel im Oman. Die heutige Währung, der Omani Rial wurde durch den Sultan Qabus ibn Said eingeführt.

 




Tag 7 (10-Feb-2009): Das Sayq Plateau GPS

Nizwa war der Ausgangspunkt zu unserem Ausflug auf das Sayq Plateau im östlichen Jebel. Wir starteten sehr früh am Morgen und fuhren über Birkat Al, wo am Fuße der Passstraße jedes Auto durch die Polizei kontrolliert wurde. Neben Passkontrolle wurde auch der Zustand des Autos kurz überprüft. Nur 4WD Autos durften passieren und wir wurden gebeten nur im ersten Gang den Berg hinauf zu fahren. Uns erschien diese Art der Kontrolle etwas ungewöhnlich, es war auch das einzige Mal dieser Art im Oman. Da in jedem Reiseführer darauf hingewiesen wird, werden vermutlich so die unerfahrenen Fahrer davon abgehalten selber auf das Plateau, über die teilweise steile Bergstraße, zu fahren.

Sayq-Plateau

Pristurus rupestris

 

Wir hatten kein bestimmtes Ziel vor Augen, also fuhren wir etwas planlos auf dem Sayq Plateau herum und kamen schließlich nach Menalhar, ein kleines Dorf mit etlichen Walnussbäumen und einigen Weinstöcken im Umfeld. Die Bewohner solcher kleinen Bergdörfer sind nicht an Tourismus gewöhnt und folglich werden Touristen gebeten, sich den Gegebenheiten entsprechend zu kleiden und sich zu benehmen.


Qatana, das Hauptdorf der Hochebene, bietet einen kontrastreichen Streifzug zwischen alter und moderner traditioneller Bauweise. Hier entstand in jüngster Zeit viel neue Infrastruktur, neu errichtete Wohnanlagen und Bürogebäude. Nicht weit von diesem Dorf entfernt gibt es einen wunderbaren Aussichtspunkt, den Diana’s point, benannt nach Prinzessin Diana, die diesen Platz kurz vor ihrem Tod besucht haben soll. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Terrassengärten am gegenüberliegenden Steilhang.


Selbstverständlich suchten wir auch hier in den Bergen nach Reptilien, aber wir waren nicht wirklich erfolgreich. Das häufigste Reptil war wieder einmal Pristurus rupestris, der hier die unterschiedlichsten felsigen Habitate besiedelt. Auch hier ist Pristurus rupestris eher in den unteren Bereichen von Felsblöcken zu beobachten, wogegen Pristurus celerrimus auch höher klettert. Ein weiterer Unterschied, der uns auffiel, ist, dass P. celerrimus mit seinem Schwanz horizontal wedelt. In einem Wadi sahen wir zum ersten Mal eine juvenile Omaneidechse - Omanosaura jayakari, die wir eigentlich schon in den nördlichen Wadis des Hajar Gebirges erwartet hatten. Kein sehr guter Tag bis jetzt, denn es gelang uns nicht ein einziges Foto zu schießen. Am Weg zurück zum Auto fand Hannes eine große, gut getarnt in einem Busch sitzende Stabheuschrecke.


Aus höheren Lagen des Hajar Gebirges ist das Vorkommen von Pseudocerastes persicus bekannt, aber wir konnten keine Schlange in den Bergen finden.  Auch vom Vorkommen der Gattung Asaccus wussten wir Bescheid. Immerhin 3 der 4 Arten sollen im Bereich der Jebel Akhdar Region vorkommen. Vermutlich hätten wir in den Bergen und den Wadis eine Nachtexkursion machen müssen, um auf diese Arten zu treffen, denn untertags fanden wir keine.


Nachdem wir noch einige wunderbare Blicke über die Bergketten genossen haben, fuhren wir wieder zurück. Auf der Strecke zwischen Muscat und Nizwa besuchten wir noch ein Wadi am östlichen Rand des westlichen Hajar Gebirges. Das Wadi Qurai ist eines von drei Wadis, die ihren Ausgangspunkt entlang dieser Straße haben. Mit dem Auto kann man nur an den Eingang des engen Wadis fahren, anschließend muss man zu Fuß weiter gehen. Dabei mussten wir über eine schmale Falajbrücke bzw. entlang der schmalen Bewässerungsrinnen balancieren, um weiter in das mit riesigen Felsblöcken verlegte Wadi zu kommen. Ein junger Bursch mit einem Gewehr eskortierte uns anfangs und erzählte uns, er sei auf der Suche nach Wildziegen und außerdem will er seine Hausziegen und Schafe vor dem seltenen Leoparden beschützen.  Unser Escortjunge zeigte uns auch verfallene Häuser im Wadi, erklärte uns das Wadisystem und andere für uns kaum erkennbare kulturelle Relikte der Vergangenheit. Es war nicht das einzige Mal, dass wir auf bewaffnete Omani trafen, möglicherweise ein Grund für die Seltenheit von großen Säugetieren?! 


Auf jeden Fall war der Besuch dieses Wadis ein Höhepunkt, weil Gerald eine der sehr seltenen Kleinen Omaneidechsen - Omanosaura cyanura - fand. Wir beobachteten wie versteinert diese sehr scheue und nervöse Eidechse und nach einer Weile gelang es dann endlich, ein brauchbares Foto zu machen. Das Verhalten erinnert an die europäischen Felseneidechsen, die ebenfalls zwischen Felsspalten umher huschen.


Während wir so warteten, bis die Kleine Omaneidechse wieder aus einer Spalte herauskam, konnten wir unmittelbar daneben eine Mabuya tessellata beobachten, die die letzten Sonnestrahlen nutzte. Gerald machte auch in der Zwischenzeit das erste Foto einer Großen Omaneidechse - Omanosaura jayakari. Beim Rückweg sahen wir einen großen und einen jungen Wadi Racer - Platyceps rhodorachis. Selbstverständlich war auch wieder Pristurus rupestris omnipresent. Mit Sicherheit können wir sagen, dass dieser Abstecher in das Wadi Qurai einer der Höhepunkte während unserer Reise war.

 




Tag 8 (11-Feb-2009): Das Jebel Shams Hochland GPS

Am nächsten Tag entschlossen wir uns, das zweite Hochplateau westlich des Jebel Shams sowie den über 3000 Meter hohen Gipfel selbst zu besuchen. Unterwegs stoppten wir noch kurz in der Ebene vor dem Jebel Akhdar–Massiv und staunten nicht schlecht, als wir etwas abseits der Straße auf einen frühstückenden Radtramper aus Deutschland mitsamt Zelt trafen. Es stellte sich heraus, dass er sich mitten in einer Tour durch die Emirate und den Oman befand und sein nächstes Ziel an diesem Tag ebenfalls der Jebel Shams war – ein, in Anbetracht des vielen Gepäcks sowie der wartenden 2000 Höhenmeter (..ganz zu schweigen von den Temperaturen..), beachtliches Vorhaben!

Jebel-Shams

Straße auf das Jebel Shams Plateau

 

Kurz vor Beginn der Passstraße legten wir noch einen zweiten Zwischenstopp bei den wirklich sehenswerten Ruinen der Ortschaft Ghul ein. Die Häuser dieses Dorfes wurden, perfekt dem felsigen Untergrund angepasst, an den Hang „angeschmiegt“ und verschwimmen somit schon aus kurzer Entfernung betrachtet mit dem Berg. Am Hangfuß unterhalb Ghuls befinden sich dem Anschein nach sehr fruchtbare Böden, die auch jetzt noch bewirtschaftet werden.

 

Schließlich weiter oben in den Bergen angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einer sehr seltenen Schlange, welche angeblich nur in den hohen Bereichen dieses Gebietes vorkommt - Pseudocerastes persicus persicus. Bis jetzt wurden nur wenige Exemplare gefunden und leider gelang auch uns, trotz einiger Suche, kein Nachweis. Stattdessen gab es einige unter anderem auch auf Bäumen recht agile Ziegen, sowie, die Herpetologie betreffend, nur Pristurus rupestris.


In Anbetracht dieser doch eher bescheidenen Ausbeute fuhren wir weiter zu einigen Aussichtspunkten westlich des Jebel Shams und genossen den wirklich herrlichen Ausblick in die höchsten Berge des Hajar-Massives. Direkt an diesen Aussichtspunkten waren auch einige kleine „Verkaufsstände“, wo man Andenken wie kleine Anhänger oder verschiedenste Schafswoll–Handarbeiten, aber auch Fossilien kaufen konnte.
Leider gelang es uns schlussendlich nicht, den Gipfel des höchsten Berges des Omans, den Jebel Shams (die Höhenangaben schwanken zwischen 2,980 und 3,075m), zu erklimmen, da er sich in einem militärischen Sperrgebiet befindet und uns die Fahrt dorthin von Soldaten verwehrt wurde.


Wieder auf der Rückfahrt wurden wir während eines längeren Stopps von Einheimischen eingeladen, ihre Gärten sowie ein unterirdischen Falaj–System zu besichtigen. Die Höhlen waren ziemlich eng, und so war nach einigen Metern kein Vorankommen mehr möglich. Trotzdem schafften wir es noch bis in die komplett dunklen Teile, wo einige Fische zu finden waren. Nicht vorbereitet auf diesen Höhlentrip und folglich auch ohne Netz blieben diese leider unbestimmt. In den Gärten fanden wir noch Bufo arabicus. Trotz der Information der Bauern, dass es hier viele Schlangen gäbe, trafen wir leider kein einziges Reptil, möglicherweise, weil die Nachmittagszeit nicht optimal war, um aktive Tiere beobachten zu können.


Auf Werners Drängen nach diesen eher bescheidenen Erfahrungen in den steinigen und felsigen Gebieten fuhren wir wieder zurück in die sandigeren Gegenden bei Manah. Dort fanden wir  ein paar Acanthodactylus opheodurus sowie Bunopus tuberculatus – und auch unseren ersten großen Acanthodactylus boskianus. Leider gelang nur ein sehr schlechtes Bild, das Tier war einfach zu schnell und verschwand dann schließlich unauffindbar in einem Busch. An Anbetracht dieses vielversprechenden Habitats – locker bebuschter und verdichteter sandiger Boden mit vielen Kleinsäuger- sowie Insektenbauten beschlossen wir, nach dem Abendessen nochmals zurück zu kommen.

 

Gesagt, getan – via GPS gelang es uns, den Platz wieder zu finden. Was zwar am Tag eine leichte Übung darstellt, aber in der Nacht, speziell in Gegenden mit wenigen Anhaltspunkten trotz GPS eine ziemliche Sucherei sein kann. (Tipp am Rande: Gebiete für Nachtexkursionen immer zuerst tagsüber genau auskundschaften!). Ausgerüstet mit den Strahlern suchten wir speziell bei Büschen nach Tierspuren und so dauerte es nicht lange bis uns jeweils ein Individuum von Stenodactylus leptocosymbotes und Bunopus spatalurus durch die Lichtkegel kroch. Kurze Zeit später meldete Christoph plötzlich via Funkgerät den Fund einer Schlange. Der Rest der Exkursionstruppe machte sich natürlich sofort zu dem Fundpunkt auf und schließlich wurde das Tier als eine juvenile Diademnatter (Spalerosophis diadema cliffordi) identifiziert. Diese Schlange war im Oman nur selten beobachtet worden, was möglicherweise auch in der versteckten Lebensweise begründet liegt – jedenfalls war dieses schöne Tier ein wirkliches Highlight!


Nur Minuten später funkte Gerald den Fund einer Sandrasselotter durch. Die sandigen Gebiete werden von der (Unter-)Art Echis carinatus sochureki besiedelt – im Gegensatz dazu kommt Echis omanensis in steinigen Habitaten, wie beispielsweise Wadis in den Hügelländern, vor. Die Schlange war ca. 35 cm lang und lag unter einem Stein, welchen wir bei unserer nachmittäglichen Exkursion schon einmal umgedreht hatten!


Nach diesen tollen Funden fuhren wir noch in das alte Zentrum von Manah. In den alten Stadtteilen waren an den Mauern einige Ptyodactylus hasselquisti – eine flinker nachtaktive Geckoart – unterwegs, allerdings gelang es trotz einiger Versuche nicht ein Tier vor die Linse zu bekommen. Stattdessen erwischten wir noch einen an einer unverfugten Mauer schlafenden Pristurus gallagheri.


Da es mittlerweile sehr spät war und am nächsten Tag eine weite Reise bevorstand, war es auch der letzte Fund dieses Tages und wir entschlossen uns, die Fahrt Richtung Bett anzutreten.


Nach diesen beeindruckenden Beobachtungen in der Nacht waren wir  auf jeden Fall wunschlos glücklich!

 




Tag 9 (12-Feb-2009): Von Nizwa in die Wahiba Sands Wüste  GPS

Am frühen Morgen brachen wir die Zelte in Nizwa ab und fuhren noch einmal an die Stelle, wo wir die Nacht zuvor gesucht hatten, um dort Fotos der gefundenen Reptilien und Geckos zu machen. Thomas war gerade damit beschäftigt, einen entwischten Gecko in einem Busch wieder zu finden als er plötzlich stattdessen eine weitere Sandrasselotter - Echis carinatus – im Gestrüpp aufstöberte. Im Nachhinein war er sehr froh, dass er dicke Handschuhe getragen hat, denn die etwa 45 cm lange Echiswar ziemlich aggressiv.

 

wahiba sands

Wahiba Sands


Nachdem alle Funde fotografiert waren, brachten wir sie wieder an die Fundstelle zurück und versuchten ein weiteres Mal, einen Acanthodactylus boskianus zu finden. Wir hatten Glück und es tauchte ein großes Männchen auf, vermutlich das gleiche Tier wie am Vortag. Und wieder entwischte es in ein Loch in einem Busch. Ein paar Minuten mussten wir graben, doch schließlich konnten wir auch von A. boskianus einige Fotos machen. Thomas wurde dabei in den Mittelfinger gebissen und dieser blieb bis Ende der Reise deutlich geschwollen. Auch noch einige Monate danach war noch eine leichte Schwellung zu erkennen, aber ohne Schmerzsymptomatik. Ein paar Kilometer weiter fanden wir einen weiteren juvenilen A. boskianus, dessen Schwanz war oberseits bläulich und auf der Unterseite rötlich gefärbt.


Nach einer längeren Fahrt erreichten wir die die Ortschaft Al Wasil an der nördlichen Grenze der Wahiba Sands Wüste. Bis zum Treffen mit unseren Guides blieb uns noch Zeit, um einen kurzen Abstecher in die Sandwüste zu machen. Sofort merkten wir, dass der Reifendruck viel zu hoch für eine Fahrt durch den Sand war, und so entschlossen wir uns wieder zurück in die Nähe der Stadt zu fahren. Dort spazierten wir neben der Straße, vermutlich in einem ehemaligen Garten, der von der Sandwüste zurückerobert wurde, herum und sahen viele Spuren im Sand von div. Reptilien. Da wir die Spuren nicht zuordnen konnten und zu dieser Tageszeit keine Arten aktiv waren, nahmen wir uns vor, nach unserem Wüstenausflug zum Wahiba Sands Adventure Camp diese Stelle ein weiteres Mal aufzusuchen.


Gegen 15 Uhr trafen wir am vereinbarten Treffpunkt auf die Guides. Nachdem der Luftdruck der Reifen reduziert wurde, machte sich der Touristentross mit etwa 15 Jeeps auf den Weg in die Wahiba Sands. Auf halben Weg zum Camp hielten wir in einem Normadenlager auf eine Tasse Tee, Datteln und den obligatorischen Kamelritt. Am späteren Nachmittag erreichten wir unser Lager mitten in der Sandwüste. Die Landschaft ist schon sehr beeindruckend und erstaunlicherweise gedeihen mitten aus dem Sand noch vereinzelt Pflanzen, sogar Bäume wuchsen in einem großen Tal.


Obwohl sehr touristisch, genossen wir den Ausflug ins Camp. Für etwa 60 Euro pro Person wurde man neben der Übernachtungsmöglichkeit auch mit lokalen Speisen versorgt. Natürlich haben wir sofort begonnen, die Umgebung des Camps abzusuchen. Thomas fand unsere erste Krötenkopfagame - Phrynocephalus arabicus, die plötzlich wie aus dem Nichts aus dem Sand auftauchte und ebenso schnell wieder verschwand. Es ist eine sehr schöne Echse mit einem rötlichen Kopf, die meist sehr gut getarnt fast zur Gänze im Sand vergraben lauert.


Vor lauter Faszination kann man in der Wüste leicht die Orientierung verlieren. Hat man einige Dünen überwunden und der Wind die Spuren bereits wieder verweht, kann es schon mühsam werden wieder ins Camp zurückzufinden. Aber Dank GPS waren wir zum Nachmittagstee rechtzeitig zurück.


Einem Ausflug mit unserem Nissan 4WD über die Dünen konnten wir nicht widerstehen. Ein tolles Erlebnis, obwohl es möglich ist, versehentlich über Tiere oder Pflanzen zu fahren.


Als es dunkel wurde, machten wir uns, zur Verwunderung der anderen Touristen, mit unseren Taschenlampen wieder in die Dünen auf. Sehr interessant ist die anzutreffende Vielfalt von Wirbellosen. Wir haben zwei Arten von großen Spinnen - jede Hilfe ist willkommen um diese Arten zu identifizieren - und einen großen Skorpion gefunden, vermutlich Apistobuthus pterygocercus. Sie waren auf der Jagd nach Mistkäfern und vielleicht auch jungen Geckos, wie Stenodactylus doriae. S. doriae fanden wir nur wenige obwohl diese Geckoart während der Nacht Geräusche von sich gab, die wir sogar in unserer Wüstencampunterkunft hören konnten. Wir fanden auch einige Spuren der Wüsten-Hornviper - Cerastes cerastes. Leider konnten wir auf unserer Reise kein Exemplar finden. In der Wüste konnten wir zwar keine Schlange finden aber es war uns gelungen, ihre bevorzugte Beute aufzuspüren, eine Rennmaus - Gerbillus cheesmani. Wir haben versucht der Wüstenrennmaus hinterherzulaufen, sie einzukreisen und sie zu ergreifen. Schließlich entkam sie leichtfüßig indem sie eine Düne hinauf huschte.

 




Tag 10 (13-Feb-2009): Von der Wüste an die Küste GPS

In der Stadt mussten wir zuerst wieder die Reifen aufpumpen, danach fuhren wir gleich in den sandigen Garten vom Vortag. Es war die beste Tageszeit zum Suchen. Und siehe da! Wir haben sofort mehrere Acanthodactylus schmidti gefunden, die typische und häufigste Fransenfinger Eidechse der Sandwüste. Diese schöne, orange gemusterte Eidechse war in den Dünen auf der Suche nach Beute. Wenn man ihr zu nahe kommt zischt sie in den nächsten Busch ab. Wir haben auch unsere ersten Sandfische - Scincus mitranus– in den Sandhügeln gefunden. 


Mehrere Jungtiere der Skinke konnten wir anfangs nur kurz beobachten. Es gelang uns nicht, auch nur einen dieser flinken Skinke zu fangen. Sie tauchen immer nur für einen kurzen Augenblick auf und vergraben sich sofort wieder an einer anderen Stelle. Wenn man dann beginnt vorsichtig danach zu graben, ist es schon zu spät; die Skinke „schwimmen“ durch den Sand und sind weg. Während wir, schon fast etwas verzweifelt, versucht hatten, die Skinke auszugraben, fanden wir stattdessen einen nachtaktiven Stenodactylus arabicus, einen Gecko mit Schwimmhäuten zwischen Zehen und Fingern. Das ermöglicht dem kleinen und zierlichen Gecko, sich besser über und durch den Sand zu bewegen. Schließlich ist es Gerald doch noch gelungen, einen wirklich großen Fisch aus dem Sand zu ziehen, nämlich einen wunderschönen gefärbten Sandfisch. Der Apothekersink, so wird er auch noch genannt, ist schön gezeichnet mit orangen Flankenstreifen und gelben Punkten auf der Oberseite. Jetzt konnten wir wirklich sehr zufrieden den Wahiba Sands den Rücken kehren.


Aber ganz abhaken wollten wir die Sandwüste noch nicht, denn einige Ausläufer der Wahiba Sands reichen bin an die Küste des Indischen Ozeans und dieses Gebiet war das Ziegebiet der letzten Tage. Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft in Ras al Hadd fuhren wir noch kurz in das Wadi Bani Khalid, eines der schönsten Wadis des Landes. Es war ein Freitag und wir konnten uns daher ausrechnen, dass viel los sein würde. So war es dann auch, aber es war auf jeden Fall einen Abstecher wert.


Wir hatten Glück, der große Ausflugsansturm hatte noch nicht voll eingesetzt, und so hatten wir die Möglichkeit, uns einige Pools anzusehen. Es gelang uns auch, einige Fische zu erwischen, leider keine Arten die für das NHM Wien interessant gewesen wären. An einem Felsen am Rande eines Pools fanden wir eine juvenile Omanosaura jayakari und wir entschlossen uns, diese für ein Foto zu fangen. Als Thomas sich der Eidechse näherte, flüchtete diese ins Wasser und schwamm zu einer kleinen Insel im Pool, wo wir sie dann gut fotografieren konnten. In der Zwischenzeit fanden auch die Anderen mehrere jugendliche Omaneidechsen an den umliegenden Felsen und je länger man sie beobachtete, desto zutraulicher wurden sie. Schließlich konnte man sich auf etwa einen Meter nähern und einige brauchbare Fotos schießen.


Mittlerweile hatten sich auch schon viele Omani und Gastarbeiter im Wadi rund um die Pools versammelt. Die Landschaft mit den großen falajes und riesigen Pools ist auch wirklich herrlich; sie erinnert vielleicht etwas an die Krka Wasserfälle in Kroatien. Wir schwammen im warmen Wasser der Pools und sprangen von den Felsen - eine willkommene Abwechslung zur trockenen und staubigen Wüste. Die einzige herpetologische Beobachtung in einigen kleinen Teichen war Bufo arabicus. Nach einigen Stunden der Erholung sind wir dann aufgebrochen und nach Ras Al Hadd gefahren, dem östlichsten Punkt der Arabischen Halbinsel.


Am Weg nach Ras Al Hadd kamen wir bei Sur vorbei. Sur ist die wichtigste Stadt im nord-östlichen Teil des Oman und war früher für seine Schiffsbauindustrie (Dhau) bekannt. Östlich der Stadt hielten wir an zwei Lagunen, die dafür bekannt sind, dass man hier sehr gut Vögel beobachten kann. Wir beobachteten mehrere Arten (leider gibt es keine Fotos), unter anderem einige Flamingos.


Am Abend erreichten wir Ras Al Hadd, ein kleines Dorf direkt am Meer. Unser Hotel, das einzige weit und breit wurde mitten im Nirgendwo zwischen der Lagune und dem Strand gebaut. Abgesehen von der Lage waren Komfort und das Essen (super Steaks!) sehr gut. Wir konnten auch zwischen 3 Biersorten wählen! Das Hotel wird hauptsächlich von Touristen besucht, die an einer geführten Tour zum größten Eiablageplatz von Chelonia mydas, der Suppenschildkröte, beim nahe liegenden Ras al Jinz teilnehmen. Etwa 30.000 Weibchen nisten auf einer Strecke von 30 Kilometer entlang des Strandes, der streng geschützt ist und nachts nur mit Guide betreten werden darf.  Mann muss damit rechnen, dass man sich ein paar Tage zuvor für eine Führung anmelden muss, also entschlossen wir uns, diese Tour am letzten Abend zu machen.

 




Tag 11 (14-Feb-2009): Entlang der Ostküste GPS

Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung nordöstlicher Küstengebiete. Da die steinigen Regionen nicht sehr ergiebig waren, konzentrierten wir uns auf sandige Stellen. Je weiter wir nach Süden gelangten, desto häufiger wurden die Dünen.

Pristurus rupestris kommt hier zwar noch vor, hat allerdings mit dem Zunehmen an sandigen Habitaten seine dominante Stellung in der lokalen Herpetofauna verloren. Zwei andere Pristurus, namentlich Pristurus carteri und Pristurus minimus, sind hier wesentlich häufiger anzutreffen. Pristurus minimusist ein kleiner, sandbewohnender und tagaktiver Gecko mit typischer brauner Musterung auf dem Rücken und orangen Streifen an den Flanken. 
 
Pristurus-carteri

 Pristurus carteri

 

Pristurus carteri ist wesentlich größer als sein Verwandter und kann sehr einfach anhand des typischen vogelartigen Kopfes bestimmt werden. Die Männchen sind mit ihrem größeren Kopf und kontrastreicheren Muster auffälliger als die Weibchen. Verlieren diese Geckos ihren Schwanz, wächst, einzigartig unter den Reptilien, nur ein verkümmertes keulenartiges Regenerat nach.

Pristurus carteri ist hauptsächlich auf harten Strukturen in sandigen Gebieten, wie Steinen, Felsen oder Holzstücken, anzutreffen. Er ist ebenfalls tagaktiv und in geeigneten Habitaten relativ häufig. Ebenso wie manche andere Pristurus – Arten besitzt er die charakteristischen orangen Streifen an den Flanken und kann mit seinem Schwanz „winken“.


Acanthodatylus schmidti besiedelt die sandigen Habitate der Ostküste in relativ hohen Dichten. Bei viel Geduld und Vorsicht zeigen diese Eidechsen eine deutlich verringerte Fluchtdistanz, und so gelangen uns schließlich einige schöne Makro–Aufnahmen aus nächster Nähe. An einigen Orten kommt Acanthodatylus schmidti syntop mit Phrynocephalus arabicus vor. Die männlichen Agamen verteidigen ihre Territorien gegen Konkurrenten - in solchen Fällen ergibt das ein interessantes Schauspiel, welches auch wir beobachten konnten: Nach erstem Sichtkontakt rollen beide Opponenten ihre Schwänze ein und aus bzw. beginnen nach kurzer Zeit wild mit diesem in der Luft zu „wedeln“. Gibt nun keines der Tiere nach, flachen die Männchen ihren Körper horizontal ab und präsentieren ihn schräg in Richtung des Konkurrenten. Früher oder später sprintet dann plötzlich einer der beiden auf seinen Gegner zu, woraufhin dieser flüchtet. „Beißereien“ konnten wir keine Beobachten.


Interessant war auch, dass die meisten Agamen nur während der wärmsten Stunden vor Mittag Aktivität zeigten. Danach kam meist schwacher Wind auf und die Temperaturen gingen am Nachmittag leicht zurück. Auch andere Agamen wie Trapelus, Pseudotrapelus oder Uromastyx sind bekannt dafür, nur während der heißesten Tageszeit aktiv zu sein.


An diesem Tag fanden wir nur weniger Meter voneinander entfernt auch noch zwei Schlangen. Sie lagen beide unter Holzplatten die in den Dünen entsorgt worden waren. Zuerst entdeckte Gerald einen Lytorhynchus diadema, welchen wir schon aus einem sehr ähnlichen Habitat bei Al Sawadi kannten. Interessanter Weise war dieses Individuum das einzige, welches wir unter Tags finden konnten,  normalerweise scheinen sie tagsüber im Sand vergraben zu sein. Im selben Haufen fand Thomas noch eine weitere Psammophis schokari, ebenso lag dort der einzige von uns gefundene Skolopender. Im Vergleich zu mediterranen Verhältnissen scheinen diese Hundertfüßer im Oman sehr selten zu sein. Zu guter Letzt fanden wir noch einen einzelnen Pristurus rupestris. Im Gegensatz zu den bisher beobachteten Tieren hatte er deutliche orange Flecken auf dem Rücken.


In den Dünen lagen dann noch ein paar Panzer von Chelonia mydas, wahrscheinlich wurden sie während eines Sturmes ins Land geschwemmt. Gerald kam, eskortiert von zwei einheimischen Kindern, von seiner Tour zurück. Die beiden wollten leider alles erschlagen was sich bewegt und waren damit schneller als man Gelegenheit hatte, das Tier zu retten, geschweige denn zu fotografieren. Auch während einer Fotosession mit zwei Skorpionen fiel eines der beiden Tiere einem geworfenen Stein zum Opfer, das zweite konnten wir unter einem anderen Stein verstecken. Leider sind die Tiere bis dato unbestimmt – kennt jemand diese Arten?


Einmal mehr trafen wir dann unterwegs den deutschen Radtramper, er war mittlerweile entlang der Ostküste gefahren. Gerade richtig zum Sonnenuntergang machten wir schließlich noch einen Abstecher zum Strand um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen – und waren ziemlich überrascht als wir unter einer Holzplatte inmitten eines sandigen Habitats  Hemidactylus robustus fanden. Unter der Platte waren noch ein paar Termiten, die sich an dieser zu Schaffen machten. Für uns war es auf jeden Fall etwas kurios, denn ein so sandiges Habitat scheint doch ziemlich untypisch für eine Hemidactylus–Art.

 




Tag 12 (15-Feb-2009): Late-Night-Show und ein Ruhetag GPS
Entlang der Ostküste hat man noch die Möglichkeit, den Oman von einer etwas anderen Seite kennen zu lernen. Im Vergleich zu anderen Landesteilen hinkt die Entwicklung hinterher und man kann sich vorstellen, wie das Leben vor einiger Zeit abgelaufen sein könnte. In den traditionellen Fischerdörfern leben Omani, die zu den konservativen Wahhabiten gezählt werden und sind oft afrikanischen Ursprungs.

 

sur

Sur


Nachts haben uns die besten Stellen des Vortages noch einmal angesehen, um einen Vergleich zwischen tag- und nachtaktiver Herpetofauna zu bekommen. Das Ergebnis war für uns beeindruckend, denn wir fanden nachts mindestens soviele Arten wie am Tag. Etwas überrascht waren wir, als wir Stenodactylus leptocosymbotes sympatrisch, aber nicht syntop, mit Stenodactylus doriae antrafen. Während wir die erst genannte Art eher auf kompakten Sandflächen angetroffen haben, bevorzugt S. doriae losen, sandigen Untergrund, wie zB. Sanddünen. An dieser Stelle fanden wir beide Arten kaum 50 Meter von einander entfernt. Christoph und Gerald fanden an einem nahen Felsblock noch einige Hemidactylus turcicus. 

 

Das eigentliche Highlight dieser Nachtexkursion war aber, dass wir an zwei unterschiedlichen Stellen in Summe sechs Stück Lytorhynchus diadema fanden. Alle Exemplare waren aktiv auf sandigem Untergrund. Trotz der spärlicher Nachweise für Nord-Afrika und Arabien in der Literatur war diese Schlangenart für uns die am zweithäufigsten beobachtete. Auch die sehr unterschiedlichen Zeichnungsmuster und Färbungen waren bemerkenswert. Einige waren eher fahl und einfarbig, während andere stark gestreift oder gemustert waren.

 

An der ersten Stelle, ein Habitat mit lockerem Sand, wo wir bereits untertags einen Lytorhynchus diadema fanden, konnten wir nachts weitere vier Exemplare nachweisen. An der Stelle mit verfestigter, sandiger Oberfläche lagen weitere zwei Stück heraußen. Es war anscheinend der perfekte Zeitpunkt, nach dieser Schlange zu suchen. Bei der Rückfahrt zu unserem Hotel blieben wir noch kurz an der beleuchteten Stadtmauer von Ras al Hadd stehen, konnten aber, außer einigen Hemidactylus turcicus, nichts Aufregendes finden.

 

Am folgenden Tag hatten wir einen herpetologischen Ruhetag eingeplant. Abgesehen von einem kurzen Stopp am Weg nach Sur, hielten wir uns kaum im Gelände auf. Dieses Habitat, ein trockenes Wadi, war einfach zu verlockend, um einfach daran vorbei zu fahren. Zwei Sandrennattern entwischten uns hier leider. Andere Beobachtungen waren Pristurus carteri, Stenodactylus leptocosymbotes und Hemidactylus turcicus. An einer Lagune bei Sur hielten wir zum bird watching und konnten einige Wasservögel beobachten.

 

Das eigentliche Ziel war aber die Stadt Sur selbst und ihr Markt, wo wir vor hatten, noch einige Geschenke zu besorgen. Das Zentrum von Sur hat seinen traditionellen Charakter behalten und ist geprägt von geschäftigem Treiben. Der Großteil der kleinen Geschäfte wird von Indern betrieben, so auch der Goldladen mit deren Besitzer wir nach zähem Handel schließlich groß ins Geschäft kamen. Zum Schluss waren alle zufrieden. Vor dem Abendessen beobachten wir noch einige Zeit das Treiben etwas abseits des Zentrums wo Ziegen und Schafe den Müll nach fressbaren Resten durchsuchten. Plötzlich begann auch der Muezzin zum Abendgebet zu rufen und das aus allen erdenklichen Himmelsrichtungen, ein beeindruckendes Schauspiel.

 




Tag 13 (16-Feb-2009): Highlights an der Ostküste GPS

Mittlerweile war der letzte ganze Exkursionstag im Oman angebrochen und immer noch fehlten uns einige wichtige Arten. Wir entschlossen uns also, nochmals die sandigen Flächen entlang der Ostküste zu besuchen, da unsere letzten Exkursionen dorthin sehr erfolgreich waren. Ca. 60 km müssen mit dem Auto zurückgelegt werden, um zu den Ausläufern der sandigen Gebiete zu kommen. Dieses Mal fuhren wir weiter weg von der Hauptstraße in weniger anthropogen beeinflusste Bereiche mit dem Ziel, vielleicht dort auf größere Arten zu stoßen.
 

Varanus-griseus

Varanus griseus


Zuerst fanden wir nur die im Osten Omans häufigen Arten  Pristurus carteri und P. minimus. Nach kurzer Suche konnte Gerald schließlich auch einen der selten beobachteten Stenodactylus arabicus ausmachen. Dieser filigrane (verlieren den Schwanz sehr leicht) nachtaktive Gecko hat mit “Schwimmhäuten” versehene Zehen und kann sich somit sehr einfach im Sand fortbewegen.


Nachdem alle den Fund fotografiert hatten wanderten wir weiter durch die spärlich bewachsenen Dünen, bis Thomas plötzlich irgendetwas über einen Waran durchfunkte. Das machte uns natürlich sofort hellhörig und wir liefen zu ihm, um herauszufinden, was los war. Als wir ankamen erzählte er uns, dass ein Waran aus seiner Höhle herausgeschaut hatte, nun aber wieder drinnen verschwunden sei. Also machten wir uns daran, vorsichtig diesen Bau auszugraben und konnten schon kurze Zeit später in einem daneben liegenden Loch den Schwanz sehen. Dass wir nun Ein- und Ausgang des Baues kannten, erleichtere die Sache sehr, und wenig später konnte Thomas den Waran mit seinen Händen fixieren. Allerdings machte der Waran immer noch keine Anstalten aus dem Loch herauszukommen - im Gegenteil, er erwies sich als äußerst stark und hartnäckig - und somit benötigte es noch etwas Zeit, bis wir das Tier vorsichtig freigelegt hatten. Nun konnten wir den ganzen Wüstenwaran (Varanus griseus) begutachten. Es war ein wunderschönes subadultes, gelb-schwarz gefärbtes Tier mit leicht rosa gefärbten Flanken bzw. Schwanz und ca. einem Meter Länge. Nachdem er sich beruhigt hatte, konnten wir einige schöne Bilder aufnehmen und ließen ihn nach der Fotosession wieder frei. Warane sowie deren Eier gelten im Oman als Delikatesse und werden regelmäßig von den Einheimischen verspeist.

 

Nach dem Mittagessen in einem kleinen Dorf beschlossen wir, wieder zu jener uns schon bekannten Stelle zu fahren, wo Christoph zwei Tage zuvor eine „seltsame“ Eidechse gefunden hatte. Werner vermutete hinter diesem Tier einen uns noch nicht bekannten Fransenfinger. Zuerst fanden wir wieder jene Arten, mit welchen wir schon vertraut waren, wie beispielsweise A. schmidti, P. arabicus und die häufigeren Geckos. Nach langer Zeit intensiven Suchens konnten Gerald und Christoph schließlich eine der schon beobachteten Eidechsen fangen – sie stellte sich nach näherer Begutachtung als Acanthodactylus haasi heraus - eine sehr seltene, im Zentraloman und in den angrenzenden Emiraten endemische Fransenfingerart, über deren Lebensweise nur sehr wenig bekannt ist. Bei Gefahr fliehen diese Eidechsen in Grashorste sowie kleine Büsche und klettern dort aufwärts, wohingegen die meisten anderen Eidechsen am bzw. im Grund zwischen den Wurzeln Deckung suchen.

 

Den Weg zurück in den Norden bewältigten wir über eine Piste etwas weiter im Landesinneren, in der Hoffnung, eventuell noch ein weiteres großes Reptil wie den Waran vom Morgen zu finden. Nachdem einiges an Strecke zurückgelegt wurde rief Gerald plötzlich, dass wir stehenbleiben sollen, da er eine Dornenschwanzagame (Uromastyx aegyptius microlepis) gesehen habe, die sich in ihre Höhle verkrochen hatte. Wir wussten, dass diese Tiere während der heißesten Stunden des Tages aktiv sind, und da es mittlerweile später Nachmittag war, war dies vermutlich die letzte Gelegenheit, eine dieser Agamen zu Gesicht zu bekommen.

 

Nach kurzer Suche fanden wir das Loch, in welchem sie verschwunden war und warteten gespannt auf ihr nochmaliges Auftauchen, was allerdings leider nicht geschah. Nachdem der Geduldsfaden gerissen war, versuchten wir unser Glück im Schaufeln. Wegen des harten Bodens und der fortgeschrittenen Zeit, wurde die Chance das Tier noch zu Gesicht zu bekommen, zunehmend geringer eingeschätzt. Hinzu kam noch, dass Thomas angeblich nicht graben konnte, weil er einen entzündeten und geschwollenen Finger hatte und Hannes angeblich vom Mittagessen noch immer schlecht war. Folglich werkten Gerald und Christoph alleine in der Hitze des Nachmittages für ca. zwei Stunden, während Werner und Hannes immer wieder auf die Aussichtslosigkeit dieses Vorhabens hinwiesen. Aber – gut Ding braucht Weile, und nachdem sich die beiden insgesamt ca. 6 Meter durch das sehr harte Bodensubstrat, noch dazu nur mit einem kleinen Spaten ausgerüstet, geschaufelt hatten, hatten wir einen großen Uromastyx mit ca. 75cm Gesamtlänge ausgegraben.

 

Als wir ihn in den Händen hielten war er überraschend lethargisch – Dornschwanzagamen scheinen, einmal aus ihrer bekannten Umgebung entnommen, kein spezifisches Abwehrverhalten zu besitzen. Während des Fotografierens kam dann noch plötzlich ein Einheimischer. Reflexartig versteckten wir das Tier in einem Busch, da diese großen Echsen ebenso wie die Warane als Delikatesse gelten. Als der Mann den Graben sah fragte er uns, wo wir den „Dhabb“ hätten. Die Antwort, nämlich dass er davongelaufen sei, nahm er uns vermutlich nicht so ganz ab – und so dauerte es noch einige Zeit und viele Ausführungen, wie delikat diese Tiere doch seien, bis er schließlich weiter fuhr. Nachdem wir noch ein paar Fotos geschossen hatten, ließen wir das Tier schließlich bei einer der vielen Bauten in der Umgebung frei.

 




Tag 14 (17-Feb-2009): Meeresschildkröten & zurück nach Muscat GPS

Nach unseren erfolgreichen Waran- und Dornschwanzfunden mussten wir noch den touristischen Turtle Watch Event über uns ergehen lassen, zu dem wir uns am Tag zuvor angemeldet hatten. Am Strand von Ras al Jinz, nur wenige km von Ras al Hadd entfernt, legen jährlich etwa 30.000 (!) weibliche Suppenschildkröten (Chelonia mydas) ihre Eier ab. Der Strandabschnitt wurde unter strengen Schutz gestellt, es werden aber geführte Touren angeboten, um die Tiere zu beobachten.
 

to muscat

Zurück nach Muscat

 

Diese Touren gleichen einem Massenevent, bei dem Touristen dieses Schauspiel beobachten können, wobei bei einigen Dingen ein wenig nachgeholfen wird. Natürlich ist diesem intensiven Massenschauspiel die Tatsache entgegen zu halten, dass die Tiere von natürlichen Feinden keine oder nur wenig Prädation zu erwarten haben und dass auch die Einheimischen einen guten Profit aus dieser Massenabfertigung ziehen, wodurch der "Wert" der Meeresschildkröten für die Einheimischen hoffentlich steigt. 5 Gruppen zu je 15 Leuten werden 2 mal pro Nacht am Strand entlang geführt und legende Weibchen (sofern welche da sind) können kurz bei der Grabaktivität und bei der Eiablage beobachtet werden. Die 5 beobachteten Schlüpflinge, die vor unserer Nase ins Meer gekrochen sind, wurden mit ziemlicher Sicherheit dort hingesetzt, denn die Touristen würden wohl sämtliche Eier, Nester und Jungtiere zertreten...

 

Nach einer kurzen Nacht und unserem letzten Frühstück in Ras al Hadd ging es zurück in Richtung Muscat. Eine nagelneue Autobahn, die von Chinesen erbaut wurde, verbindet Sur mit seiner Raffinerie mit der Hauptstadtregion. Wir waren fast die einzigen Benützer der Autobahn, die noch gar nicht offiziell eröffnet war - wenn die Chinesen die Finanzierung über die Maut hereinbringen wollen, dürfte das lange dauern...

 

Da wir unterwegs noch ausreichend Zeit hatten, besuchten wir noch 2 sehr schöne Wadis im östlichen Hajargebirge. Das Wadi Shab ist ein traumhaftes Tal, das aber leider durch einen Sturm verwüstet worden war. Derzeit werden wieder Palmen und Bäume gepflanzt, um die Idylle wieder herzustellen. Im hinteren Bereich des Tales befinden sich schöne Pools, die zum Baden einladen, aber leider hatten wir nicht genug Zeit dafür. Wir fanden einige große Omaneidechsen, arabische Kröten sowie eine erschlagene Sandrennnatter.

 

Das Wadi Tiwi kann dagegen mit dem Auto zumindest die ersten 10 km befahren werden. In diesem Tal wachsen allerlei tropische Früchte wie Mangos, Bananen und Avocados. Neben vielen interessanten Vögeln wie Steinrötel oder verschiedene Steinschmätzer konnten wir zwei Wadi Racer, einige Kröten und eine sehr große Omaneindechse beobachten, die wir aber leider nicht fotografieren konnten. Da die Zeit langsam knapp wurde, begaben wir uns wieder auf den Weg zurück.

 

Aber aufgrund der nun neuen schnellen Verbindung nach Muscat konnten wir eine letzte Stelle kurz vor Sonnenuntergang aufsuchen, die wir bereits vom Anfang unserer Reise kannten. Als wir die Stelle vor Al Kodh erreichten, ging die Sonne schon fast unter und so konnten wir als letztes Reptil unserer Reise noch einen Mesalina adramitanafinden. Kurz vor dem Abflug, gingen wir noch in einer Shopping mall auf Tour und kauften einige Souvenirs und Gewürze.

 




Zusammenfassung & beobachtete Arten

Diese Omanreise war eine der schönsten und erfolgreichsten unserer bisherigen Reisen. Die enorme Gastfreundlichkeit der Omanis und die Sicherheit gaben uns immer ein gutes Gefühl. Lediglich die Hotelpreise waren etwas hoch, allerdings wurde das durch die günstigen Preise von lokalem Essen und Treibstoff mehr als wett gemacht.
Die Artenvielfalt und die Häufigkeit der Tiere war in sandigen Bereichen sehr hoch, hingegen fanden wir im Schotter- und Felsbereich, ausgenommen wasserführende Wadis, kaum etwas.


Ein weiterer extrem interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass man zu allen Tages- und Nachtzeiten Reptilien suchen kann und auch findet. Auch die Jahreszeit war optimal, obwohl die  Regenzeit in diesem Jahr keinerlei Regen mit sich brachte. Für wintergeplagte Mitteleuropäer sind die Temperaturen um diese Jahreszeit sehr angenehm.


Wir können dieses Land für alle Naturinteressierten absolut empfehlen!

 

team

Christoph, Hannes, Thomas, Gerald and Werner


beobachtete Arten:


-          Bufo arabicus (inkl. Kaulquappen) 100+
-          Bufo dhofarensis (inkl. Kaulquappen) 20+
-          Chelonia mydas (weibl. Juv., Totfund) 2+5+5
-          Phrynocephalus arabicus 50+
-          Pseudotrapekus sinaitus 10
-          Uromastyx aegyptius 1
-          Bunopus spatalurus 5
-          Bunopus tuberculatus 15
-          Hemidactylus homoeolepis 5
-          Hemidactylus flaviviridis 20
-          Hemidactylus turcicus 40
-          Pristurus carteri 100+
-          Pristurus cellerimus 15
-          Pristurus gallagheri 3
-          Pristurus minimus 100+
-          Pristurus rupestris 100+
-          Ptyodactylus hasselquisti 2
-          Stenodactylus arabicus 3
-          Stenodactylus doriae 10
-          Stenodactylus leptocosymbotes 16
-          Acanthodactylus blanfordi 25
-          Acanthodactylus boskianus 2
-          Acanthodactylus haasi 2
-          Acanthodactylus opheodurus 10
-          Acanthodactylus schmidti 40
-          Omanosaura cyanura 1
-          Omanosaura jayakari 20
-          Mesalina adramitana 5
-          Ablepharus pannonicus 1
-          Chalcides ocellatus 1
-          Mabuya tessellata 5
-          Scincus mitranus 30
-          Varanus griseus 1
-          Platyceps rhodorachis 8
-          Lytorhynchus diadema 8
-          Psammophis schokari 10
-          Spalerosophis diadema 1
-          Echis carinatus 2

 

Nicht gesehene Arten die im Norden des Oman vorkommen:

 

-          Phrynocephalus maculates
-          Trapelus flavimaculatus
-          Asaccus gallagheri
-          Asaccus montanus
-          Asaccus platyrhynchus
-          Cyrtopodion scaber
-          Hemidactylus persicus
-          Stenodactylus khobarensis
-          Trachylepis septemtaeniata
-          Diplometopon zarudnyi
-          Ramphotyphlops braminus
-          Leptotyphlops macrorhynchus
-          Leptotyphlops nursii
-          Eryx jayakari
-          Malpolon moilensis
-          Telescopus dhara
-          Cerastes cerastes
-          Echis omanensis
-          Pseudocerastes persicus

 

Im Süden des Landes sind rund 20 weitere terrestrische Reptilienarten bekannt, von der Halbinsel  Musandam, im Norden des Landes, eine weitere. Auf der Insel Masirah nisten zusätzlich  drei Meeresschildkröten. An der Küste des Omans sind auch 9 Seeschlangenarten bekannt.



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