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Kleiner Wasserfrosch – Pelophylax lessonae
(Camerano, 1882)
Teichfrosch – Pelophylax kl. esculentus (Linnaeus, 1758)
Seefrosch – Pelophylax ridibundus (Pallas, 1771)

 

Namen international

 

alt Kleiner Wasserfrosch Teichfrosch Seefrosch
alt Kleiner Wasserfrosch Teichfrosch Seefrosch
alt Pool frog Edible frog Marsh frog
alt Grenouille de lessona Grenouille verte Grenouille rieuse
alt Rana verde pequeña Rana verde Rana verde comun
alt Grenouille di lessona Rana verde Rana verde maggiore

 

Die Wasserfroschgruppe (Gattung Pelophylax) ist in fast ganz Europa in mehreren Taxa verbreitet und besteht sowohl aus „guten Arten“ als auch aus „Kleptonen“ - welche aus Hybridisierungen von echten Arten hervorgegangen sind. Es handelt sich um mittelgroße – große Frösche, die meist grünlich gefärbt sind, daher spricht man auch von der Grünfroschgruppe. In Österreich kommen der Kleine Wasserfrosch und der Seefrosch vor, sowie der Teichfrosch, der aus Hybridisierung der beiden vorgenannten Arten entstanden ist.

 

Kleiner Wasserfrosch - Rana lessonae, Pelophylax lessonae (Foto: © herpetofauna.at)
Kleiner Wasserfrosch - Pelophylax lessonae (Foto: © herpetofauna.at)

 

 

Teichfrosch – Pelophylax kl. esculentus (Foto: © herpetofauna.at)
Teichfrosch – Pelophylax kl. esculentus (Foto: © herpetofauna.at)

 

 

Seefrosch – Pelophylax ridibundus (Foto: © herpetofauna.at)
Seefrosch – Pelophylax ridibundus (Foto: © herpetofauna.at)

 

Systematik

 

Klasse: Amphibia (Amphibien)
Ordnung: Anura, Froschlurche
Unterordnung: Neobatrachia, Höhere Froschlurche
Familie: Ranidae,  Echte Frösche
Gattung: Pelophylax, Wasserfrösche
Art: Pelophylax lessonae, Kleiner Wasserfrosch
Pelophylax ridibundus, Seefrosch
Klepton: Pelophylax kl. esculentus, Teichfrosch

 

Beschreibung


Gemeinsame Merkmale:

Die österreichischen Wasserfrösche der Gattung Pelophylax (Wasser- oder Grünfrösche) weisen etliche Gemeinsamkeiten auf, die sie zweifellos dieser Gruppe zuordnen lassen. Wasserfrösche sind die einzigen europäischen Frösche, die zwei seitliche Schallblasen besitzen und dadurch sehr laute Rufe von sich geben. Die Grundfärbung der Wasserfrösche ist meist grün, manchmal aber auch braun oder grau, sehr oft mit mehr oder weniger schwarzen Rückenflecken und manchmal mit einem hellen Rückenstreifen. Die Unterseite ist häufig ungefleckt, manchmal auch leicht gefleckt oder stark marmoriert. Wie bei den Braunfröschen ist die Pupille waagrecht, die Augen stehen aber weiter oben am Kopf als Anpassung an die aquatische Lebensweise. Die Schnauze ist sehr breit und rund, die Nasenlöcher sitzen etwa in der Hälfte zwischen vorderem Augenrand und der Schnauzenspitze.

 

Unterscheidungsmerkmale:

Natürlich ist es im Feld nicht möglich, genetische Untersuchungen durchzuführen, um Artabgrenzungen von Wasserfröschen durchzuführen. Ebenso ist es wenig hilfreich, die anatomischen Verhältniswerte von Zehenlängen zu Fersenhöckerlänge oder Unterschenkellänge darzulegen, durch welche deren Zugehörigkeiten festgestellt werden können. Wir beschränken uns daher hier auf (die wenigen) für uns relevanten Unterschiede, die im Feld untersucht werden können:

 

1. Größe und Färbung: Das sind Merkmale, mit denen man die Frösche nicht eindeutig zuordnen kann, da fließende Übergangsformen vorkommen (besonders bei juvenilen Tieren und während der Winterruhe).
- Seefrösche erreichen in Mitteleuropa bis zu 16 cm Kopf – Rumpf Länge und haben häufig olivbraune, graue oder braune Färbung mit einer hellen Schnauzenseite und dunkelbraunen Rückenflecken
- Der Kleine Wasserfrosch hingegen wird nur bis zu 7 cm groß und ist häufig grasgrün, manchmal blaugrün oder gelbgrün mit schwarzen Rückenflecken. Am hinteren Oberschenkel finden sich häufig gelbe Flecken. Im Verhältnis zum Seefrosch fallen die verhältnismäßigen großen Augen auf.
- Der Teichfrosch mit seinen intermediären Merkmalen wird etwa 10 – 12 cm lang, ist meistens grasgrün gefärbt, kann aber Merkmale von beiden Elternarten ausbilden.


2. Form des inneren Fersenhöckers
- Seefrosch: Der innere Fersenhöcker ist sehr flach und deutlich rechtsschief. Die 1. Zehe ist sehr lang

- Kleiner Wasserfrosch: Der Fersenhöcker ist halbkreisförmig rund und hoch (nicht rechtsschief), die 1. Zehe ist sehr kurz
- Der Teichfrosch hat einen leicht rechtsschiefen hohen oder einen flacheren normal verteilten Fersenhöcker.

Wasserfrosch Fersenhöcker 


3. Rufe:
- Die Revierrufe des Seefrosches sind laute quakende Einzelrufe, während die Paarungsrufe aus einer Serie von lauten keckernden Rufen bestehen. Sehr häufig beginnen die Rufserien mit den Revierrufen und gehen dann in die typischen unverwechselbaren Paarungsrufe über, die an Lachen erinnern.
- Kleiner Wasserfrosch: Die schnarrenden oder knarrenden Paarungsrufe werden in immer lauter werdenden Intervallrufen (3-5 pro Intervall) abgegeben, sind deutlich leiser als die vom Seefrosch und hören abrupt auf. Die Revierrufe sind ebenfalls Einzelrufe, die aber kürzer als die Paarungsrufe sind.
- Der Teichfrosch ruft deutlich lauter als sein kleiner Verwandter. Es handelt sich um verschiedenste schnarrende oder knurrende Einzelrufe, niemals aber um keckernde, lachende Rufe wie beim Seefrosch.


4. Lebensräume:
- Der Seefrosch besiedelt Seen, Flüsse, Weiher und andere Gewässer der flachen offenen Landschaft und fehlt im Gebirge. Im Süden gehören auch Kleingewässer zum Lebensraum, die oft von Jungtieren bewohnt werden.
- Der Kleine Wasserfrosch besiedelt eher kleinere vegetationsreiche Gewässer in Wäldern oder an Waldrändern, in Mooren, Au- und Bruchwäldern im Flach- und Hügelland.
-  Der Teichfrosch ist recht anspruchslos in der Wahl seiner Wohngewässer und besiedelt sowohl kleine als auch große Gewässer, wo er häufig mit einer seiner Elternarten vorkommt, selten jedoch mit beiden.

 

Verbreitung


Der Seefrosch ist eine ost- und südosteuropäische Art, die im Bereich der großen Flüsse und Ströme bis Mittel- und Westeuropa vordringt. In Ostösterreich kommt der Seefrosch in großen Dichten entlang der Donau und seiner größeren Nebengewässer vor. Im Süden und Westen werden nur die größten Flüsse, wie Mur, Drau, Gail, unterer Inn, Salzach und das Rheintal in Vorarlberg besiedelt.

 

Der Kleine Wasserfrosch kommt von West- bis Osteuropa vor und fehlt in Südeuropa, wo andere Vertreter der kleineren Wasserfrösche an seine Stelle treten. In Österreich kommt er in allen Bundesländern vor und besiedelt Gewässer in Mooren, Wäldern, an Waldrändern sowie Bäche und Flüsse. In einigen Moorweihern oder Hügellandgewässern kommen reine Populationen vor, wie z.B. im Mühl- und Waldviertel oder im Wienerwald.
 
Der Teichfrosch kommt im gleichen Verbreitungsgebiet wie der Kleine Wasserfrosch in Europa vor. In Südeuropa kommen andere Kleptone vor. Der mit Abstand häufigste Vertreter der Wasserfrösche in Österreich kommt bis auf wenige Spezialstandorte, wo die Elternarten in reinen Populationen vorkommen, überall mit einer seiner Elternarten, selten mit beiden, vor. Fast alle Arten von stehenden oder fließenden Gewässern werden besiedelt.

 

Verbreitungkarte: Wasserfrösche - Pelophylax lessonae, Pelophylax kl. esculentus und Pelophylax ridibundus (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

Lebensräume


Alle Wasserfrösche sind sehr stark an aquatische Lebensräume gebunden und besiedeln sowohl stehende als auch fließende Gewässer aller Art im Flach- und Hügelland sowie in größeren Gebirgstälern. Während der Seefrosch große Gewässer, wie Seen, Flüsse und Ströme, Altarme, Weiher etc. bevorzugt, beschränkt sich der Kleine Wasserfrosch, der auch Tümpelfrosch genannt wird, auf kleinere Gewässer wie Teiche, Tümpel, Moorgewässer, Bäche und Kolke. Generell besiedeln Seefrösche eutrophere Gewässer als die Tümpelfrösche. Der Teichfrosch ist wenig spezialisiert und kann fast die gesamte Palette der Gewässer besiedeln, in denen auch die Elternarten vorkommen.

 

Obwohl Grünfrösche sehr stark ans Wasser gebunden sind, können sie neu entstandene Gewässer, die weit von den nächsten Vorkommen entfernt sind, überraschend schnell besiedeln. Besonders Jungfrösche zeigen starke Ausbreitungstendenzen – wandernde Tiere trifft man vor allem während regnerischer Nächte oft weitab von jeglichem Gewässer an. Besonders in Südeuropa gilt der  Seefrosch als ausgesprochene Pionierart.

 

Lebensweise und Fortpflanzung


Während See- und Teichfrösche überwiegend unter Wasser überwintern, hibernieren die meisten Kleinen Wasserfrösche an Land. In Österreich tauchen Wasserfrösche gegen Ende März oder zumeist im April am Laichgewässer auf. Die Männchen besetzen Reviere im Gewässer und verteidigen diese gegen Konkurrenten. Die Hauptlaichzeit der sowohl tag- als auch nachtaktiven Frösche fällt in den Mai, wobei die Mehrzahl der Weibchen während einer Schönwetterperiode den Laich in mehreren Ballen an Pflanzen oder Strukturen unter Wasser anheftet. Beim Kleinen Wasserfrosch liegt die maximale jährliche Eizahl bei ca. 3.000, beim Teichfrosch bei 10.000 und beim Seefrosch bei etwa 15.000. Rufe werden erst ab ca. 12 – 15 Grad Wassertemperatur ausgestoßen und neben den knarrenden, schnarrenden oder keckernden Revier- und Paarungsrufen sind auch noch Einzelrufe zu hören, die als Abwehrrufe gedeutet werden.

 

Nach der Paarung halten sich die meisten Wasserfrösche am Gewässerufer auf, wo sie auf Beute lauern und sich kaum mehr als 10 Meter von Wasser entfernen, sodass sie bei Störung oder Gefahr mit einem oder wenigen Sprüngen das Wasser erreichen.
Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur nach wenigen Tagen oder Wochen und die ersten Jungfrösche gehen bereits im Juli an Land, während  andere erst im Oktober die Metamorphose vollziehen. Einige Kaulquappen können sehr groß werden, besonders jene, die eine Überwinterung hinter sich haben. Ab Oktober ziehen sich die Frösche wieder in ihre Winterquartiere zurück.

 

Nahrung


Alle Wasserfrösche gelten als gierige Fresser und schnappen nach allem, was sie verschlingen können. Sie machen nicht einmal vor ihren eigenen Artgenossen halt – Kannibalismus unter Wasserfröschen ist häufig, aber auch andere Amphibien, besonders Molche und Laubfrösche werden gefressen. Nicht selten verursacht eine starke Wasserfroschpopulation eine deutliche Dezimierung der restlichen Herpetofauna. Die „normale“ Kost besteht aus allerlei Wirbellosen wie Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Fliegende Insekten, wie Libellen, werden häufig im Sprung geschnappt.

 

Allgemeines und Besonderheiten


Wasserfrösche sind meist grüne, laut rufende, aquatisch lebende Amphibien, die im Flach- und Hügelland Österreichs vorkommen und in einigen Alpentälern ins Bergland eindringen. An größeren Gewässern sind sie häufig die dominierenden Amphibien und können durch Prädation andere Amphibienbestände gefährden.

 

Gefährdung und Schutz


Wasserfrösche sind durch Gewässerverschmutzung, Eutrophierung und Verbauung gefährdet. Allerdings kommen trotzdem an vielen Gewässern kopfstarke Populationen vor und besonders beim Seefrosch werden aktuell starke Ausbreitungstendenzen festgestellt. Hingegen sieht die Situation des Kleinen Wasserfrosches gänzlich anders aus, da seine Biotope, wie Hoch- und Niedermoore, Waldtümpel, Bombentrichter etc. immer seltener werden.
Weiters ist zu bemerken, dass es derzeit zu einer artlichen Verschiebung der Wasserfrösche von esculentus-lessonae hin zu ridibundus oder ridibundus-esculentus Populationen kommt und dadurch die konkurrenzschwächeren Kleinen Wasserfrösche verdrängt und immer seltener werden.

Ein aktuelles Problem stellen zu Gartenteichen zugewanderte Wasserfrösche dar, da es häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten aufgrund des nächtlichen Chorgesanges kommt. Auf der anderen Seite stellen gerade diese künstlichen Gewässer wichtige Ersatzlebensräume in der heute stark verbauten Landschaft dar.

Hingegen stellt der Fang der Wasserfrösche zum Verzehr der Froschschenkel in der heutigen Zeit zumindest in Österreich keine Gefahr mehr dar.

 

 

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