ÖGH Veranstaltungen März bis Juni 2010

 

 

Donnerstag, 25. März, 18.00 Uhr
Bibliothek der Herpetologischen Sammlung, Naturhistorisches Museum Wien,
Eingang Burgring 7


Andreas Kleewein & Günther Wöss

Allochthone Wasserschildkröten in Österreich: Aktuelle Erhebungen und mögliche Auswirkungen auf die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)
Faunenfremde Schildkröten sind ein viel diskutiertes Thema in der Debatte über die Auswirkungen von Neozoen auf die heimische Fauna. Die Vortragenden berichten unter anderem über den aktuellen Stand einer österreichweiten Erhebung allochthoner Wasserschildkröten. Als weiterer Fokus werden die negativen Einflüsse erörtert, die Aussetzungen von Schmuckschildkröten (Trachemys scripta ssp.) auf die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) zur Folge haben könnten.

Im Anschluss daran:


Maria Schindler

Neues aus dem Sumpf - Schildkrötenschutz in Österreich
Der Bestand der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) in den Donau-Auen östlich von Wien wird seit 1997 durch ein Artenschutzprogramm betreut. Die Vortragende fasst aktuelle Ergebnisse hinsichtlich Brutbiologie und genetischer Zuordung der Tiere zusammen und erörtert die Entwicklung der Schutzbemühungen.

 

Freitag, 16. April, 18.00 Uhr
Kurssaal, Naturhistorisches Museum Wien,
Eingang Burgring 7


Sissi Samec

Erinnerungen an Feldforschungen in Ecuador
Im Nordwesten Ecuadors erstreckt sich ein schwer zugängliches Urwaldgebiet - ein Zentrum biologischer Artenvielfalt und die Heimat der Awá-Coaiquer Indianer. Die Biologin Sissi Samec, die mit ihrer Familie 1987/88 dort lebte,  erzählt von ihren herpetologischen Arbeiten und den Erfahrungen im Zusammenleben mit einem indigenen Volk.

 

Freitag, 28. Mai, 18.00 Uhr
Bibliothek der Herpetologischen Sammlung, Naturhistorisches Museum Wien,
Eingang Burgring 7


Gerald Benyr

Herpetologische Beobachtungen zwischen Weber- und Wallace-Line
Auf der indonesischen Insel Sulawesi treffen asiatische und australische Fauneneinflüsse aufeinander. Aufgrund ihrer Größe und Gliederung beherbergt die Insel aber auch viele endemische Arten. Bei einem Besuch im Tangkoko Nationalpark und anderen naturbelassenen Gebieten konnten neben Schildkröten, Flugdrachen, Geckos, Skinken, Waranen, Riesenschlangen und Trugnattern viele Frosch- und Krötenarten gefunden werden. Abseits des herpetologischen Schwerpunkts der Reise waren Begegnungen mit Koboldmakis und gebratenen Fledermäusen beeindruckende Erlebnisse.

Donnerstag, 3. Juni bis Sonntag 6. Juni


Johannes Hill & Werner Mayer


Herpetologische Exkursion nach Ungarn
Exkursionsziel der diesjährigen mehrtägigen Reise nach Ungarn ist zunächst der Nationalpark Kiskunság südlich von Budapest. Nach einem Besuch der Wiesenotter-Zuchtstation werden wir ausreichend Gelegenheit haben, auch im Gelände nach dieser Art zu suchen. Neben einigen herpetologischen Highlights wie Taurische Eidechse, Smaragdeidechse, Europäische Sumpfschildkröte oder Knoblauchkröte beherbergt der Nationalpark auch ornithologische Besonderheiten wie Blauracke, Großtrappe oder Kaiseradler. Der 2. Teil der Exkursion führt uns nach Südungarn in das bekannte Rotweingebiet um Villány. Die Hügellandschaft mit Trockenrasen und lichten Eichenwäldern ist Heimat der größten europäischen Schlangenart, der Kaspischen Zornnatter. In nahe gelegenen Auwaldgebieten finden sich u. a. Lebensräume von Würfelnatter und Europäischer Sumpfschildkröte sowie einer Vielzahl von Amphibienarten Außerdem befindet sich hier ein Tieflandvorkommen der Balkan-Kreuzotter. Die Reise erfolgt mit Privat-PKWs. Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung unter johannes.hill@herpetofauna.at unbedingt erforderlich.

 

Dienstag, 15. Juni, 18.00 Uhr
Kurssaal, Naturhistorisches Museum Wien,
Eingang Burgring 7


Gabriela Slepecki

Die Tiermumien in der Ägyptisch - Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien
Die Vortragende arbeitet an einer Dissertation an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Sie stellt im Rahmen ihrer Untersuchungen die herpetologischen Präparate der Ägyptisch - Orientalischen Sammlung an Hand von Fotos und Röntgenbildern vor. Dabei erläutert sie ebenso den Vorgang der Mumifikation wie auch den Tierkult um die Krokodile und Schlangen im Alten Ägypten.

Im Anschluss daran:

 

Günther Karl Kunst

Archäozoologische und feldherpetologische Beobachtungen im östlichen Nildelta (Ägypten)
Im Rahmen von Tierknochenuntersuchungen bei den Ausgrabungen des Österreichischen Archäologischen Institutes in Tell el-Dab’a im östlichen Nildelta kommen gelegentlich auch Reste von Land- und Wasserschildkröten zu Tage, die im Zusammenhang mit den übrigen zoologischen Funden vorgestellt werden. Während der wiederholten, mehrwöchigen Aufenthalte im Gouvernement Scharqiyya waren außerdem feldherpetologische und andere naturkundliche Beobachtungen im weiteren Umfeld der archäologischen Fundstellen möglich. Unter den Amphibien und Reptilien sind es vergleichsweise wenige Arten, welche in der intensiv durch den Menschen beeinflussten Kulturlandschaft ihr Fortkommen finden.

 

ÖGH
Österreichische Gesellschaft
für Herpetologie
c/o Naturhistorisches Museum Wien
A-1010 Wien, Burgring 7
Österreich