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Kreuzotter - Vipera (Pelias) berus (LINNAEUS,
1758)
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Adder
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Marasso
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Vipère Péliade
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Vibora del Norte |
Die Kreuzotter ist neben der Bergeidechse
(Zootoca vivipara) das weltweit am Weitesten verbreitete
Reptil. Trotzdem werden nur zwei Unterarten unterschieden. Die frühere,
im äußersten Osten Asiens verbreitete Unterart sachalinensis wird
heute der Nominatform zugerechnet.

Kreuzotter Männchen -Vipera berus
Foto: © herpetofauna.at
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Auf der Balkan-Halbinsel lebt, in zwei ökologisch völlig getrennten
Populationsgruppen, die Unterart bosniensis. Dabei handelt es sich
um die Tieflandtiere im südlichen Ungarn und in den Save-Auen in Kroatien
(früher als Vipera berus pseudaspis bekannt) einerseits und die
Montan-Populationen entlang der Dinaren (Kroatien, Bosnien – Herzegovina,
Montenegro, Albanien) bis in den Pindos (Griechenland) und im Pirin-Gebirge
(SW-Bulgarien).
Der „Rest“ des Gesamtareals wird von der Nominatrasse Vipera
berus berus besiedelt: Von Schottland, England und Wales im Westen, in
Skandinavien nördlich bis zum 66. (70.) Breitengrad und vom mittleren
und nördlichen Frankreich quer durch ganz Europa, mit Ausnahme Italiens – hier
nur in den Alpen und Voralpen - über die nördliche Balkanhalbinsel
bis an das östliche Ende des gemäßigten Asiens.
Unklar ist bis heute sowohl die Herleitung der deutschen Bezeichnung „Kreuzotter“ (möglicherweise
auf Grund des über den Rücken (das „Kreuz“) laufenden
Zickzack-Bandes), wie auch der wissenschaftlichen. Da Linné den Artnamen
(„berus“) groß schrieb, könnte es sich um einen Eigennamen,
möglicherweise um den eines Trolls handeln.
| Klasse: |
Reptilia, Reptilien |
| Ordnung: |
Squamata, Schuppenkriechtiere |
| Unterordnung: |
Ophidia, Schlangen |
| Familie: |
Viperidae, Vipern |
| Gattung: |
Vipera, Echte Vipern |
| Art: |
Vipera berus, Kreuzotter |
Bei der Kreuzotter handelt es sich um eine relativ schlanke Viper, wobei auch
der mit Großschilden bedeckte Kopf nur wenig vom Körper abgesetzt
ist. Wie alle europäischen Giftschlangen besitzt auch Vipera
berus eine
senkrecht stehende Schlitzpupille und gekielte Körperschuppen.
Kopfportrait mit senkrechter Schlitzpupille |
Eine Beschreibung von Färbung und Zeichnung ist fast unmöglich, da
es sowohl bei ersterer wie auch letzterer jede Menge an Variationen gibt.
So variiert die Grundfärbung von reinweiß über alle Abstufungen
von grau und von strohgelb über orangerot bis dunkelbraun. Auch bläuliche
und grünliche Grundfärbungen sind möglich, es kommen auch einfarbig
rötliche und schwarze Tiere vor. Bei den Männchen dominieren mehr die
Grau-, bei den Weibchen mehr die Brauntöne. Melanotische (schwarze) Tiere
kommen in beiden Geschlechtern vor.
Das Rückenband kann fehlen, besteht aber meistens aus einer höheren
Anzahl von Bandzacken. Diese ist sehr variabel, aber innerhalb einer Population
mehr oder weniger konstant. Auch unterbrochene Rückenbänder kommen
vor, manchmal zu Einzelflecken aufgelöst – dies ist bei der Unterart bosniensis sehr
häufig.
unterschiedliche Farb- und Zeichnungsvariationen von Vipera berus
Die Größe beträgt durchschnittlich zwischen 50 und 60 cm, Männchen
wurden aber mit Längen von 80 cm und Weibchen von 87 cm gefunden. Grundsätzlich
werden die Weibchen länger als die Männchen und sind auch kräftiger
gebaut.

Kopfbereich der Kreuzotter - aufgenommen im Aquazoo
Düsseldorf (Foto: Christoph Riegler)
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Verbreitung in Österreich
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Vipera berus ist über das zentrale und westliche Österreich
verbreitet. Im pannonisch beeinflussten Osten fehlt sie, ebenso in der Steiermark
südlich der Mur- Mürz –Furche.
Eine weitere Verbreitungslücke besteht im Alpenvorland. Hier tritt sie erst
wieder im Mühl- und Waldviertel auf. Die Jahrestemperatursummen liegen im
Verbreitungsgebiet unter 90°C und die mittleren Jahresniederschlagsmengen über
900 mm.
Verbreitungslücken am Alpenhauptkamm und in den nördlichen Kalkalpen
sind möglicherweise Kartierungsdefizite. Die Höhenverbreitung liegt
zwischen 300 und 2.500 Metern mit einer Dominanz von 600 bis 1.900 Metern.

Verbreitungkarte: Kreuzotter - Vipera
berus (Datenstand 1996)
© Umweltbundesamt - Quelle:
Verbreitungsatlas Österreich
Typischer Lebensraum der Kreuzotter |
Die Kreuzotter ist ein Tier der montanen bis alpinen Bergwiesen und –weiden
und besiedelt dort vor allem Waldränder und -lichtungen. Außerdem
lebt sie in Kahlschlägen und auf bewachsenen Geröllfeldern.
Die Tieflandvorkommen liegen fast ausschließlich im Bereich von Feuchtwiesen
und Mooren. Die Kreuzotter bevorzugt Lebensräume mit starken Tag-Nacht Temperaturschwankungen,
die auch durch hohe Luftfeuchtigkeit und ein gewisses Maß an Bodenfeuchte
gekennzeichnet sind.
Das Klein-(Micro-)Klima dieser Lebensräume ist sehr ähnlich. Durch
die Verdunstung(skälte) steigen die Temperaturen auch in Flachlandbiotopen
nicht so stark an und liegen bei weitem unter denen umliegender „Trockenhabitate“.
Weitere Habitatbilder:
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Lichter Jungwald im Uferbereich von Gewässern |
Alpines Habitat mit Zwergstrauchheiden |
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Moorgebiete oder Sümpfe mit hoher Bodenfeuchte |
Lichte Bergwälder mit gut besonnter Geröllhalde |
Je nach Höhenlage erwachen die Kreuzottern zwischen Mitte März und
Ende Mai bis Mitte Juni. Untersuchungen zeigten, dass die Tiere erwachen, wenn
die Temperatur im Winterquartier +2°C erreicht. Die Weibchen erscheinen
dann nach 1 bis 3 Wochen, Jungtiere noch später.
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Begattungsorgan (Hemipenis)
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Die Paarungsperiode beginnt mit der Häutung der Männchen. Je nach
Höhenlage beginnt sie zwischen Ende April und Juli. Wie bei vielen anderen
Schlangen kommt es auch bei Kreuzottern zu ritualisierten Scheinkämpfen
zwischen gehäuteten Männchen. Nicht gehäutete Männchen
werden dagegen nicht beachtet.
Bei der Paarung kriecht das Männchen unter zuckenden Körperbewegungen über
das Weibchen, wobei es intensiv züngelt. Die eigentliche Vereinigung
kann bis zu 2,5 Stunden dauern.
Nach der Tragzeit, die - wieder stark von der Höhenlage und den Wetterbedingungen
abhängig - von 2,5 Monaten bis in das folgende Frühjahr dauern
kann, werden bis zu 18 Jungtiere geboren. Diese sind bei der Geburt 14 bis
20 cm lang und 3,5 bis 8 Gramm schwer. Die Jungvipern häuten sich unmittelbar
oder kurze Zeit nach der Geburt. Bereits 10 bis 25 Tage danach beginnen sie
mit der Nahrungsaufnahme. Mit Abschluss des 1. Lebensjahres sind Vipera berus
24 – 26 cm lang, mit Ende des 2. Lebensjahres 31 – 35 cm und
mit Ende des 3. sind Männchen um 36 cm, Weibchen um 43 cm lang. Die
Männchen werden – in tieferen Lagen - im 3. oder 4. Jahr geschlechtsreif,
die Weibchen im 4. oder 5.
In Tieflandpopulationen beteiligen sich die Weibchen oft jedes Jahr an der
Fortpflanzung, im hochalpinen Bereich hingegen oft nur in jedem dritten.
Bereits spätestens im September versammeln sich die Kreuzottern vor
dem Winterquartier, wo dann noch eine ein bis zweiwöchige Sonnperiode
stattfindet. Diese kann aber bei schönem Herbstwetter sehr lange ausgedehnt
werden.
Die Nahrung adulter Kreuzottern besteht großteils aus Mäusen, hier
bevorzugt Rötelmäusen. Jungtiere ernähren sich, je nach Größe,
von kleinen Fröschen, Echsen und jungen Mäusen. Die Männchen
beginnen erst nach Abklingen der Paarungszeit mit der Nahrungsaufnahme und
beenden diese oft schon im Juli, spätestens im August wieder. Die Zeit
der Nahrungsaufnahme beträgt bei reproduktiven Weibchen meistens nur 8
Wochen, bei nicht an der Fortpflanzung beteiligten Weibchen hingegen 10 – 12
Wochen.
Während die montanen und alpinen Populationen von Vipera berus auf
Grund ihrer „Abgeschiedenheit von der Zivilisation“ noch als stabil
betrachtet werden können, sieht es für die in tieferen Lagen lebenden
nicht so gut aus. Gründe dafür sind nach wie vor das Trockenlegen
von Feuchtbiotopen und das Mähen der Wiesen bis an die ersten Baumstämme
des Waldes. Dadurch ist fast nirgends mehr der für die Tiere wichtige
Strauch- bzw. Krautstreifen zwischen Wald und Wiese vorhanden.
Die Neuschaffung von Schiabfahrten führt auch bei montanen/alpinen Populationen
zu Verlusten, da auch hier die nötigen Kleinstrukturen sehr oft der Planierraupe
zum Opfer fallen.
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Verhaltensweise nach einem Biss
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- niemals die Wunde manipulieren, ausschneiden etc.
- Patient ruhig stellen (hinlegen), Schmerzen bekämpfen, beruhigen
- gebissene Extremität ruhig stellen (Schienung), bei V.berus NIE abbinden.
Je weniger Bewegung, desto weniger Gift wird im Körper verteilt
Vergiftungsinformationszentrale
AKH Wien
Text: Mario Schweiger
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