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Nose-horned Viper
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Víbora cornuda
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Vipère ammodyte
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Vipera dal corno

 

Die Europäische Hornotter oder Sandviper - Vipera ammodytes - ist die größte Giftschlange Europas, sieht man von den, Europa gerade erreichenden Arten, der Bergotter Montivipera xanthina in der europäischen Türkei und angrenzendem östlichstem Griechenland und der Levanteotter, Macrovipera lebetina obtusa in Transkaspien und der Milosviper Macrovipera schweizeri auf einigen Kykladeninseln, ab.

 

Hornotter -Vipera ammodytes (Foto: © herpetofauna.at)

 Hornotter - Vipera ammodytes (Foto: © herpetofauna.at)

 

Linne gab ihr den wissenschaftlichen Namen ammodytes, was so viel wie „Sandtaucher“ bedeutet. Eine Lebensweise die aber für die Europäische Hornotter keinesfalls zutrifft. Deshalb ist auch der deutsche Name Hornotter dem Namen Sandviper vorzuziehen.


Die Europäische Hornotter ist in mehreren Unterarten von der Südseite des Alpenhauptkammes in N-Italien und Österreich über die gesamte Balkanhalbinsel westlich und südlich der Donau verbreitet. Ein Isolat  links der Donau besteht in Siebenbürgen. Außereuropäisch kommt Vipera ammodytes, in der Unterart transcaucasiana im westlichen und nördlichen Anatolien bis nach Transkaukasien vor.

 

Systematik

 

Klasse: Reptilia, Reptilien
Ordnung: Squamata, Schuppenkriechtiere
Unterordnung: Serpentes, Schlangen
Familie: Viperidae, Vipern
Gattung: Vipera, Echte Vipern
Art: Vipera ammodytes, Europäische Hornotter

 

Beschreibung


Durch ihr auffallendes Schnauzenhorn und den großen, stark vom Hals abgesetzten Kopf kann Vipera ammodytes mit keiner anderen heimischen Giftschlange verwechselt werden. Außerdem besitzt das Rückenband viel weniger Bandzacken als das der Kreuzotter - Vipera berus.

Von unseren Nattern unterscheidet sie sich durch den plumperen Körperbau und den kurzen Schwanz. Sie könnte eigentlich nur mit der Schlingnatter, Glattnatter - Coronella austriaca verwechselt werden. Letztere hat aber einen kleinen, nur undeutlich abgesetzten Kopf und niemals ein deutliches Zick-Zack Band am Rücken.

Die österreichischen (und im angrenzenden Italien und Slowenien) lebenden Hornottern sind die größten im gesamten Verbreitungsgebiet. Längen von knapp über einem Meter sind belegt. Durchschnittlich erreicht sie 70 bis 90 cm, wobei aber derart große Tiere heute sehr selten sind.

 

Kopfportrait Hornotter
Kopfportrait Hornotter


Wie alle europäischen Vipern besitzt sie eine senkrecht stehende Spaltpupille, was sie ebenfalls von allen, bei uns lebenden Nattern unterscheidet. Alle Kopfschilde sind in Kleinschuppen aufgelöst. Diese, wie auch die Körperschuppen sind gekielt. Die Rückenfärbung schwankt zwischen silberweiß, grau über beige bis braun, wobei bei den Männchen mehr die Grau-, bei den Weibchen mehr die Brauntöne dominieren. Die Schwanzunterseite ist rot gefärbt, oft auch das Schwanzende oberseits

 

Verbreitung


Die Verbreitung in Österreich liegt ausschließlich südlich des Alpenhauptkammes in Kärnten und der Steiermark, wobei aber die meisten Vorkommen in der Mark bereits erloschen sein dürften. Ebenso gibt es von den ehemaligen Vorkommen im oberen Drautal Westkärntens keine Neunachweise. Einen Einzelnachweis gibt es neuerdings aus Osttirol. Die Höhenverbreitung in Österreich liegt zwischen 350 und 800 m, mit einem Schwerpunkt zwischen 400 und 800 Metern.

 

 

Verbreitungkarte: Hornotter - Vipera ammodytes (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreic

 

Lebensräume


Als submediterranes Faunenelement bevorzugt die Europäische Hornotter an ihrer nördlichen Arealgrenze stark sonnenexponierte Lebensräume, wie Geröll- und Blockhalden, Waldränder, scheut(e) aber auch nicht die Nähe des Menschen und wird (wurde) regelmäßig in Legestein- und Terrassenmauern und selbst in Betrieb befindlichen Steinbrüchen gefunden.
 

Habitat der Europ. Hornotter: trockene Geröllhalden mit lichter Bewaldung

 Habitat der Europ. Hornotter: trockene Geröllhalden mit lichter Bewaldung
 

Lebensweise


Die annuale Aktivitätsperiode beginnt meist Mitte März und dauert bis Mitte/Ende Oktober. Die Männchen kommen ein bis zwei Wochen früher aus dem Winterquartier. Kurz danach findet die Frühjahrshäutung statt. Zu diesem Zeitpunkt erwachen auch die Weibchen aus der Winterstarre und es kommt zur Paarung. Werben mehrere Männchen um ein Weibchen, kommt es häufig zu Ritual- Kommentkämpfen zwischen den Männchen, wobei manchmal viele Tiere „zu einem Knäuel“ verwickelt sein können (Medusenhaupt). Während die Männchen erst nach dem Abklingen der Paarungsaktivitäten mit der Nahrungsaufnahme beginnen, fressen die Weibchen bereits kurz nach dem Erwachen, stellen aber die Nahrungsaufnahme bei fortgeschrittener Trächtigkeit ein. Die Männchen sind jedes Jahr fortpflanzungsfähig, die Weibchen dagegen meist nur jedes 2. Jahr. Nach einer Tragzeit von 90 bis 120 Tagen werden die durchschnittlich 6 – 12 Jungen abgesetzt. Größere Wurfmengen, bis zu 20 sind selten. Die Jungen sind bei der Geburt (14) – 16 – 23 cm lang mit einem Gewicht von etwa 4,5 bis 7,3 Gramm. Die Jungvipern häuten sich unmittelbar nach der Geburt.
 

Nahrung


Die erste Nahrung besteht aus jungen Eidechsen und Insekten. Mit zunehmendem Wachstum werden immer mehr Kleinsäuger und Vögel gefressen. Ist die Echsendichte im Lebensraum hoch, können Lacertiden  oft einen beträchtlichen Beuteanteil selbst erwachsener Vipern ausmachen. Es kommt auch Kannibalismus vor. Wie bereits oben erwähnt, liegt der Schwerpunkt bei der Nahrungsaufnahme bei den Männchen etwa von Ende Mai bis Mitte/Ende Juli, der der nicht trächtigen Weibchen von April bis Mitte/Ende Juli, der der trächtigen Weibchen von April bis Ende Mai – Anfang Juni. So können sich in diesem Jahr nicht an der Fortpflanzung teilnehmende Weibchen genügend Körperreserven anfressen um im Folgejahr bei Trächtigkeit die kürzere Nahrungsaufnahmeperiode zu egalisieren.

 

Gefährdung und Schutz


Vipera ammodytes
ist bei uns in einem steten Rückgang begriffen. Gründe dafür sind hauptsächlich fehlende Pflegemaßnahmen ihrer Lebensräume (Zuwachsen von Geröllhalden), „urbane“ Verbauung von Südhängen, das Verfugen von Steinstützmauern bzw. deren Neuerrichtung aus Stahlbeton.
In wie weit das Aussetzen von südländischen Tieren in angestammten Hornotterlebensräumen Einfluss auf die Populationsdynamik hat, müsste noch geklärt werden. Es ist aber denkbar, dass es durch eine Vermischung zwischen heimischen und südländischen Tieren zu einer Reduzierung der Fitness des Nachwuchses, was die Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten an der nördlichen Arealgrenze betrifft, kommt. Eine Auswilderung nachgezüchteter Tiere, wo die Herkunft der Elterntiere nicht hundertprozentig geklärt ist, ist daher auf das Entschiedenste abzulehnen.

 

Verhaltensweise nach einem Biss
  • niemals die Wunde manipulieren, ausschneiden etc.
  • Patient ruhig stellen (hinlegen), Schmerzen bekämpfen, beruhigen
  • gebissene Extremität ruhig stellen (Schienung)
  • Je weniger Bewegung, desto weniger Gift wird im Körper verteilt
  • Arzt aufsuchen

Vergiftungsinformationszentrale AKH Wien

http://www.toxinfo.org/

 

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