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Europäische Hornotter - Vipera
ammodytes (LINNAEUS,
1758)
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Nose-horned Viper
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Vipera dal corno
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Vipère ammodyte
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Víbora cornuda |
Die Europäische Hornotter oder Sandviper - Vipera ammodytes -
ist die größte
Giftschlange Europas, sieht man von den, Europa gerade erreichenden Arten,
der Bergotter Montivipera
xanthina in der europäischen Türkei und angrenzendem östlichstem
Griechenland und der Levanteotter, Macrovipera lebetina
obtusa in Transkaspien
und der Milosviper Macrovipera schweizeri auf einigen Kykladeninseln,
ab.

Hornotter -Vipera ammodytes (Foto:
Christoph Riegler © herpetofauna.at)
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Linne gab ihr den wissenschaftlichen Namen ammodytes, was so viel wie „Sandtaucher“ bedeutet.
Eine Lebensweise die aber für die Europäische Hornotter keinesfalls
zutrifft. Deshalb ist auch der deutsche Name Hornotter dem Namen Sandviper
vorzuziehen.
Die Europäische Hornotter ist in mehreren Unterarten von der Südseite
des Alpenhauptkammes in N-Italien und Österreich über die gesamte
Balkanhalbinsel westlich und südlich der Donau verbreitet. Ein Isolat links
der Donau besteht in Siebenbürgen. Außereuropäisch kommt Vipera
ammodytes, in der Unterart transcaucasiana im westlichen und nördlichen
Anatolien bis nach Transkaukasien vor.
| Klasse: |
Reptilia, Reptilien |
| Ordnung: |
Squamata, Schuppenkriechtiere |
| Unterordnung: |
Serpentes, Schlangen |
| Familie: |
Viperidae, Vipern |
| Unterfamilie: |
Viperinae, Echte Vipern |
| Gattung: |
Vipera, Echte Ottern |
| Art: |
Vipera ammodytes, Europäische Hornotter |
Durch ihr auffallendes Schnauzenhorn und den großen, stark vom Hals
abgesetzten Kopf kann Vipera ammodytes mit keiner anderen heimischen Giftschlange
verwechselt werden. Außerdem besitzt das Rückenband viel weniger
Bandzacken als das der Kreuzotter.
Von unseren Nattern unterscheidet sie sich durch den plumperen Körperbau
und den kurzen Schwanz. Sie könnte eigentlich nur mit der Schlingnatter
- Coronella
austriaca verwechselt werden. Letztere hat aber einen kleinen, nur
undeutlich abgesetzten Kopf und niemals ein deutliches Zick-Zack Band am Rücken.
Die österreichischen (und im angrenzenden Italien und Slowenien) lebenden
Hornottern sind die größten im gesamten Verbreitungsgebiet. Längen
von knapp über einem Meter sind belegt. Durchschnittlich erreicht sie 70
bis 90 cm, wobei aber derart große Tiere heute sehr selten sind.
Wie alle europäischen Vipern besitzt sie eine senkrecht stehende Spaltpupille,
was sie ebenfalls von allen, bei uns lebenden Nattern unterscheidet. Alle Kopfschilde
sind in Kleinschuppen aufgelöst. Diese, wie auch die Körperschuppen
sind gekielt. Die Rückenfärbung schwankt zwischen silberweiß,
grau über
beige bis braun, wobei bei den Männchen mehr die Grau-, bei den Weibchen
mehr die Brauntöne dominieren. Die Schwanzunterseite ist rot gefärbt,
oft auch das Schwanzende oberseits.
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Verbreitung in Österreich
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Die Verbreitung in Österreich liegt ausschließlich südlich
des Alpenhauptkammes in Kärnten und der Steiermark, wobei aber die meisten
Vorkommen in der Mark bereits erloschen sein dürften. Ebenso gibt es von
den ehemaligen Vorkommen im oberen Drautal Westkärntens keine Neunachweise.
Einen Einzelnachweis gibt es neuerdings aus Osttirol. Die Höhenverbreitung
in Österreich liegt zwischen 350 und 800 m, mit einem Schwerpunkt zwischen
400 und 800 Metern.

Verbreitungkarte: Hornotter - Vipera
ammodytes (Datenstand 1996)
© Umweltbundesamt - Quelle:
Verbreitungsatlas Österreich
Als submediterranes Faunenelement bevorzugt die Europäische Hornotter
an ihrer nördlichen Arealgrenze stark sonnenexponierte Lebensräume,
wie Geröll- und Blockhalden, Waldränder, scheut(e) aber auch nicht
die Nähe des Menschen und wird (wurde) regelmäßig in Legestein-
und Terrassenmauern und selbst in Betrieb befindlichen Steinbrüchen
gefunden.
Die annuale Aktivitätsperiode beginnt meist Mitte März und dauert
bis Mitte/Ende Oktober. Die Männchen kommen ein bis zwei Wochen früher
aus dem Winterquartier. Kurz danach findet die Frühjahrshäutung statt.
Zu diesem Zeitpunkt erwachen auch die Weibchen aus der Winterstarre und es
kommt zur Paarung.
Werben mehrere Männchen um ein Weibchen, kommt es häufig zu Ritual-
Kommentkämpfen zwischen den Männchen, wobei manchmal viele Tiere „zu
einem Knäuel“ verwickelt sein können (Medusenhaupt)
Während die Männchen erst nach dem Abklingen der Paarungsaktivitäten
mit der Nahrungsaufnahme beginnen, fressen die Weibchen bereits kurz nach dem
Erwachen, stellen aber die Nahrungsaufnahme bei fortgeschrittener Trächtigkeit
ein. Die Männchen sind jedes Jahr fortpflanzungsfähig, die Weibchen
dagegen meist nur jedes 2. Jahr.
Nach einer Tragzeit von 90 bis 120 Tagen werden die durchschnittlich 6 – 12
Jungen abgesetzt. Größere Wurfmengen, bis zu 20 sind selten. Die
Jungen sind bei der Geburt (14) – 16 – 23 cm lang mit einem Gewicht
von etwa 4,5 bis 7,3 Gramm. Die Jungvipern häuten sich unmittelbar nach
der Geburt.
Die erste Nahrung besteht aus jungen Eidechsen und Insekten. Mit zunehmendem
Wachstum werden immer mehr Kleinsäuger und Vögel gefressen. Ist die
Echsendichte im Lebensraum hoch, können Lacertiden oft einen beträchtlichen
Beuteanteil selbst erwachsener Vipern ausmachen. Es kommt auch Kannibalismus
vor. Wie bereits oben erwähnt, liegt der Schwerpunkt bei der Nahrungsaufnahme
bei den Männchen etwa von Ende Mai bis Mitte/Ende Juli, der der nicht
trächtigen Weibchen von April bis Mitte/Ende Juli, der der trächtigen
Weibchen von April bis Ende Mai – Anfang Juni. So können sich in
diesem Jahr nicht an der Fortpflanzung teilnehmende Weibchen genügend
Körperreserven anfressen um im Folgejahr bei Trächtigkeit die kürzere
Nahrungsaufnahmeperiode zu egalisieren.
Vipera ammodytes ist bei uns in einem steten Rückgang begriffen. Gründe
dafür sind hauptsächlich fehlende Pflegemaßnahmen ihrer Lebensräume
(Zuwachsen von Geröllhalden), „urbane“ Verbauung von Südhängen,
das Verfugen von Steinstützmauern bzw. deren Neuerrichtung aus Stahlbeton.
In wie weit das Aussetzen von südländischen Tieren in angestammten
Hornotterlebensräumen Einfluss auf die Populationsdynamik hat, müsste
noch geklärt werden. Es ist aber denkbar, dass es durch eine Vermischung
zwischen heimischen und südländischen Tieren zu einer Reduzierung der
Fitness des Nachwuchses, was die Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten
an der nördlichen Arealgrenze betrifft, kommt. Eine Auswilderung nachgezüchteter
Tiere, wo die Herkunft der Elterntiere nicht hundertprozentig geklärt ist,
ist daher auf das Entschiedenste abzulehnen.
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Verhaltensweise nach einem Biss
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- niemals die Wunde manipulieren, ausschneiden etc.
- Patient ruhig stellen (hinlegen), Schmerzen bekämpfen, beruhigen
- gebissene Extremität ruhig stellen (Schienung), NIE abbinden.
Je weniger Bewegung, desto weniger Gift wird im Körper verteilt
Vergiftungsinformationszentrale
AKH Wien
Text: Mario Schweiger
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