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Teilnehmer: Thomas Bader, Florian & Richard Kopeczky, Franz Rathbauer, Christoph Riegler

 

 

30.4.2011 Einleitung, Tag 0 - Die Anreise

 

Warum eigentlich die Südtürkei? Unser ursprüngliches Reiseziel war Jordanien, allerdings haben wir uns nach den Unruhen in der arabischen Welt nach Alternativen umgesehen. In einer internen Abstimmung entschlossen wir uns für die Südtürkei, da dieses Gebiet eine extrem hohe Diversität aufweist und sicherlich zu den herpetologischen Hotspots in der Paläarktis zählt. Seit den Forschungsreisen des österreichischen Herpetologen Josef Eiselt in den 60er und 70er Jahren hat sich der Kenntnisstand der türkischen Herpetofauna deutlich verbessert. Vor allem die Studien deutscher und türkischer Herpetologen wie J.J. und J.F. Schmidtler, M. Franzen oder W. Bischoff bzw. M. Basoglu, I. Baran und M. K. Atatür sowie deren Schüler brachten in den letzten Dekaden neue Forschungsergebnisse und interessante Neuentdeckungen für die türkische Herpetofauna.


Unser Flug kostete mit ca. 250 Euro von Wien nach Adana und retour gerade mal die Hälfte gegenüber einem Flug nach Jordanien! Der Flug mit Turkish Airlines erlaubt zudem mit 30 kg Gepäck (plus Handgepäck) deutlich mehr Gewicht als die meisten anderen Fluglinien und bietet mit Do&Co ein ausgezeichnetes Catering. Der Ausdruck „Knoblauchbomber“ ist somit Geschichte. Wir wurden über den am Samstag menschenleeren Flughafen in Ankara nach Adana geflogen. Warum Österreicher im Gegensatz zu Deutschen ein kostenpflichtiges Visum brauchen, ist uns ein Rätsel.


Bei der Ankunft in Adana schüttete es wie aus Kübeln und nach unserem Spurt vom internationalen Bereich in den nationalen waren wir nach 20 Sekunden komplett durchnässt.

 

 

Starkregen bei der Ankunft in Adana

 

Schließlich konnten wir doch unsere Mietautos in Empfang nehmen, die nur noch für wenige km Sprit im Auto hatten, sodass wir es gerade noch bis zur ersten Tankstelle schafften. Beim ersten Blick auf die Kosten an der Zapfsäule trauten wir unseren Augen nicht: Benzin kostet umgerechnet: € 2,20 und Diesel € 1,80 pro Liter – damit hat die Türkei die teuersten Spritpreise weltweit! Da wir die Kleinigkeit von 4.000 km mit 2 Autos vor uns hatten, war das nicht gerade erfreulich! Zum Glück waren Unterkunft und Essen relativ günstig, sodass das Budget wieder halbwegs ausgeglichen wurde. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Zentrum von Adana, einer Stadt mit einer Einwohnerzahl in der Größe  Wiens, die allerdings bis auf eine große Moschee am Seyhan kaum Sehenswürdigkeiten aufweist. Ein Foto in unserem Hotel zeigte Adana um 1900 – damals war die Stadt noch eine überschaubare Bauernsiedlung. Das Abendessen, bestehend aus Adana Kebap, war hervorragend, dazu gab es allerhand Beilagen und Efes Bier. Franz hatte zu seinem Leidwesen  dann als einziger Wanzen oder Flöhe im Bett, aufgrund der ausgezeichneten kulinarischen Versorgung konnte er die Blutverluste aber verschmerzen.

 

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01.05.2011 Tag 1 - Von Kilikien in den Hatay:

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Das größte Flussdelta der Türkei, die Cukurova Ebene wird von den Flüssen Tarsus, Seyhan und Ceyhan gebildet. Es handelt sich um ein sehr fruchtbares Schwemmland, das intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Neben Baumwolle werden hier Zitrusfrüchte und allerhand  Gemüse angebaut. Die Bauern betreiben auch Viehzucht und verkaufen vor allem ihr Kleinvieh in den Städten. Immer wieder kamen wir an Nomadensiedlungen vorbei, die sich zumindest äußerlich in einem katastrophalen Zustand befanden. Ob es sich dabei um arabische Flüchtlinge oder um Nomaden der Roma und Sinti (früher abschätzig Zigeuner genannt) handelt, konnten wir nicht feststellen.

 

Route

Reiseroute durch die zentrale Südtürkei


An den Rändern von Äckern und Kanälen sowie in überschwemmten Senken einige Kilometer südostlich von Adana konnten wir unsere ersten Funde machen. Der Kleinasiatische Laubfrosch - Hyla savignyi – er wurde insgesamt an 14 von 54 Stellen nachgewiesen –  sollte uns während unserer gesamten Reise ebenso begleiten, wie der Seefrosch - Pelophylax ridibundus und die Wechselkröte - Bufo variabilis (bzw. B. viridis variabilis). Juvenile, eben erst metamorphosierte Wechselkröten waren zu Tausenden unterwegs. Es dürfte heuer ein extrem regenreiches Frühjahr gewesen sein (und sollte es auch bleiben). Der Würfelnatter - Natrix tessellata dürfte somit heuer ein gutes Nahrungsangebot zur Verfügung stehen. Würfelnattern hätten wir eigentlich häufiger erwartet, und Ringelnattern fanden wir leider überhaupt keine!

 

Die Allerweltstiere der südtürkischen Herpetofauna sind die Streifenmabuye - Trachylepis vittata und die mit Abstand häufigste Eidechse – das Schlangenauge – Ophisops elegans. Die Fundstellen im östlichen Delta liegen in der Kontaktzone der Unterarten basoglui und ehrenbergii. Hier im Schwemmland konnten wir auch den von Schmidtler 1997 beschriebenen Ablepharus chernovi eiselti finden, der im Gegensatz zu Ablepharus budaki keine Ohröffnungen besitzt und einen dunklen Rückenstreifen aufweist. Im gesamten Schwemmland fanden wir Bachschildkröten – Mauremys rivulata an den Böschungen sitzend und sonnend. Da diese sofort im Wasser verschwanden, als wir die Autotüren aufmachten, mussten wir sie vom Auto aus fotografieren.


Das gesamte Delta weist eine interessante Vogelwelt auf, die sich vor allem auf die unter Schutz gestellten Lagunen konzentriert, die wir am Ende unserer Reise noch besuchten. Aber auch unterwegs machten wir immer wieder einige Schnappschüsse, wie z.B. auf einen Braun-Liest. Herpetologisch scheint die Wurmschlange – Typhlops vermicularis ein recht häufiges Faunenelement in der gesamten Südtürkei zu sein, doch wie immer sind gute Fotos aufgrund ihrer Agilität nur mit viel Geduld zu bekommen. Noch häufiger und oft in hohen Stückzahlen angetroffen haben wir den Hardun – Laudakia stellio. Einige Männchen waren schön bunt gefärbt, allerdings waren wir vom hohen Anteil an eher unscheinbar gefärbten Tieren überrascht.


Ein absolutes Highlight hätten die Funde der Bandmolche – Ommatotriton vittatus werden können, doch leider war die Wassersaison der Molche bereits beendet und die Tiere sind in Landtracht ziemlich unspektakulär und gleichen unseren Teichmolchen. Hier im Delta kommt die Unterart cilicensis vor, die sich durch ihr unterbrochenes Band von der im Hatay vorkommenden Nominatform unterscheidet. An einem Gewässer konnten wir riesige Larven von Pelobates syriacus finden.


Bereits westlich der Stadt Ceyhan erheben sich die ersten Ausläufer des Amanus Gebirges (Nur Daglari) aus dem Schwemmland und so versuchten wir unser Glück an der Yilanli Kalesi (=Burg). Landschildkröten - Testudo graeca wurden sehr häufig, besonders aber an trockenen Hängen und in Dünenlandschaften nachgewiesen. Einige wenige Tiere hatten auch geteilte Schwanzschilder und mehrere hatten stark abgeflachte Panzer, sehr stark an T. marginata erinnernd. Auch die Färbung der Maurischen Landschildkröten variierte zwischen gelb und komplett schwarz. Einen weiteren Vertreter der Hanglagenfauna konnten wir hier mit Blanus strauchi hinzufügen. Neben einem lebenden Exemplar fanden wir den Überrest eines anderen, der wahrscheinlich von einem Vogel getötet und nur teilweise verzehrt wurde.

 

 

eine Türkische Netzwühle - Blanus strauchi - schlängelt sich durchs Gras


Die von M. Franzen beschriebenen Fundpunkte von Acanthodactylus schreiberi bei Botas konnten wir nicht bestätigen. Zuerst nährten wir uns dem Hafenbereich von Südwesten, wo ein militärisches Sperrgebiet eingerichtet wurde. Während unserer Suche auf einem Hain wurden wir vom Militär  nach unserer Tätigkeit befragt, allerdings weiters in Ruhe gelassen. Dort konnten wir unsere ersten Eirenis finden, die wir eindeutig als Eirenis levantinus, bei weitem die häufigste von uns gefundene Eirenis Art, identifizieren konnten. Auch unseren ersten Nacktfingergecko – Cyrtopodion kotschyi ciliciensis entdeckten wir dort beim Wenden der Steine. Die Geckos sind durchaus auch am Tag aktiv, allerdings sehr scheu und schwer in situ zu fotografieren. Zudem sind die kleinen Geckos sehr variabel gefärbt, die Bandbreite reicht dabei von einem sehr hellen bis zu einem sehr dunklem, schwärzlichen Grau, mit mehr oder weniger typischer Rückenzeichnung.

 

Blanus RK

Bissattacke von Blanus strauchi


Da uns dieser Standort für Fransenfinger überhaupt nicht geeignet erschien, umfuhren wir das Sperrgebiet und näherten uns Botas von Osten. Dort fanden wir zwar einen Sandstrand vor, jedoch waren auch hier keine für Fransenfinger geeignete Habitate zu finden. Ein typischer Vertreter für derartige Strandbereiche ist Chalcides ocellatus, den wir häufig an Sandstränden, aber auch in kargen Gebirgshängen auf ganz anderem Substrat fanden. Ein bemerkenswerter Nachweis in Botas war der Fund einer Mauremys rivulata am Sandstrand, weitab von jeglichem Süßwasser. Wir konnten uns diesen Fund nur durch menschliche Verfrachtung erklären.


Schließlich erreichten wir den zweiten von M. Franzen publizierten Fundort an der Provinzgrenze zum Hatay, wo wir sofort das passende Fransenfingerhabitat fanden. Obwohl wir zuerst nur unzählige Ophisops und Wechselkröten feststellen konnten, vermeldeten wir nach einiger Zeit mehrere Funde von Acanthodactylus schreiberi. Die Tiere sind viel größer, eleganter und viel schneller als Schlangenaugen und die ersten Fotos gelangen uns nur durch das Ausgraben der Tiere unter Graspulten in den Dünen. Ob diese Eidechsen autochthon sind oder doch eingeschleppt wurden, ist bisher noch nicht klar. Für beide Möglichkeiten gibt es Hinweise: Ein Großteil der Küstenlandschaft in dieser Gegend ist durch Landwirtschaft oder durch Bergbau zerstört – ein riesiges Kohlelager befindet sich unmittelbar neben dem Fundpunkt und so könnte eine ehemals größere Verbreitung durch anthropogene Veränderungen auf kleine Reste reduziert worden sein. Wir fanden auf unserer Fahrt entlang der Küste lediglich dieses passende Habitat für diese psammophile Art. Allerdings konnten wir am Ende unserer Reise noch die geschützten Dünenbereiche in Yumurtalik besuchen, die vielversprechend aussahen, aber nicht von Fransenfingern bewohnt sind, obwohl die Distanz zum Fundort relativ gering ist.


Da die Zeit an diesem Nachmittag bereits weit fortgeschritten war, mussten wir nun auf der Autobahn bzw. Schnellstraße zügig in Richtung Antakya fahren, vorbei an der riesigen hässlichen Stadt Iskenderun, danach kam die Überquerung des Amanusgebirges und schließlich erreichten wir nach mühsamer Fahrt durch Antakya die Stadt Harbiye, wo wir in einem guten Hotel ein günstiges Quartier bezogen.

 

arabische speisen

lecker, scharf, schärfer....arabisches Essen

 

Im Hatay leben viele Araber, alles läuft ein wenig anders ab. Kaum jemand hält sich hier an die gesetzlichen Rauchverbote und die Männer trinken ziemlich viel Bier. Dennoch gab es auch Gaststätten, in denen die Frage nach Bier schon irgendwie obszön klang, die absolut keinen Alkoholausschank duldeten. Das Essen ist bereits stärker arabisch als türkisch geprägt, aber deshalb nicht schlechter! Jeder Mensch geht hier einer einfachen Beschäftigung nach und so hatten wir einen Beschützer für unsere Autos, der die Fahrzeuge jeden Tag für ein wenig Bakschisch sauber putzte.

 

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02.05.2011 Tag 2: Der Hatay ist anders – Unterwegs in Richtung Syrien

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Die Straße von Antakya nach Syrien führt durch das Ziyaret Dagi, einem Höhenzug von gut 1000 m Seehöhe. Zuerst versuchten wir die Bäche und Wasserfälle des Daphne Hains zu finden, sind aber daran vorbei gefahren. Wie sich später herausstellen sollte, sieht es entlang des Baches aus wie im Wiener Würstelprater, daher haben wir dort auch nicht viel versäumt. Unser erster Standort befand sich auf einer Karstfläche auf ca. 600 m Seehöhe. Wir waren recht überrascht, dort mehrere Bandmolche in Landtracht zu finden, obwohl wir nirgendwo ein Gewässer entdeckten. Es handelt sich hier um die Nominatform von O. vittatus mit einem weitgehend durchgehenden lateralen Band. Die dominierenden größeren Schlangen dürften hier Dolichophis jugularis sein, von denen wir ein Jungtier und ein Weibchen fanden. Das Weibchen hatte trotz einer Länge von deutlich über einem Meter noch immer die kontrastreiche Jugendzeichnung.

 

strasse richtung syrien

Straße Richtung Süden an die syrische Grenze


Der zweite Fundort etwas weiter südlich war ein Taleinschnitt mit den angrenzenden Hängen. Überraschend hoch war hier die Dichte an Ablepharus budaki, von dem hier die Nominatform vorkommt, die laut J. Schmidtler gar nicht näher mit der nordwestlicher vorkommenden Unterart anatolicus verwandt sein soll (sh. auch Poulkakis et al. 2005). Allerdings war es recht schwierig, die Tiere zu fangen, um brauchbare Bilder zu bekommen. Zudem verlieren die kleinen Skinke sehr leicht ihren Schwanz, der bei Jungtieren rot gefärbt ist. Auch etliche Ophisops elegans waren hier aktiv. Richard vermeldete schließlich den Fund einer Schlanknatter – Platyceps najadum, deren Kopf intensiv orange gefärbt war. Eine riesige schwarze D. jugularis entwischte Thomas. Besonders hervorzuheben war Florians Geduld, der mehr als eine halbe Stunde darauf wartete, eine männliche Smaragdeidechse - Lacerta media zu fangen, was ihm schließlich auch gelang. Diese wunderschönen Smaragdeidechsen gehören der Unterart wolterstorfii an, sind sehr groß und schlank, gelbgrün mit blauen Backen und gelben Unterseiten und Schwänzen. Eine weitere neue Lacertidenart kam hier mit der Syrischen Eidechse - Phoenicolacerta laevis dazu. Die prächtigen Männchen dieser Art weisen hier leuchtend orange Kehlen auf.

 

Najadum RK

Schlanknatter – Platyceps najadum


In dieser Gegend etwas weiter südlich auf ca. 1.000 m Seehöhe konnte Michael Franzen eine Rhynchocalamus m. melanocephalus finden und so fuhren wir ebenfalls noch etwas weiter nach Süden, bis wir bereits wieder am Südabhang des Gebirges nach Yayladagi kamen. Dort fanden wir eine vielversprechende Stelle mit einem Bergsturz, Quellaustritten und reichlicher Vegetation. An den Gewässern sahen wir viele Laubfrösche und in einem kleinen Quellaustritt entdeckten wir einige Salamanderlarven. Es handelt sich dabei um Larven der Nominatform von Salamandra infraimmaculata. An dieser Stelle entdeckten wir eine reichhaltige Herpetozönose mit Eirenis levantinus, P. laevis, T. vermicularis, C. kotschyi usw. und wahrscheinlich hätten wir dort noch allerhand mehr entdeckt, wenn wir nicht vorzeitig von einem lästigen Burschen vertrieben worden wären. Ständig erwähnte er die Gendarmerie, angeblich wäre das hier ein Sperrgebiet usw. Da er mit seinem Handy offensichtlich die Gendarmerie informierte, verschwanden wir so schnell wie möglich in Richtung Norden mit einem unguten Gefühl. Generell hatten wir im Hatay das Gefühl, dass die Menschen sehr misstrauisch sind und immer gleich die Gendarmerie erwähnen, falls ihnen etwas nicht passt.


Wir wollten hier im Süden so nahe an der syrischen Grenze, wo ja derzeit bürgerkriegsartige Zustände herrschen nicht mehr weiter suchen und so fuhren wir wieder in Richtung Harbiye, wo wir nochmals an einer Stelle einen letzten Stopp einlegten. Ganz überraschend vermeldete Franz den Fund eines subadulten Scheltopusiks – Pseudopus apodus. Wir sind von dieser Art aus Kroatien gewohnt, entweder sehr viele oder gar keine zu finden. Ganz am Ende unserer Reise sollten wir noch ein weiteres Exemplar dieser Art finden. Eine prächtig gefärbte subadulte L. media, einige P. laevis, ein Bandmolch und E. levantinus rundeten den 2. Tag im Gelände ab. Am Abend besuchten wir noch die Wasserfälle am Daphne Hain und beschlossen, dort nicht zu suchen, da wir sowohl Salamander als auch Bandmolche bereits gefunden hatten.

 

 

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03.05.2011 Tag 3: Südliches Amanusgebirge – Verhaftung knapp entgangen

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Obwohl uns Kollegen vor dem Amanusgebirge (militärische Sperrzone) gewarnt hatten, wagten wir einen Vorstoß und wollten auf einem Weg etwas nördlich von Antakya das Amanusgebirge überqueren. Entlang eines natürlichen Bachlaufes zieht sich der Weg vorbei an kleinen Ortschaften und Einzelhöfen ins Gebirge. An den ersten ruhigeren Stellen des Baches fanden wir wieder Feuersalamanderlarven und natürlich Seefrösche in allen Größen. Entlang der Straßenböschung konnten wir hier erstmals die kappadokische Eidechse Apathya cappadocica finden. Laut Eiselt gehören diese Tiere des Kalkuntergrundes ebenso der Unterart wolteri an, wie die weiter östlich vorkommenden Tiere auf Basalt, die ganz anders aussehen (s.u.). Charakteristisch für die Substratrasse auf Kalk sind die dorsolateralen Streifen und einige Tiere weisen einen leuchtend blauen Schwanz auf.

 

An derselben Stelle konnte Franz eine winzige Eirenis levantinus finden. Gerade als wir einen Cyrtopodion kotschyi fotografieren wollten, meldete Franz die Ankunft der Jandarma. In einer schwierigen Diskussion mit dem Offizier versuchten wir diesem klarzumachen, dass wir nur Touristen sind, was ihn aber offenbar wenig beeindruckte. Erst als wir ihm unser Visum im Pass zeigten, lockerte er seine Stimmung und wies uns an, den Weg zurück zu fahren, auf welchem wir gekommen waren. Schade, denn diese naturbelassene Gebirgsgegend sah wirklich sehr vielversprechend aus. Unser zweiter Verweis innerhalb weniger Stunden trübte unsere Stimmung ein wenig und so beschlossen wir, an einen etwas belebteren Ort zu fahren, an dem sich auch Touristen aufhalten.


Also fuhren wir die im Bauzustand befindliche Straße entlang nach Cevlik, wo der berühmte Titus Tüneli zu besichtigen ist. Der Strand in Cevlik ist derart dreckig und versaut (vor allem durch Abertausende von Plastiksackerln), dass wohl kein europäischer Tourist diesen Müllplatz zum Schwimmen aufsuchen würde. Türkische Liebespaare scheint dieser Dreck nicht zu stören. Unter Matratzen fanden wir einige Walzenskinke, aber die Aussicht, hier Chamäleons zu finden, erschien uns nicht sehr günstig. So fuhren wir entlang der Küstenstraße nach Norden und stoppten an einer schönen Bucht. Hier fanden wir die üblichen Verdächtigen, aber leider auch dieses Mal keine Chamäleons.

 

 

Seefrösche – Pelophylax ridibundus

 

Der Titus-Vespasianus-Tüneli wurde von Kaiser Vespasian errichtet, um den römischen Hafen Seleukia Pieria, das heutige Salamandagi, vor Hochwasser zu schützen bzw. auch Wasser für Bewässerungszwecke (eventuell auch Trink- und Badewasser) bereitzustellen. Der Tunnel ist über 100 m lang, 6 m breit und 7 m tief. Unten an den Wänden tummelten sich etliche syrische Eidechsen während die oberen Wandbereiche von Hardunen beherrscht wurden.


Für die Heimfahrt nach Harbiye wählten wir eine gewagte Variante entlang des Orontes, was sich als spektakuläre Fahrt herausstellen sollte. Der Fluss hatte zuvor Hochwasser geführt, daher wussten wir nicht, ob der Weg auch passierbar war. Während der Fahrt blieben wir noch ein paarmal stehen und konnten prächtige syrische Eidechsen in unglaublichen Stückzahlen in der Abendsonne beobachten. In einem Weingarten fanden wir ein Pärchen von Wiener Nachtpfauenaugen, einem der größten Falter der Paläarktis. Eine Paarung von maurischen Landschildkröten spielte sich mitten auf dem Weg ab. Schließlich erreichten wir nach einer unruhigen Fahrt unser Quartier für die letzte Nacht im Hatay.

 

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04.05.2011 Tag 4: Vom Hatay nach Kilis – Einige echte Highlights

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Die erste Station auf dem Weg nach Kilis war die Gegend um Kirikhan, wo laut Literatur Chamäleons und Eirenis rothi vorkommen. Da wir unter Zeitdruck standen, konnten wir das in der Karte eingezeichnete Sumpfgebiet nicht aufsuchen. Daher beschränkten wir uns auf einen der wenigen nicht intensiv genutzten Hügel, wo wir eine subadulte D. jugularis und einige Ophisops fanden. Etwas weiter nördlich hatten Wechselkröten gerade in einem Betontrog abgelaicht, aber auch hier war nicht besonders viel los, aber das sollte sich bald ändern...

 

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entspannter Hirte

 

In der Nähe von Hassa bemerkten wir erstmals vulkanisches Gestein anstatt des bisher dominierenden Kalkes. Etliche Gewässer luden uns richtiggehend zum Suchen ein und es dauerte nicht lange, bis wir unsere ersten Funde machten: Testudo graeca, Trachylepis vittata, Hyla savignyi, Pelophylax ridibundus, Mauremys rivulata (evtl. bereits Übergangsbereich zu caspica?), Laudakia stellio, Cyrtopodion kotschyi, Dolichophis jugularis und dann vermeldete Franz den Fund einer Sandboa – Eryx jaculus. Auf vielen Exkursionen ist uns diese Art immer als gutmütiges Tier begegnet, doch diesmal bekam Christoph zu spüren, dass Riesenschlangen blitzschnell und ordentlich zubeißen können!

 

Etwas weiter nördlich befinden sich inmitten von Lavabrocken einige Gewässer, an denen Apathya cappadocica lebt. Diese Tiere unterscheiden sich farblich ganz wesentlich von der Kalkform im Amanusgebirge, sollen aber trotzdem zur selben Subspecies gehören, was wir, Pholidose hin oder her, stark bezweifeln. Die schwarzen Tiere mit weißen Punkten haben knallgelbe Kehlen und einige weisen blaue Schwänze auf. Auf jeden Fall sind diese Eidechsen sehr fotogen!

 

Unser nächster Stopp war bereits in der näheren Umgebung der Provinzstadt Kilis. Ganz besonderer Dank gilt M. Franzen, der uns diese Stelle empfohlen hatte, denn dieser Hügel entpuppte sich für uns tatsächlich als absoluter Glücksfall. Nach kurzer Zeit vermeldete Christoph bereits den Fund einer für uns alle neuen Art, nämlich der Hakenschnabel Schlankblindschlange – Leptotyphlops macrorhynchus. Im Vergleich zu Typhlops ist diese Art noch wesentlich schlanker gebaut, vergleichbar mit einem Schuhband/Schnürsenkel. Bei genauem Hinsehen ist der Hakenschnabel deutlich erkennbar. Ein weiteres absolutes Highlight lieferte Franz mit einer Zehnstreifenzwergnatter - Eirenis decemlineatus, der größten Eirenis-Art, die bis 85 cm lang werden kann. Auch unser Exemplar wies eine stattliche Länge von fast 70 cm auf und war im Gegensatz zu den anderen handzahmen Eirenis ziemlich aggressiv und bissig.

 

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Levanteotter – Macrovipera lebetina


Die Dämmerung war bereits herein gebrochen und fast alle Tiere wurden unter Steinen gefunden, so auch eine Schlanknatter und ein Nacktfingergecko. In der Literatur sind diese Geckos als Cyrtopodion heterocercum mardinensis von türkischen Herpetologen eingestuft worden, allerdings folgen wir hier M. Franzen, der alle Nacktfinger westlich des Euphrat als C. kotschyi ssp. klassifiziert. Als es bereits dunkel wurde, vermeldete Thomas den Fund einer jungen Levanteotter – Macrovipera lebetina. Die Schlange kroch gerade aus einem Nagerbau heraus, war also eben erst aktiv geworden, ließ sich aber von uns bereitwillig fotografieren und zeigte keinerlei Aggressivität. Zu guter Letzt fand Franz noch die erste Goldmabuye - Trachylepis aurata und so endete ein extrem erfolgreicher Tag, den wir eigentlich als Reisetag geplant hatten. Leider hatte unser Hotel in Kilis nur für eine Nacht freie Unterkunft und so beschlossen wir, am Vormittag noch in der Provinz Kilis zu suchen und danach nach Birecik am Euphrat zu fahren.

 

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05.05.2011 Tag 5: Von Kilis nach Birecik am Euphrat – Stadt der Waldrappe gps

 

 

Die erst seit 1995 eigenständige Provinz Kilis liegt an der syrischen Grenze und weist ein sehr trockenes Klima auf. Durch das Südanatolienprojekt werden riesige Staudämme zur Energiegewinnung gebaut und die einstmals trockenen Halbwüsten werden bewässert, wodurch intensive Landwirtschaft möglich wird. Dadurch bleiben immer weniger Flächen in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.

 

Unser erster Fund an diesem Morgen war die Paarung von Schlangenaugen. Ein Stück weiter erreichten wir wieder eine Basaltblockfläche, auf der wir unsere Suche fortsetzten. Wie zu erwarten, kommt hier die schwarzgefleckte Kappadokieneidechse mit den gelben Kehlen vor. Nach einiger Zeit fanden wir dort auch ein Gewässer mit Wechselkröten. Häufig verdichten sich die Funde rund um stehende Gewässer und so konnten wir auch hier eine neue Art beobachten. Christoph fand unter einem Stein Roth's Zwergnatter - Eirenis rothi, deren Halsband – im Gegensatz zu dem aller anderen Eirenis-Arten - viel länger, also fast geschlossen, ist. Unser fleißigster Steine-Dreher Franz brachte eine weitere Sandboa, die noch hübscher gefärbt war als die erste.

 

Ein freundlicher Hirte kreuzte unseren Weg mit seinem Esel, mit Schlangen wollte er aber nichts zu tun haben. Er empfahl uns eine Stelle an einem nahen Stausee, die wir im Anschluss besichtigten. Bereits auf dem Weg zum Stausee sahen wir neben Landschildkröten einige Agamen auf der Straße sitzen, die scheinbar nicht wie Hardune aussahen.

 

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Christoph mit Hirten

 

Richard gelang es, eine dieser Wüstenagamen zu fangen, die derzeit wissenschaftlich Trapelus lessonae heißen. Wir sahen einige Agamen an der Straße, haben sie aber nicht unseren Fundpunkten zugeordnet, da die Bestimmung aus dem fahrenden Auto, dass es sich nur um Laudakia (Hardune) handelte, nicht einwandfrei möglich war. Hier konnten wir nun eine Gegenüberstellung machen, da beide Arten syntop vorkamen. An dieser Stelle kommt auch eine farbliche (scheinbar Substrat-gebundene - Kalk/Basalt) Übergangsform von Apathya cappadocica vor.

 

Wir fuhren nach Birecik und erkundeten noch einen Hügel nördlich der Stadt mit einem ausgezeichneten Blick über die Ebene und das Euphrattal. Neben einem weiteren Leptotyphlops fanden wir dort syntop zwei Skinkarten, nämlich Chalcides ocellatus sowie einen Tüpfelskink – Eumeces schneideri. Der Tüpfelskink bewohnt fast immer die Umgebung großer Steinblöcke, in denen er sich verstecken kann. Das gesamte Euphrattal wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, daher fanden wir in der Ebene kaum naturbelassene Stellen zum Suchen.


Wir fuhren also zurück nach Birecik und besuchten die Schutzstation für den Waldrapp, wo uns ein Birdlife Türkei Mitarbeiter (Mustafa) einen Privatvortrag hielt. Da Vögel, die die Reise in die Überwinterungsquartiere antreten, kaum mehr zurückkommen (angeblich werden sie in Ostafrika gegessen), sollen nun alle ca. 140 Vögel im Winter hier in einer Voliere eingesperrt, gefüttert und überwintert werden. An den Felsen wurden etliche Nisthilfen angebracht, wo die Vögel ungestört brüten können; einige nisten aber immer noch in natürlichen Felsnischen. Es ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Erlebnis, diese bedrohten Vögel hier noch beobachten zu können.

 

Kinder

Fotosession mit Kindern in Birecik


Birecik profitiert enorm vom Vorkommen der Waldrappe, was an der Zahl der Birdwatcher-Touristen spürbar ist. Leider hinterlässt das Spuren in der Bevölkerung – man wird bei den Preisen (unser Abendessen kostete das Doppelte wie sonst) übers Ohr gehauen und die Kinder sind extrem frech und teilweise unverschämt. So wurden wir auch am Abend im Zentrum von allen Seiten belagert, als wir den dort vorkommenden Gecko fotografieren wollten. Dieser Gecko, der kürzlich als eigene Art Asaccus barani von A. elisae abgespalten wurde, ist extrem scheu und kann nur auf größere Entfernung fotografiert werden. Wir sahen nur wenige (nachtaktive) Exemplare auf den älteren Gebäuden und der Stadtmauer.

 

 

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06.05.2011 Tag 6: Urfa und am Euphrat bei Halfeti – Weitere Highlights gps

 

 

Unsere erste Stelle wurde uns von M. Franzen empfohlen, der dort die von ihm beschriebene Wurmschlange Rhinotyphlops jetzt Letheobia episcopus gefunden hatte. Leider blieb uns diese Art verwehrt – außer Chalcides, Ophisops und einem Hardun fanden wir dort noch eine A. cappadocica, jetzt wieder mit Kalkzeichnung. Unser eigentliches Ziel waren die Ruinen von Harran an der syrischen Grenze, von wo die Eidechse Acanthodactylus harranensis beschrieben wurde. Auf dieser Fahrt Richtung Sanliurfa wurde die Gegend immer steppenhafter, während die Landschaft südlich von Urfa intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Erst bei Harran, wohl aufgrund des mehr oder weniger natürlich erhaltenen Ruinengeländes, erkannte man den ursprünglichen Charakter dieser ehemaligen Halbwüste wieder. Unsere ersten Funde waren mehrere Tüpfelskinke und Schlangenaugen, die flink von Busch zu Busch rannten. Nach einiger Zeit entdeckte Richard ein trächtiges Weibchen von Acanthodactyus harranensis, das gerade auf Nahrungssuche war. Trotz intensiver weiterer Suche auf dem Vorgelände der Ruinen – wir besuchten die Ruinen selbst nicht – gelang uns nur noch der Nachweis eines Jungtieres, das wir aber nicht erwischen konnten. In der Umgebung fanden wir noch etliche Wechselkröten, die sich unter Steinen versteckten.

 

Was macht man als Herpetologe während der Mittagszeit und brütender Hitze in einer wüstenhaften Gegend ohne Infrastruktur? Wir entschieden uns, ins nahegelegene südliche Tektek-Gebirge zu fahren, um dort trotz dieser schlechten Voraussetzungen zu suchen. Schon der Weg dorthin erwies sich als mühsam und führte uns immer wieder durch kleine Bauerndörfer, deren älteste Häuser bienenkorbartige Lehmhütten (Trullis) sind. Fuhrwerke, auf denen zumeist Frauen mit schönen, mit Pailletten verzierten Trachten, begleitet von ihren (noch recht zahlreichen) Kindern, kutschierten, ließen hier ein ziemlich seltsames Gefühl aufkommen, als wäre man um Jahrzehnte in der Zeit zurückversetzt. Ein modernes Auto passt ebenso wenig in diese Gegend, wie die SAT-Schüssel auf jedem einzelnen Haus. Jedes Dorf wurde an einem Lehmhügel errichtet, auf dem die Kinder der Dörfer spielen – diese Hügel sind heutzutage die einzigen nicht bewirtschafteten Flächen der Gegend.

 

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Altagsleben im Tektek-Gebiet

 

Nach langer Fahrt erreichten wir die Tektek-Hügel, wo bereits die Kanäle vom Staudamm errichtet wurden. Das Gebirge selbst ist extrem karg, und wir fanden dort während einer Dreiviertelstunde intensiver Suche, was sich bei dieser Hitze auf das Drehen von Steinen reduzierte, kein einziges Reptil (oder Amphib). Während wir in Marokko zahlreiche Walzenspinnen (Gattung Galeodes) gefunden hatten, konnten wir nur hier – in der trockenen Steinwüste - ein Exemplar beobachten.    Über Funk schimpften wir über diesen langen relativ erfolglosen Ausflug und beschlossen, zum Auto zurückzukehren. Auf dem Rückweg fand Thomas noch einen Leptotyphlops und Christoph vermeldete den Fund einer kleinen flinken Schlange, die ihm zunächst aber entwischt war. Nach kurzer Suche konnte er diese uns bisher unbekannte Schlange wieder auftreiben und fangen. Sie entpuppte sich als Platyceps ventromaculatus, von der uns bisher nur ein einziger türkischer Nachweis aus Ceylanpinar von Baran aus dem Jahr 1970 bekannt ist. Das flinke Tier war gerade in Häutung und zeigte beim Fotografieren keinerlei Aggressionen. Die angebliche Ähnlichkeit mit P. rogersi konnten wir bei diesem Exemplar mit klaren Rückenflecken nicht feststellen.

 

Schlussendlich hatte sich der Ausflug also doch gelohnt und wir fuhren die lange Strecke zurück nach Birecik, wo wir am Nachmittag eintrafen. Wir beschlossen nun, die Terra typica (der genaue Fundort liegt allerdings nunmehr unter dem Wasser des Euphrat) von Rhinotyphlops bzw. Letheobia episcopus bei Halfeti am Euphrat zu besuchen. Teile der früheren alten Stadt („Eski Halfeti“) wurden durch den Staudammbau unter Wasser gesetzt, wobei circa die Hälfte der Bevölkerung umgesiedelt werden musste. Ein Teil der alten Stadt am Euphrat ist noch erhalten, allerdings werden dort Unmengen von Touristen mit Bussen hingekarrt, sodass wir beschlossen, die Stadt zu meiden und stattdessen an den Abhängen zum Euphrat zu suchen. Dort fanden wir sowohl Leptotyphlops als auch Typhlops, aber leider wieder keine Letheobia. Neben mehreren Blanus fanden wir dort einige Eirenis eiselti, eine E. collaris nahestehende Art. Bei diesen Zwergnattern verblasst im Alter das Halsband, das im Verhältnis zu E. rothi und E. barani deutlich kürzer ist und nur die Hälfte des Körpers umfasst.

 

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Franz ist angetan von der Stimmung vorm Sonnenuntergang


Auf unserer Rückfahrt stach uns kurz vor Birecik noch ein markanter Taleinschnitt ins Auge, den es bei Sonnenuntergang zu erkunden galt. Und wieder erst kurz vor dem Aufbruch fragte Christoph per Funk, ob wir trotz des schlechten Lichtes noch einen Eumeces knipsen wollen. Zum Fotoshooting brachte Franz noch eine (sehr hell gezeichnete) Eirenis eiselti dazu und so fotografierten wir die Tiere während der Abenddämmerung. Florian, der sich noch entlang der Straße mit dem Wenden von Steinen beschäftigte, kam plötzlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu uns und zeigte uns eine der schönsten Schlangen der Türkei, eine Diademnatter – Spalerosophis diadema. Wir wussten nicht, dass diese Schlange so weit nördlich vorkommt und waren daher sehr überrascht von diesem Fund. Wir beschlossen, die Schlange bei Tageslicht zu fotografieren, und gönnten uns am Abend nach diesen tollen Funden das eine oder andere Efes zu einem Fisch aus dem Euphrat – einer (auch hier ausgesetzten) Regenbogenforelle.

 

 

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07.05.2011 Tag 7: nach Malatya – Auf der Suche nach einem speziellen Molch gps

 

 

Wir wollten noch am unteren Euphrat versuchen, verbliebene Lebensräume von Acanthodactylus boskianus zu finden, mussten aber feststellen, dass zumindest der Bereich südlich von Birecik aufgestaut und ohne Dynamik war. Am Rand des Flusses auf angeschwemmtem Treibgut sahen wir eine Wasserschildkröte abtauchen. Ob es sich dabei um eine Rafetus euphraticus oder um eine Mauremys caspica gehandelt hatte, konnten wir nicht mehr eruieren. Nachdem wir die Diademnatter fotografiert und wieder an der Fundstelle freigelassen hatten, machten wir uns auf den Weg in die Berge.

 

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Staubereich des Euphrat


Unser Ziel waren die Berge östlich von Malatya, also hatten wir eine Strecke von ca. 320 km vor uns und wir wussten nicht, in welchem Zustand sich die Straßen befinden. Trotzdem erlaubten wir uns einen Stopp in einem Tal in der Nähe von Kahramanmaras. Leichter Regen wechselte mit Sonne, die beide Trachylepisarten und Testudo hervorlockten. Unter Steinen fanden wir Blanus strauchi und Eirenis eiselti, von denen die Jungtiere gefleckte Rückenzeichnungen aufwiesen.


Die Straße nach Malatya ist mittlerweile 4-spurig ausgebaut, wie auch alle anderen Hauptverbindungen zwischen den einzelnen Provinzhauptstädten. Nach einer langen aber ruhigen Fahrt erreichten wir Malatya, von wo aus wir nach Osten abbogen um in die Berge zu fahren. Es wurde immer kälter und nebeliger und es begann aus dem Nebel zu nieseln. Die Sichtweite im Nebel betrug nur noch 10 m und wir hätten den Fundort und auch die Tiere ohne exakte Daten (herzlichen Dank an M. Schweiger und G. Schultschik) niemals gefunden. Nach der Überquerung eines Passes wurde die Sicht etwas besser und wir erreichten um ca. 16:00 bei 5 Grad den Bach, an dem die Molche vorkommen sollten. Das Gelände war relativ steil und einige Bachabschnitte sind vollkommen unzugänglich, wir konnten aber auf einem Weg für das Weidevieh einen flacheren Abschnitt des Baches erreichen und entdeckten sehr bald die ersten Neurergus strauchii barani. Die wunderschönen Molche waren sowohl im Wasser als auch an Land zu finden. Die Tiere waren in den Bachkolken sehr häufig und einige Weibchen waren gerade an Land unterwegs, aber auch unter Steinen fanden wir einige Exemplare. Offensichtlich hatten wir hier gerade den absolut günstigsten Zeitpunkt für die Beobachtung der Molche erwischt. Die schlechte Lichtsituation machte es schwierig, brauchbare Fotos zu erhalten. An dieser Stelle fanden wir keine andere Amphibien- oder Reptilienart.

 

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Absteige in Malatya


Zurück in Malatya hatten wir noch Schwierigkeiten mit der Unterkunft, denn die Pension, in der wir (fast) eingecheckt hätten, entpuppte sich als letztklassiges Loch, und so empfahl uns das GPS eine Unterkunft am Bahnhof, wo wir dann im Hotel der Türkischen Eisenbahnen Zimmer nahmen, die ordentlich und günstig waren. Am Abend besuchten wir eine riesige, amerikanisch angehauchte Shopping Mall mit einigen amerikanischen aber auch türkischen Fastfood-Ketten. Das Einkaufszentrum wurde von den Türken regelrecht überrannt und wir konnten nur schwer einen Parkplatz ergattern. Für uns ungewohnt war, dass man das Einkaufszentrum nur durch eine Personenkontrolle mit Gepäckdurchleuchtung betreten konnte – also Sicherheitsvorkehrungen wie auf einem Flughafen. In einem Baumarkt versorgten wir uns mit neuen Arbeitshandschuhen, die hier günstig zu haben waren. Wir kauften den gesamten Bestand auf.

 

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08.05.2011 Tag 8: zentralanatolisches Hochland – Berge und karge Steppen gps

 

 

Unsere lange Reise führte uns von Malatya über Pirnabasi nach Kayseri und weiter nach Kappadokien. Insgesamt hatten wir 420 km zurückzulegen, aber auch hier sind die Straßen bereits 4-spurig ausgebaut oder werden gerade erweitert. Da wir bereits ab 07:00 unterwegs waren, hatten wir wieder etwas Zeit, um den einen oder anderen Stopp einzulegen. Bei der ersten Passüberquerung auf 1.800 m zeigte das Thermometer +2° C an und irgendwann auf einem der unzähligen Berghänge bei immer noch kühlen Temperaturen versuchten wir unser Glück. Sogar in dieser Höhe gehören die Streifenmabuyen zum Inventar, aber unsere eigentliche Zielart war die Zwergeidechse – Parvilacerta parva, die auf diesen Berghängen in hohen Dichten vorkommt. Wir sahen Tiere mit weißen und mit gelben Bäuchen. Unterwegs begegneten uns immer wieder Anatolische Ziesel (Spermophilus xanthoprymnus) und deren Hauptfeind, der Adlerbussard (Buteo rufinus), der hier in hohen Dichten vorkommt.

 

Franz Richard Panorama

Schneebedecktes Panorama in Zentralanatolien


In der Nähe von Pinarbasi hatte M. Schweiger vor Jahren entlang eines Baches eine überfahrene Montivipera albizona gefunden, also suchten wir den Fundort auf und staunten nicht schlecht, als wir eine riesige Baustelle vorfanden, auf der die Straße gerade auf 4 Spuren erweitert wurde. Vom naturnahen Bachlauf ist leider kaum etwas übrig geblieben und so suchten wir den angrenzenden Hügel nach Reptilien ab. In den steilsten Felsenbereichen entdeckten wir recht scheue Eidechsen, die wir aufgrund ihrer flachen Schnauze als Darevskia valentini lantzicyreni identifizierten, zudem hatte Mario dort vor Jahren diese Art gefunden. Die Eidechsen haben blau gepunktete Flanken, wobei die Blaufärbung bei männlichen Tieren viel stärker ausgeprägt ist. Wie sich später herausstellte, handelt es sich zumindest bei den von uns fotografierten Eidechsen allerdings um Apathya cappadocica cappadocica - ob sich unter den Eidechsen auch Darevskia befanden, können wir nicht mit Sicherheit sagen.


Für ein weiteres Highlight sorgte Thomas, der vermeldete, dass er eine Viper gefangen hatte, die sich aber später bei genauer Betrachtung als Hemorrhois ravergieri - Ravergiers Zornnatter - herausstellte. Das weibliche Tier hatte eine Länge von ca. 130 cm und war während der Mittagszeit aktiv und auch sehr angriffslustig. Es dauerte geraume Zeit, bis wir ordentliche Bilder schießen konnten. Bevor wir weiterfahren wollten, entdeckte Florian noch eine junge Smaragdeidechse, die ebenso wie die adulten L. media deutliche Unterschiede zu den Tieren im Hatay aufweisen. Diese Eidechsen, die zur Nominatform gehören, sind dunkler grün gefärbt und vom Körperbau her massiger und kräftiger – wir kannten diese Form auch aus Georgien. Die juvenilen Tiere sind nicht so kontrastreich und eher ins braungrüne gefärbt als die hellgrünen attraktiveren L. media wolterstorfii. Ein adultes Tier dieser Art entwischte uns einige Kilometer weiter.


Wir erreichten die riesige Stadt Kayseri, die vor dem gewaltigen fast 4.000 m hohen Erciyes Dagi eingebettet ist und selbst auf über 1.000 m Seehöhe liegt. Auf dem Berg soll es sogar ein Schigebiet geben. Alle großen Städte der Südtürkei wachsen in einem unvorstellbaren Tempo und es ist für uns nicht vorstellbar, wer all diese neu geschaffenen Plattenbauten besiedeln soll. Verschreckt von der Großstadt ging es weiter nach Westen in die Region Kappadokien, die durch ihre bizarren Erosionsformen besticht.


Unser Ziel war Göreme, das touristische Zentrum Kappadokiens. Im Mai sind noch relativ wenige Touristen hier unterwegs und es ist leicht, eine Unterkunft und Platz zum Abendessen zu bekommen. Wir können uns gut vorstellen, wie im Hochsommer tausende Touristen mit Bussen von der Küste heraufgekarrt werden, die dann in der kontinentalen Hitze bei 40 Grad im Schatten die Ramschmärkte überschwemmen. Wir erhielten jedenfalls einen ersten schönen Eindruck während des Sonnenunterganges über einer spektakulären Erosionslandschaft und speisten ein traditionell kappadokisches Abendessen aus einem Tontopf, den jeder selbst aufschlagen musste (die Bruchstelle befindet sich am „Hals“ des Topfes). Wohl eher an einem Sonnenstich als am Essen lag die schlimme Übelkeit von Florian an diesem Abend, oder war es doch das Bier?

 

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09.05.2011 Tag 9: Kappadokien - Landschaftlich top, herpetologisch flop gps

 

 

Bereits zeitig in der Früh steigen im Kessel von Göreme Touristen in vielen Heißluftballons auf, um die beeindruckende Landschaft aus der Vogelperspektive zu betrachten. Wir machten eine Rundfahrt durch den Göreme Nationalpark und besichtigten die Feenkamine, Felssäulen, Pyramiden und das rote Tal, mussten aber die unterirdischen Städte leider aus Zeitgründen auslassen. Unsere Rückfahrt führte uns durch das reizvolle Ihlara Tal, das mit seinen eindrucksvollen Schluchten die Landschaft durchzieht. Kappadokien ist relativ arm an Reptilienarten, auch wir fanden hier nur die häufigsten Vertreter wie Hardun, Schlangenauge und Landschildkröte, trotzdem hat sich der Umweg aufgrund der sensationellen Landschaft auf jeden Fall gelohnt.

 

 

jeden Morgen steigen etliche Ballons über Göreme auf

 

Am späteren Nachmittag fuhren wir von Ciftlik im Ihlara Tal auf einer Nebenstraße über einen 2.000 m hohen Pass in Richtung Nigde. Vor dem Pass blieben wir an einem See stehen und suchten entlang eines Baches. Neben den Zwergeidechsen auf den Wiesen zeigten sich immer wieder Felseneidechsen, die wir zuerst als Darevskia valentinii einstuften, stellten aber später anhand der Fotos fest, dass es sich um die Nominatform von Apathya cappadocica handelte. Auf der Passhöhe hatten sich einige Kleingewässer durch die Schneeschmelze gebildet, in denen Unmengen an Kaulquappen und Laichballen des Kleinasiatischen Braunfrosches - Rana macrocnemis schwammen. Die adulten Tiere waren im Tümpel abgetaucht, aber auf den umliegenden feuchten Wiesen sprangen vorjährige Frösche herum. Schließlich gelang es Christoph, auch einen adulten Frosch zu fangen, den wir ausgiebig fotografierten.


Ursprünglich wollten wir im zentral gelegenen Tarsus eine Unterkunft nehmen, doch stellte sich heraus, dass hier keine Hotels am Stadtrand lagen und so fuhren wir immer weiter Richtung Westen, vorbei am hässlichen Mersin, entlang eines komplett mit leer stehenden Hochhäusern verbauten Strandabschnittes, bis wir schließlich ein Hotel fanden. Christoph verhandelte tolle Konditionen mit dem Manager aus und so wohnten wir während unserer letzten Etappe gemeinsam mit dem türkischen Nachwuchs-Nationalteam im Boxen, das dort neben uns - als einzige weitere Gäste - in einem 10-stöckigen Hotel ein Trainingscamp abhielt.

 

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10.05.2011 Tag 10: Das Göksu Delta – Im Reich der Eidechsennatter gps

 

 

Da wir nun bereits westlich von Mersin waren, beschlossen wir, nach Silifke ins Göksu Delta zu fahren. Neben den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, wurde eine relativ große Lagunenlandschaft im Delta als Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt. Nachdem wir uns ein wenig als Birdwatcher versuchten, sattelten wir dann doch wieder um und fanden eine große Exuvie einer Eidechsennatter.

 

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Eidechsennatter – Malpolon insignitus insignitus

 

Im Lauf des Vormittages entwischten uns dann etliche große Exemplare dieser blitzschnellen Schlange sowie deren Beutetiere, die Hausratten. An einem Loch versuchten wir sogar eine Schlange auszugraben, was wir aber nach kurzer Zeit wieder erfolglos beendeten. Im Delta fanden wir neben Seefröschen und Wechselkröten einige Streifen- und Walzenskinke sowie Schlangenaugen und Johannisechsen. Bei einem letzten Versuch an der Stelle, an der wir zuvor gegraben hatten, scheuchte Franz die Eidechsennatter auf, die über mehrere Büsche versuchte, in ihr Loch zu gelangen. Richard konnte die Malpolon insignitus insignitus gerade noch erwischen, bevor sie in ihrem Loch verschwunden war. Zu guter Letzt fanden wir noch einen Halbfingergecko – Hemidactylus turcicus direkt an der Mündung des Göksu.


Die Mittagspause und den Nachmittag verbrachten wir entspannend am hübschen Strand von Kizkalesi. Man bemerkt in der Türkei sofort, ob man sich in einer Touristengegend befindet oder nicht, denn nur dort wird der Müll beseitigt und die Strände und Promenaden werden sauber gehalten. Der vielversprechende Burghang von Silifke brachte uns am Abend außer einem Typhlops und unzähligen Hardunen kein Highlight mehr, allerdings hat man von dort oben einen herrlichen Blick auf das Göksu Delta mit seiner Lagunenlandschaft.

 

 

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11.05.2011 Tag 11: In den Bergen westlich von Mersin gps

 

Nach dem Ausflug ins Delta zog es uns wieder zurück in die Berge. Wir fuhren von Erdemli dem Bach folgend ins Gebirge und hielten erstmals in den Hügeln einige Kilometer nördlich der Stadt. Richard fand hier die einzige aktive Eirenis, bei der es sich um eine Eirenis modestus cilicius handelte. Leider konnten wir das Tier, das in ein Gebüsch flüchtete, nicht mehr finden. An einer etwas höher gelegenen Stelle befanden sich mehrere Foliengewässer, die offenbar zur Bewässerung angelegt wurden. Hier mussten wir einige hineingefallene Landschildkröten vor dem Ertrinken retten. Ein junges Exemplar fiel uns mit einem geteilten Schwanzschild auf, was bei maurischen Landschildkröten eher selten vorkommt. An der nächsten Stelle fanden wir einige Johannisechsen mit relativ großen Ohröffnungen, daher stuften wir sie als Ablepharus budaki anatolicus ein, was uns später durch J. Schmidtler bestätigt wurde. Die Skinke bewohnen die Laubstreu von Eichen und sind extrem schwer zu fangen, zudem werfen sie sehr leicht ihre Schwänze ab.


Die schönsten Stellen an diesem Tag befanden sich an kleineren Seitenbächen im Gebirge, wo wir einzelne Smaragdeidechsen beobachteten, aber weder fangen noch fotografieren konnten. In den Kolken der Bäche schwammen Larven von Salamandra infraimmaculata orientalis und an den Steinblöcken entlang des Baches tummelten sich etliche Eidechsen. Dabei handelte es sich um Anatololacerta danfordi, die wir eigentlich auch an der Küste erwartet hätten.

 

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Danford`s Eidechse – Anatololacerta danfordi

 

Hier kommt die Nominatform vor, die sich durch einen ontogenetischen Farbwechsel der Kehle bei den Männchen  (juvenil: weiß; subadult: orange; adult: blau) auszeichnet. Bei den Weibchen sind die Farben stark verblasst erkennbar – Dank an J. F. Schmidtler für diese und viele andere Informationen. Die Südabhänge des Bolkargebirges sind in jedem Fall sehr beeindruckend und umso „naturnäher“, je weiter man ins Hinterland vordringt.


Am Abend nach einem erfrischenden Bad im Hotelpool gingen Franz und Thomas noch am Hotelstrand auf Suche und fanden dort noch einige Halbfingergeckos, See- und Laubfrösche, Streifenskinke und ein Paar syrischer Eidechsen. Leider ist in dieser Gegend von der „Natur“ durch den Bau von Feriensiedlungen und Wolkenkratzern mit Wohnungen für Türken (hauptsächlich) aus Istanbul, kaum mehr etwas übrig geblieben.

 

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12.05.2011 Tag 12: Unwetter im Gebirge bei Camliyayla gps

 

Im Hinterland von Mersin scheinen einige nahe verwandte Arten der Gattungen Eirenis und Ablepharus aufeinander zu treffen und sympatrisch vorzukommen. Zudem ist die Straße nach Camliyayla als Panoramastraße in unseren Karten eingetragen und somit hatten wir das Reiseziel des vorletzten Tages fixiert. An der ersten typisch mediterranen Hangstelle auf 400 m fanden sich Anatololacerta danfordi, Eirenis levantinus, Trachylepis vittata, T. aurata, Chalcides ocellatus und Testudo graeca. Als Highlight muss man Christophs Fund eines adulten Scheltopusiks einstufen, denn es war das einzige adulte Exemplar unserer Reise.


Aus der Gegend um Camliyayla sind der Skink Ablepharus chernovi ressli sowie die hübsche Eirenis aureolineatus beschrieben worden, die wir im Gebiet suchen wollten. An einer Fundstelle um die 1.000 m Seehöhe fanden wir eine Johannisechse, die aber wieder eine Ablepharus budaki war und leider konnten wir auch keine weitere Eirenis mehr finden. Allerdings konnte Thomas eine große schwarze weibliche Zornnatter (Dolichophis jugularis) fangen, die etwa 1,5 m lang war. Da dieses Prachtexemplar ausgiebig fotografiert wurde, erreichten wir erst zu Mittag den Bergort Camliyayla. In einem Gasthaus nahmen wir wie üblich unseren Döner zu uns und bemerkten, dass ein heftiges Unwetter aufzog – ideales Feuersalamanderwetter, so dachten wir.

 

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Zornnatter – Dolichophis jugularis


Es begann immer heftiger zu regnen, während wir uns auf einem Weg in Richtung Gebirge vorkämpften. Wir hofften auf Salamander, doch leider war trotz heftigem Regen nichts zu sehen, außer einem dicken Keiler, der vor uns die Straße kreuzte, Der Hauptfluss führte Hochwasser und drohte, die Furtbrücke zu überschwemmen und so machten wir uns mit einem unguten Gefühl auf den Weg zurück in die Ortschaft. Dort suchten wir nochmals entlang eines Baches während heftigem Regen – aber wieder ohne Erfolg. Franz fand beim Steinedrehen ein A. danfordi Weibchen, gerade als es zu regnen aufhörte. Auf unserem Rückweg wählten wir eine andere Route und fuhren hinüber zur Autobahn, wo wir noch an einer Stelle verweilten. Aufgrund des Regens waren aber nur Wechselkröten unterwegs und einige Hardune hatten sich unter Steinen verkrochen.


Aufgrund des anhaltenden Regens beschlossen wir nach unserem Nachtmahl bei McDonalds, eine Nachtexkursion zur Schaufelkröten-Stelle des ersten Tages zu fahren, um auch adulte Tiere zu finden, da in unseren Breiten die besten Aussichten auf Pelobates-Funde in lauen Regennächten bestehen. Leider blieb uns auch dieser Fund verwehrt, obwohl unzählige See- und Laubfrösche aktiv unterwegs waren. Auch Bandmolche (in - von uns erhoffter – Wassertracht) waren nicht mehr zu finden.

 

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13.05.2011 Tag 13: Der letzte Tag im Cukurova Delta gps

 

Wir beendeten unsere Reise fast so, wie wir sie begonnen hatten, nämlich im Cukurova Delta. Leider regnete es den gesamten Vormittag heftig, deshalb verlegten wir uns ein wenig auf Vogelbeobachtungen, da die Aussicht auf Reptilien sehr gering war. Der Verbindungsweg von Tuzla nach Karatas war durch den Regen unpassierbar und so fuhren wir den ganzen Vormittag herum und erreichten schließlich zu Mittag Karatas, wo wir nach langer Suche einen Weg in die geschützte Dünenlandschaft fanden, während das Wetter auch langsam besser wurde. Trotz intensiver Suche nach Chamäleons wurden wir nicht fündig. Stattdessen fanden wir sehr viele Landschildkröten und Schlangenaugen sowie unendlich viele junge Wechselkröten. Christoph entwischte eine juvenile Eidechsennatter, die er unter einer Plane aufstöberte. Bei einem seitlichen Schuttplatz (bzw. kleinen Häuserruinen) konnten auch Hardune und Gefleckte Walzenskinke beobachtet werden.

 

Regen CR

Gewitterwolken gegen Ende der Reise


Nach unserem Mittagessen in Karatas fuhren wir entlang des Schutzgebietes weiter nach Osten. Leider waren die Lagunen mit Flamingos sehr weit entfernt und wir hatten keine Möglichkeit, näher heranzukommen. Als wir in Yumurtalik angekommen waren, zogen heftige Windböen auf und Thomas entwischte eine gelb gefärbte Schlange im Strandwald – nach Christophs Angaben dürfte es sich um eine junge Malpolon gehandelt haben, denn die von ihm zuvor beobachtete juvenile Malpolon war angeblich ebenfalls gelblich gefärbt. Bisher sind uns allerdings keine Berichte über juvenile gelb gefärbte Eidechsennattern bekannt.


Auf unserer Rückfahrt blieben wir ein letztes Mal an einer Schotterabbaugrube stehen und versuchten dort unser Glück. In einem Gewässer beobachteten wir einige sonnende Bachschildkröten. Unter den vier dort beobachteten Amphibienarten befand sich auch ein Bandmolch. Neben den üblichen Arten fanden wir hier noch eine Eirenis levantinus und einen Typhlops vermicularis und so hatten wir mit 10 Arten an dieser Stelle einen versöhnlichen Ausklang unserer insgesamt sehr erfolgreichen Reise.

 

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14.05.2011 Tag 14: Heimreise

 

Der Tag war ausschließlich der Heimreise vorbehalten. Am Abend hatten wir noch versucht, einige Souvenirs für die „Lieben daheim“ zu ergattern, doch dieser Tag bestand vor allem aus Wartezeiten, Fahrt zum relativ bescheidenen Flughafen von Adana, Flug nach Istanbul (leider saßen wir auf für einen Blick auf die Stadt nicht gerade günstigen Sitzplätzen – auch der Lichteinfall der relativ hochstehenden Sonne erwies sich als störend) und Rückflug nach Wien.

 

Flughafen

Kemal-Atatürk-Flughafen

 

Der Kemal-Atatürk-Flughafen in Istanbul ist der größte türkische Flughafen – und hier war wirklich etwas los! Massen  an Passagieren, die von oder zu den einzelnen Luftfahrtschiffen unterwegs waren, Toiletten oder Imbissstätten oder verzweifelt sich zu orientieren suchten (dabei ist die Beschilderung vorbildlich und das Personal schien auch sehr freundlich zu sein) oder sich über Berge von Gepäck ausbreiteten, das sie gelangweilt oder beflissen, beiläufig oder mit Adlerblick bewachten...   Flugzeuge starteten und landeten in Intervallen von fünf bis sieben Minuten, während in Adana tagsüber die Starts halbstündig oder sogar im Abstand von ein bis zwei Stunden stattfanden. Beim Rückflug nach Wien konnten wir feststellen, dass auch Österreich von Wolkengüssen überzogen worden war; überall waren Wasserlacken und stellenweise konnten wir nebelartigen Wasserdampf feststellen.


So schnell sind zwei Wochen dahin, dabei haben wir die Südtürkei gerade mal „gestreift“.

 

 

Artenliste Amphibien & Reptilien

 

 

Arten die wir beobachten konnten

 

Schwanzlurche Neurergus strauchi barani
Salamandra infraimmaculata infraimmaculata & orientalis
Ommatotiton vittatus vittatus & cilicensis
Froschlurche Bufo variabilis
Hyla savignyi
Pelobates  syriacus
Pelophylax ridibundus
Rana macrocnemis
Schildkröten Mauremys caspica
Mauremys rivulata
Testudo graeca ibera & terrestris
Agamen Laudakia stellio stellio
Trapelus lessonae
Pseudopus apodus thracius
Geckos Asaccus barani
Cyrtopodion kotschyi ciliciensis & syriacus & ssp. (Hatay)
Hemidactylus turcicus turcicus
Eidechsen Acanthodactylus  schreiberi  schreiberi
Acanthodactylus  harranensis
Apathyia  cappadocica cappadocica & wolteri
Anatololacerta danfordi danfordi
Phoenicolacerta laevis
Parvilacerta parva
Lacerta media media & wolterstorfii
Ophisops elegans basoglui, ehrenbergii & centralanatoliae
Skinke Ablepharus budaki budaki & anatolicus
Ablepharus  chernovi eiselti
Chalcides  ocellatus ocellatus
Eumeces  schneideri princeps
Trachylepis aurata aurata
Trachylepis vittata
Doppelschleichen Blanus strauchi aporus
Blindschlangen Leptotyphlops macrorhynchus
Typhlops vermicularis
Riesenschlangen Eryx jaculus turcicus
Nattern Dolichophis jugularis
Hemorrhois nummifer nur Exhuvie
Hemorrhois ravergieri
Platyceps najadum najadum
Platyceps  ventromaculatus
Eirenis barani
Eirenis decemlineatus
Eirenis  rothi
Eirenis  levantinus
Eirenis eiselti
Eirenis  modestus cilicensis
Malpolon insignitus insignitus
Spalerosophis  diadema cliffordi
Natrix tessellata
Vipern Macrovipera  lebetina euphratica

 

 

Arten die noch in dem Gebiet vorkommen

 

Meeres/Weichschildkröten Rafetus euphraticus
Trionyx triunguis
Chelonia mydas
Caretta caretta
Schildkröten Emys orbicularis
Chamäleons Chamaeleo chamaeleon
nachtaktive Geckos Cyrtopodion heterocercum
Cyrtopodion scabrum
Stenodactylus grandiceps
Eublepharis agramainyu
Eidechsen Phoenicolacerta cyanisparsa
Mesalina brevirostris
Acanthodactylus boskianus
Darevskia valentini
Skinke Ablepharus kitaibelii
Waran Varanus griseus
Nattern Dolichophis caspius
Dolichophis schmidti
Platyceps collaris
Eirenis coronella
Eirenis lineomaculata
Eirenis aurolineatus
Eirenis persicus
Eirenis barani
Rhynchocalamus melanocephalus
Zamenis hohenackeri
Elaphe sauromates
Telescopus fallax
Telescopus nigriceps
Natrix natrix
Walterninnesia morgani
Blindschlangen Rhinotyphlops episcopus
Vipern Montivipera albizona

 

 

Vögel die wir fotografieren konnten (ungeordnet)

 

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Kommentare  

 
0 #2 Zygmunt Bukowski 2014-02-02 14:29
Wirklich, ein Super-Bericht! Derzeit beobachte ich nur mehrere Zauneidechsen im meinen Garten! Bitte um weitere Berichte.
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0 #1 Daniel Hofer 2013-12-12 18:25
Einen Super-Bericht und Super-Fotos habt ihr uns da zugänglich gemacht. Danke schön! Gerne würde ich das Gebiet mal besuchen - leider fehlen Zeit und Geld. Auch die Aufmachung Eures Berichts, mit vielen abrufbaren Fotos ist eine Top-Idee, bin gespannt was weiter noch kommt. Ich gebe noch einen Geheim-Tipp: geht mal Anfangs April die Spanische Enklave Ceuta (auf dem Marokkanischen Festland) besuchen - da kriegt ihr auf wenig Terrain ein maximal von Arten zusammen! Ich habe das schon lange geplant, muss aber wohl warten bis meine Tochter (4 jährig) etwas grösser ist ....
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