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Die Wechselkröte oder Grüne Kröte (Bufotes viridis) ist eine von der Osthälfte Europas bis Zentralasien und Nordafrika beheimatete Echte Kröte. Die Gestalt ist ähnlich der Erdkröte, jedoch ist die Wechselkröte nicht ganz so groß. Charakteristisch ist die helle Grundfarbe mit dunkelgrünen, scharf abgegrenzten Flecken. Durch diese auffällige Farbzeichnung ist sie kaum mit anderen Arten zu verwechseln. Der Ruf der Männchen, ein melodisches Trillern, gleicht dem Zirpen einer Maulwurfsgrille.

 

Wechselkröte - Bufotes viridis (Foto: © herpetofauna.at/CR)

Wechselkröte - Bufotes viridis (Foto: © herpetofauna.at)

 

 

Systematik

 

Klasse: Amphibia (Amphibien)
Ordnung: Anura, Froschlurche
Unterordnung: Neobatrachia, moderne Froschlurche
Familie: Bufonidae,  Kröten
Gattung: Bufo, Echte Kröten
Art: Bufotes viridis, Wechselkröte oder Grüne Kröte

 

Beschreibung

 

grüne Iris einer Wechselkröte

grüne Iris einer Wechselkröte

 

Mittelgroßer (Männchen bis 8 cm, Weibchen bis 9 cm), vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Froschlurch mit fast parallel angeordneten Ohrdrüsen und zitronengelber bis grünlicher Iris. Die Höcker an der Unterseite der Zehengelenke sind einfach ausgebildet (bei Erd- und Kreuzkröte paarig), das Trommelfell ist zumeist deutlich zu sehen, die Schwimmhäute reichen nur bis zur Hälfte der längsten Zehe.

 

Die Körperoberseite ist hell mit grünlichen Flecken. Bisweilen sieht man entlang der Rückenmitte eine helle Längslinie. Speziell beim Weibchen sind die Warzen an den Flanken oft rötlich gefärbt. Die Bauchseite ist hellgrau bis weißlich mit kleinen dunkelgrünen Flecken. Es lässt sich auch ein leichter Geschlechtsdimorphismus beobachten: die Männchen unterscheiden sich durch einen leicht größeren Kopf, stärker ausgebildete Vorderbeine sowie eine verwaschenere Rückenzeicnung von den Weibchen. Die Jungtiere weisen nach der Metamorphose eine graue Grundfarbe mit schwarzer Flecken auf; letztere färben sich in der weiteren Entwicklung langsam grün um.

 

Verbreitung

 

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Regional kommt sie auch in Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten und Tirol vor, bevorzugt in Höhen von 200- 400 m; sie meidet das Bergland. Einzige Ausnahme ist ein Vorkommen an der tirolerisch-bayrischen Grenze, welches bis 1150m reicht und seine Fortsetzung im bayrischen Chiemgau findet.

 

Verbreitungkarte: Wechselkröte - Bufotes viridis (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

 

Lebensräume

 

Laichhabitat: Von ihren Laichgewohnheiten her ist die Wechselkröte eine ausgesprochene Pionierart. Sie ist in der Lage, neu entstandene Gewässer zu besiedeln. Zum Ablaichen werden kleine bis mittelgroße, gut besonnte Gewässer mit mäßigem bis fehlendem Pflanzenbewuchs und Flachwasserzonen bevorzugt. Die Larven sind im Vergleich zu denen anderer heimischer Froschlurche sehr salztolerant und können so auch in den Salzlacken des Seewinkels überleben. Als Primärhabitate gelten in Mitteleuropa vor allem Restwassertümpel in stark geschiebeführenden Flüssen.


Landhabitat: Als ursprünglich steppenbewohnende Art bevorzugt die Wechselkröte offene und halboffene, trockene Kulturlandschaften im Tiefland mit lockerem Bodensubstrat wie vegetationsarme Ruderalflächen, Äcker, brachliegende Felder oder steiniges Gelände. Aufgrund ihrer Anpassung an trockene, karge Lebensräume sowie ihrer hohen Toleranz in Bezug auf Trockenheit und Salzgehalt kommt sie auch mit für viele Amphibien lebensfeindlichen Habitaten wie landwirtschaftlichen Monokulturen, vegetationsfreien Materialentnahmestellen und locker bebauten Siedlungsgebieten zurecht. Größere Wälder hingegen werden zumeist gemieden; in Niederösterreich wurden allerdings auch vereinzelte Vorkommen in Schwarzföhrenwäldern festgestellt.

 

Lebensweise

  

rufendes Wechselkröten Männchen

rufendes Wechselkröten Männchen

 

Sobald der Tagesdurchschnitt der Lufttemperatur etwa 10° C erreicht, verlassen zunächst die älteren Männchen das Winterquartier und beginnen mit der Suche nach Laichplätzen. In mehrwöchigem Abstand folgen Weibchen und jüngere Männchen. Sobald die Wassertemperatur in den Laichgewässern 9° C erreicht hat – Mitte bis Ende April -, beginnen die älteren Männchen mit dem Balzverhalten. Sie sitzen mit dem Kopf zum Ufer gewandt in bis zu 5 cm tiefen Flachwasserbereichen und stoßen ihren Balzruf aus. Dieser äußert sich in einem charakteristischen, lang gezogenen Trillern. Vereinzelt kommt es zu Rangeleien zwischen den Männchen, welche allerdings keine Verletzungen nach sich ziehen. Die Kontrahenten stoßen dabei eine Art „Kampfruf“, ein dumpfes, knarrendes Bellen, aus.

 

Während der Wasseraufenthalt der Männchen etwa drei Wochen dauert, bleiben die Weibchen nur wenige Tage am Laichgewässer und verlassen dieses sofort nach der Eiablage. Die Rufe der Männchen können etwa von Ende April bis Ende Juni gehört werden. An den Laichgewässern herrscht zumeist ein Überschuss an männlichen Tieren etwa im Verhältnis 3:1 bis 4:1. Nach dem Laichgeschehen wandern die Tiere in ihrem Landlebensraum umher, wobei sie sich in einem Radius von bis zu 10 km um das Laichgewässer bewegen können. Im Landlebensraum findet man Wechselkröten am ehesten in den Nächten von Mitte August bis Mitte September. Ab Oktober suchen die Tiere geeignete Winterquartiere auf; bei warmer Witterung können einzelne Exemplare jedoch bis in den Spätherbst gefunden werden.

 

Fortpflanzung

  

bufo viridis_laich_CR

Laichschnur einer Wechselkröte

 

Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen von hinten in der Achselgegend. Das Weibchen setzt seine Eier in Form von 2 - 4 m langen Laichschnüren mit je 2-4 Reihen von Eiern im seichten Wasser ab (insgesamt 5000 bis 18000 Eier). Wenn möglich werden die Laichschnüre zwischen Haltestrukturen im Wasser (z. B. Steine, Wasserpflanzen) aufgespannt. Die Larven schlüpfen nach 3-7 Tagen; sie entwickeln sich rasch und gelangen oft schon nach sechs Wochen zur Metamorphose.

 

 

Hybridisierung

 

In der Natur kommt es zur Hybridisierung der Wechselkröte mit den beiden anderen Europäischen Krötenarten, häufiger mit der Kreuzkröte, seltener mit der Erdkröte. Mit ersterer geschieht dies in Gegenden, wo beide Arten aufeinander treffen, öfters –z.B. im Westen Deutschlands, allerdings nicht in Österreich, da hier eine Kontaktzone der beiden Arten fehlt. Natürliche Hybridisierung zwischen Wechsel- und Erdkröte ist seltener zu beobachten und wurde bis dato in Deutschland, Tschechien, Italien und Österreich festgestellt.

 

Vergleichsfoto: Wechselkröte links; Hybrid Wechselkröte x Erdkröte rechts  (Foto: Michael Duda)

Vergleichsfoto: Wechselkröte links; Hybrid Wechselkröte x Erdkröte rechts  

(Foto: Michael Duda)

 

Allgemeines und Besonderheiten

 

Als Pionierart lässt sich die Wechselkröte besonders leicht durch die Anlage von geeigneten Laichgewässern fördern. Schon ein wenige Quadratmeter großer, gut besonnter und fischfreier Tümpel wird sofort als Laichgewässer angenommen.

 

Literatur
  • CABELA, A. & GRILLITSCH, H. & TIEDEMANN, F. (2001): Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich: Auswertung der Herpetofaunistischen Datenbank der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. Wien (Umweltbundesamt), 880 S
  • FELDER, R. (1998): Die Wechselkröte am Laichgewässer. – Nutzung eines Laichgewässers durch die Wechselkröte. -Diplomarbeit Universität Wien: 73 S
  • GÜNTHER, R. Hrsg. (1996): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Jena (Gustav Fischer Verlag), 825 S
  • HERTWIG, G. & WEISS, I. & ZIEMANN, CH. (1959): Unterschiedliche Ergebnisse reziproker Kreuzungen der drei europäischen Krötenarten unter besonderer Berücksichtigung ihrer Kern- und Zellgrößen.– Biologisches Zentralblatt, Jena, Stuttgart; 78 (5): 675-702.
  • NIEDERL, E. (1998): Aspekte der Larvalentwicklung der Wechselkröte Bufo viridis (Laurenti 1768). -Diplomarbeit Universität Wien, 43 S
  • PODLOUCKY, M. & MANZKE, U. (Ed.) (2003): Verbreitung, Ökologie und Schutz der Wechselkröte (Bufo viridis): Distribution, ecology and conservation of the Green Toad (Bufo viridis).- Mertensiella [Supplement zu Salamandra], Rheinbach; 14 (im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde), 327 S
  • Tiedemann, F. Hrsg. (1990): Lurche und Kriechtier Wiens. -J & V Edition, Wien, 200 S

 

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altEntstehung eines Wechselkrötengewässers im Weinviertel