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Die bei uns mit größter Wahrscheinlichkeit ausgestorbene Wiesenotter ist die kleinste Giftschlange Europas, die Subspecies rakosiensis aber die größte Unterart. Von Vipera ursinii gibt es 5 Unterarten, die sehr begrenzt von Südostfrankreich, über Italien und die Balkanstaaten Kroatien, Bosnien-Hercegovina, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien vorkommen. Die in unserem Gebiet vorgekommene Unterart ist heute auf Ungarn und neuerdings wiederentdeckt in Rumänien, beschränkt.
Wiesenotter - Vipera ursinii Foto: © herpetofauna.at
Die Wiesenotter ist auf den ersten Blick nur sehr schwer von der Kreuzotter zu unterscheiden. Bei der hier zu besprechenden Unterart rakosiensis ist dies jedoch noch am leichtesten der Fall, obwohl Exemplare mit fast Kreuzotter-Ausmaßen bekannt sind. Bekannte Maximallänge bei Männchen 48 cm, bei Weibchen 66 cm.
Außerdem ist eine Verwechslung im Feld nicht möglich, da sich beide Arten in ihrer Verbreitung gegenseitig ausschließen. Mir ist nur ein einziger Punkt bekannt, wo beide Arten syntop, das heißt direkt nebeneinander vorkommen – im äußersten Osten Ungarns.
Ausschließlich auf den pannonischen Raum beschränkt, vom südlichen Stadtrand Wiens über das südliche Wiener Becken, die Parndorfer Platte und das nördliche bis mittlere Ostufer des Neusiedler Sees.
ehem.Verbreitungkarte: Wiesenotter - Vipera ursinii (Datenstand 1996) © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich
Der bevorzugte Lebensraum war von kleinräumig unterschiedlichem, in einem engen Mosaik verwobenen Mikrohabitaten gekennzeichnet:
Durch Ackerbau, Anlegen von Weingärten ist sowohl der natürliche, schwankende Wasserstand gestört worden, andererseits aber auch diese mosaikartigen, für die verschiedenen Habitatansprüche im Jahresverlauf so wichtigen Kleinstrukturen zerstört worden.
Die spärlich vorhandenen Beobachtungsdaten für Österreich zeigen
eine Jährliche Aktivität von Ende Februar bis Ende September. Es
liegen keine datierten Beobachtungen über Paarungszeit und erste Beobachtungen
von Jungtieren in Österreich vor.
Häufig findet man in der Literatur, dass die Wiesenotter hauptsächlich Heuschrecken frisst. Dies geht auch aus dem wissenschaftlichen Namen der Untergattung Acridophaga = Grillenfresser hervor. Leider gibt es in unseren Breiten, wenn die Vipern aus der Winterstarre erwachen, noch keine derartigen Insekten. Die Wiesenottern ernähren sich dann von (Eid)echsen und Mäusen. Dies wird auch durch oben erwähntes Weibchen bestätigt, das bevorzugt Mäuse, ja sogar kleine Ratten, vor Zauneidechsen annahm.
In Österreich „gelaufen“.
Text: Mario Schweiger |


