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Die Kreuzotter ist neben der Bergeidechse
(Zootoca vivipara) das weltweit am Weitesten verbreitete
Reptil. Trotzdem werden nur zwei Unterarten unterschieden. Die frühere,
im äußersten Osten Asiens verbreitete Unterart sachalinensis wird
heute der Nominatform zugerechnet.
Kreuzotter -Vipera berus (Foto: Christoph Riegler © herpetofauna.at)
Auf der Balkan-Halbinsel lebt, in zwei ökologisch völlig getrennten
Populationsgruppen, die Unterart bosniensis. Dabei handelt es sich
um die Tieflandtiere im südlichen Ungarn und in den Save-Auen in Kroatien
(früher als Vipera berus pseudaspis bekannt) einerseits und die
Montan-Populationen entlang der Dinaren (Kroatien, Bosnien – Herzegovina,
Montenegro, Albanien) bis in den Pindos (Griechenland) und im Pirin-Gebirge
(SW-Bulgarien).
Bei der Kreuzotter handelt es sich um eine relativ schlanke Viper, wobei auch der mit Großschilden bedeckte Kopf nur wenig vom Körper abgesetzt ist. Wie alle europäischen Giftschlangen besitzt auch Vipera berus eine senkrecht stehende Schlitzpupille und gekielte Körperschuppen.
Kopfbereich der Kreuzotter - aufgenommen im Aquazoo Düsseldorf (Foto: Christoph Riegler)
Verbreitungkarte: Kreuzotter - Vipera berus (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Die Kreuzotter ist ein Tier der montanen bis alpinen Bergwiesen und –weiden
und besiedelt dort vor allem Waldränder und -lichtungen. Außerdem
lebt sie in Kahlschlägen und auf bewachsenen Geröllfeldern.
Das Klein-(Micro-)Klima dieser Lebensräume ist sehr ähnlich. Durch die Verdunstung(skälte) steigen die Temperaturen auch in Flachlandbiotopen nicht so stark an und liegen bei weitem unter denen umliegender „Trockenhabitate“.
Die Paarungsperiode beginnt mit der Häutung der Männchen. Je nach Höhenlage beginnt sie zwischen Ende April und Juli. Wie bei vielen anderen Schlangen kommt es auch bei Kreuzottern zu ritualisierten Scheinkämpfen zwischen gehäuteten Männchen. Nicht gehäutete Männchen werden dagegen nicht beachtet. Bei der Paarung kriecht das Männchen unter zuckenden Körperbewegungen über
das Weibchen, wobei es intensiv züngelt. Die eigentliche Vereinigung
kann bis zu 2,5 Stunden dauern.
In Tieflandpopulationen beteiligen sich die Weibchen oft jedes Jahr an der Fortpflanzung, im hochalpinen Bereich hingegen oft nur in jedem dritten. Bereits spätestens im September versammeln sich die Kreuzottern vor dem Winterquartier, wo dann noch eine ein bis zweiwöchige Sonnperiode stattfindet. Diese kann aber bei schönem Herbstwetter sehr lange ausgedehnt werden.
Die Nahrung adulter Kreuzottern besteht großteils aus Mäusen, hier bevorzugt Rötelmäusen. Jungtiere ernähren sich, je nach Größe, von kleinen Fröschen, Echsen und jungen Mäusen. Die Männchen beginnen erst nach Abklingen der Paarungszeit mit der Nahrungsaufnahme und beenden diese oft schon im Juli, spätestens im August wieder. Die Zeit der Nahrungsaufnahme beträgt bei reproduktiven Weibchen meistens nur 8 Wochen, bei nicht an der Fortpflanzung beteiligten Weibchen hingegen 10 – 12 Wochen.
Während die montanen und alpinen Populationen von Vipera berus auf
Grund ihrer „Abgeschiedenheit von der Zivilisation“ noch als stabil
betrachtet werden können, sieht es für die in tieferen Lagen lebenden
nicht so gut aus. Gründe dafür sind nach wie vor das Trockenlegen
von Feuchtbiotopen und das Mähen der Wiesen bis an die ersten Baumstämme
des Waldes. Dadurch ist fast nirgends mehr der für die Tiere wichtige
Strauch- bzw. Krautstreifen zwischen Wald und Wiese vorhanden.
Text: Mario Schweiger |
9. Feb 2010
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