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Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist eine über fast ganz Europa verbreitete Vertreterin der Schleichen (Anguidae), einer urtümlichen Gruppe der Schuppenkriechtiere. Bemerkenswert an den Schleichen ist die große Variation an Körperformen. Von vierbeinigen, eidechsenähnlichen Arten bis beinlosen, schlangenförmigen Arten - wie unserer Blindschleiche - sind alle Formen vorhanden.
Blindschleiche - Anguis fragilis (Foto: Franz Rathbauer © herpetofauna.at)
Gemeinsam mit Waldeidechse, Ringelnatter und Kreuzotter gehört die Blindschleiche zu den am weitesten nach Norden vordringenden Reptilien in Europa.
Etwa 40 - 45 cm lange, beinlose Echse, mit schlangenförmig gestrecktem Körper. Im Unterschied zu den Schlangen sind die Augenlieder getrennt und frei beweglich, der Schwanz kann wie bei den Eidechsen abgeworfen werden und regeneriert nur unvollständig. Der Körper ist auch am Bauch von kleinen, runden Schuppen bedeckt. Letzteres bewirkt auch einen Unterschied in der Fortbewegung: während selbige bei Schlangen durch Kontraktionsbewegungen der Bauchschuppen und Rippen erfolgt, bewegt sich die Blindschleiche hauptsächlich durch Hin- und Herbewegen des Körpers.
Die Blindschleiche ist in allen österreichischen Bundesländern und in allen Höhenlagen, mit Ausnahme der hochalpinen Bereiche zu finden. Vertikale Verbreitung von 115 m (Hansag, Burgenland) bis ca. 2000 m (Hohe Tauern, Kärnten).
Verbreitungkarte: Blindschleiche - Anguis fragilis (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Das Weibchen wird vom Männchen mit dem Maul am Hinterkopf gepackt, letzteres presst seine Kloake an die des Weibchens. Die Tragezeit beträgt ca. 11 - 13 Wochen. Im August oder September werden, abhängig von Alter und Größe des Weibchens, 5 - 12 (ausnahmsweise auch über 20) vollständig entwickelten Jungtiere in einer weichen, unverkalkten Eihülle abgesetzt, welche sofort durchbrochen und abgestreift wird.
Zur bevorzugten Nahrung gehören kleine Nacktschnecken und Würmer. Die Beutetiere werden gepackt und nach dem Abstreifen des Schleims langsam verschlungen.
Der deutsche Name „Blindschleiche“ hat nichts mit dem Sehvermögen zu tun, sondern leitet sich vom althochdeutschen „Blintslicho“ ab , was soviel wie „blendender Schleicher“ bedeutet, und sich auf die schimmernde Körperfärbung bezieht.
Trotz der relativen Häufigkeit der Blindschleiche bestehen auch für die heimischen Bestände einige Gefährdungspotentiale:
Schutzmaßnahmen speziell für die Blindschleiche sind wenig zielführend; die Art kann so wie viele andere Pflanzen- und Tierarten am besten durch Extensivierung der Land- und Forstwirtschaft sowie durch Errichtung von Grünbrücken bzw. Leiteinrichtungen an Verkehrswegen gefördert werden.
Text: Michael Duda |
9. Feb 2010
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