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Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist ein von Frankreich bis in die Westukraine und von Norddeutschland bis auf die Apennin- und Balkanhalbinsel beheimateter Vertreter einer urtümlichen Froschfamilie, der Unken und Barbourfrösche. Charakteristisch für die kleine, nur bis ca. 5 cm große, Art ist die auffällig gelbe Fleckung der Unterseite. Diese spielt eine bedeutende Rolle im Abwehrverhalten, dem so genannten "Unkenreflex". Bei Bedrohung nehmen die Tiere eine kahnförmige Stellung ein und präsentieren die bunt gefärbten Bereiche an der Kehle, den Bauchseiten sowie den Unterseiten der Gliedmaßen. Von der nahe verwandten Rotbauchunke lässt sie sich u.a. anhand der spitzen Warzen, dem höheren Gelbanteil der Unterseite sowie dem Fehlen von Schallblasen bei männlichen Tieren unterscheiden.

 

Gelbbauchunke - Bombina variegata (Foto: © herpetofauna.at)

Gelbbauchunke - Bombina variegata (Foto: © herpetofauna.at)

 

 

Systematik

 

Klasse: Amphibia (Amphibien)
Ordnung: Anura, Froschlurche
Unterordnung: Salamandroidea
Familie: Bombinatoridae, Unken und Barbourfrösche
Gattung: Bombina, Unken
Art: Bombina variegata, Gelbbauchunke

 

Beschreibung

 

Bauchseite einer Gelbbauchunke mit markanter Färbung
Bauchseite einer Gelbbauchunke mit
markanter Färbung
 

Die Gelbbauchunke ist ein stark wassergebundener, tag- und nachtaktiver Froschlurch von bis zu 4,5 cm Kopf-Rumpflänge mit abgeflachtem Körper und runder Schnauze. Das Trommelfell ist nicht sichtbar, die Pupille ist herzförmig, Ohrdrüsen fehlen. Die zahlreichen kleinen Warzen auf dem Rücken sind mit winzigen schwarzen Hornstacheln besetzt. Die Färbung der Oberseite ist ein graubraun, lehmgelb oder oliv.

Die Bauchseite ist hell- bis dunkelgrau mit deutlichen gelblichen Flecken besetzt. Die hellen Flecken der Unterseite der Extremitäten sind vielfach untereinander und mit den Bauch- bzw. Brustflecken verbunden; Die Männchen besitzen in der Fortpflanzungszeit (Ende April bis Mitte August) Brunstschwielen an der Innenseite der Unterarme, jedoch keine Schallblasen. Sie rufen daher auch leiser als die Rotbauchunke (aber mit einer höheren Ruffrequenz von über 40 Rufen je Minute).

 

Verbreitung

 

Die Gelbbauchunke ist eine typische Art des Berg- und Hügellandes. In allen Bundesländern ist sie in Höhen von 210 m (Steiermark) bis 1900 m (Kärnten) zu finden, am häufigsten in Höhenlagen zwischen 200 m und 800 m.

 

Verbreitung Gelbbauchunke

 

Lebensräume

 

Die Gelbbauchunke ist ein typischer Erstbesiedler kleiner, frisch entstandener Gewässer. Zum Ablaichen werden vor allem kleine, seichte, vegetationsarme, gut besonnte Tümpel mit Bodenschlamm (Radspurtümpel, Wassergräben, Suhlen, Lacken) aber auch Teiche und Weiher mit Flachwasserbereichen aufgesucht. Gerne bewohnt die Gelbbauchunke vom Menschen geschaffene Pionierstandorte, wie sie beispielsweise auf Truppenübungsplätzen durch Panzer entstehen.

 

Im Laufe jährlicher Wanderungen entfernt sie sich bis über 1000 m vom angestammten Laichtümpel. Als Sommer- und Winterquartier dient das nähere Umland der Wohngewässer mit vielfach ruderalen oder unbewachsenen Rohböden, eingestreuten Sträuchern und niedrigen Bäumen in Waldrandlage oder ein stärker beschattetes Gewässer im Wald. Die Tiere überwintern am Grund von Gewässern oder nahe dem Wohngewässer eingegraben in lockerem Bodensubstrat.

 

Lebensweise

 

Kahnstellung einer Gelbbauchunke, ein typisches Abwehrverhalten
Kahnstellung einer Gelbbauchunke,
ein typisches Abwehrverhalten

Die Tiere erscheinen zumeist im April an den Laichgewässern, wobei der Zeitpunkt abhängig von Wetter und Höhenlage variieren kann. Ab einer Wassertemperatur von 11 bis 14° C beginnt die Fortpflanzungsperiode, welche sich in mehreren Wellen von April bis August erstrecken kann. Die Hauptaktivität der Fortpflanzung liegt jedoch in den Monaten Mai und Juni. Männchen verweilen zumeist länger am Laichgewässer als Weibchen.

Zwischen den einzelnen Fortpflanzungswellen halten sich Gelbbauchunken oft abseits der Laichgewässer in anderen terrestrischen oder aquatischen Lebensräumen auf. Die Rufe der Männchen dienen vorwiegend zur Abgrenzung individueller, kreisförmiger Reviere von 50–75 cm Durchmesser, aus denen eindringende, konkurrenz-schwächere Männchen vertrieben werden.

 

Besonders Jungtiere zeigen ein deutliches Migrationsverhalten, welches der Erschließung neuer Lebensräume dient; ältere Exemplare hingegen bleiben ihrer näheren Wohnumgebung oft ein Leben lang treu. Ab Ende August suchen die Tiere ihre Winterquartiere auf.

 

Bei Gefahr zeigen Unken eine so genannte "Kahnstellung", bei der sie die hellen Flächen der Unterseite zur Schau stellen ("Unkenreflex").

 

Fortpflanzung

 

Das Weibchen wird zur Paarung vom Männchen von hinten umklammert. Zum Ablaichen ertastet das Weibchen günstige Strukturen wie Wasserpflanzen, Äste und abgefallenes Laub, woran es 10 bis 20, vereinzelt bis zu 100 Eier, verteilt in mehreren Klumpen ablegt. Ein Weibchen kann dabei mehrmals im Jahr ablaichen. Die Entwicklungszeit der Larven beträgt 4 –12 Wochen.

 

Nahrung

 

Es werden bevorzugt Insekten und deren Larven, Würmer, Spinnen sowie andere Wirbellose aufgenommen.

 

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