Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Während Werner, Thomas und Hannes am 4. Februar direkt in den Oman flogen, verbrachten Christoph und Gerald das Wochenende davor in Dubai. Einige Bilder dazu gibt es im Bildbericht. Mit dem Bus fuhren die beiden von Dubai zum Flughafen in Muscat, wo sie den Mietwagen übernommen hatten und auf die Ankunft der Nachzügler warteten.

 

Tag 1 (04-Feb-2009): Die Batina-Ebene GPS Track

 

 

Gegen 5 Uhr am Morgen starteten wir vom Flughafen Seeb zu unserem ersten Quartier, dem Al Sawadi Beach Ressort (http://www.alsawadibeach.com/), ein nettes aber teures Hotel (80 Euro). Vielleicht etwas abseits, dafür aber in einer wirklich schönen Gegend gelegen und sehr beliebt bei Tauchern.

Die Hotelanlage liegt in der Batina-Ebene, eine flache Landschaft die sich von der Hauptstadt Maskat entlang der Küste bis an die Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten im Nordwesten erstreckt. Knapp 40 Minuten dauert die Fahrt vom Flughafen zum Al Sawadi Beach Hotel. Bei der Ankunft war es noch dunkel und wir konnten unsere Zimmer noch nicht beziehen. Also genossen wird den Sonnenaufgang über dem Golf von Oman und nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kleinen Nickerchen ging’s dann endlich ins Gelände, oder besser gesagt in die Wüste.

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Bunopus tuberculatus


Über die hohe Artenvielfalt im Oman wussten wir Bescheid, hatten anfangs jedoch nicht erwarten, dass wir viele der hier vorkommenden Arten auch wirklich sehen werden. Berichte über Exkursionen im Internet wie z.B. http://oiseauxprovence.free.fr/Page-reptiles-oman-emirats.htm waren nicht wirklich erfolgreich und auch unser Wissen über das Land, Klima und Lebensräume etc. war eher bescheiden.

 

Unser erster Fund, unter einem Stein gleich neben der Hotelanlage, war ein nachtaktiver Sandgecko, Bunopus tuberculatus. Dieser Gecko ist häufig in dieser sandigen, mit Sträuchern durchsetzten, Landschaft. Wir fanden ihn freilaufend hauptsächlich nachts und tagsüber vor allem unter Steinen, Holzplatten oder Müll.

Etwas abseits der Straße, auf durchwegs feinsandigem Untergrund fanden wir zwei sympatrisch lebende Eidechsenarten. Die erste Beobachtung war Mesalina adramitana, eine kleine hübsche Eidechse, die wir im Verlauf unserer Reise immer wieder auf sandigem Boden fanden, aber in geringen Dichten. An der Kopfform ist diese Art von der hier dominierenden und viel schnelleren Eidechsegattung, Acanthodactylus, zu unterscheiden. In der Batina ist Acanthodactylus blanfordi vertreten, eine Art deren Verbreitung sich von Pakistan nach Persien und bis an die Nordküste des Oman erstreckt, wo sie dann an ihre südliche Verbreitungsgrenze stößt. Diese häufige und sehr flinke Eidechse huscht über den Sand von Strauch zu Strauch und verschwindet anschließend in Sandlöchern oder sucht den Schutz eines Busches.


Relativ weit vom Strand entfernt lag, halb mit Sand bedeckt,  ein älterer Carapax einer Suppenschildkröte, Chelonia mydas, die zu den häufigsten Meeresschildkröten an der Nordküste des Oman zählt. Auch den ersten Skorpion mit dem klingenden Namen Hottentotta jayakari konnten wir im steinigeren Bereich der Batina-Ebene finden. Rund ein Duzend anderer Skorpion Arten sollten im Lauf der Reise durch den Oman noch folgen.

Unsere nächste Station war ein Palmenhain in der Nähe der Ortschaft Al Sawadi, wo wir zum ersten Mal Pristurus rupestris, die häufigste Reptilienart im Oman, finden konnten. Dieser Taggecko ist in vielen verschiedenen Lebensräumen anzutreffen, deren Habitatvielfalt sich von der reinen Sandwüste bis hin zu felsigen Lebensräumen im Gebirge erstreckt. In diesem Palmenhain leben diese kleinen Geckos z.B. an den Stämmen der Dattelpalmen.


Unweit davon entfernt haben wir einen anderen Gecko unter einem Stein gefunden, höchst wahrscheinlich einen juvenilen Stenodactylus leptocosymbotes, eine nachtaktive Art. Er unterscheidet sich von anderen Arten seiner Gattung durch seinen typische Musterzeichnung am Schwanz mit 3-5 unregelmäßigen Streifen.

Nachmittags fuhren wir etwas ins Landesinnere in Richtung Rustaq. Am Weg dorthin wechselt das Landschaftsbild vom sandigen ins steinige und hügelige Habitat. Auffallend viele interessant aussehende Mantis waren aktiv, aber auch die ersten Dromedare konnten wir sehen, sie streiften durch die Gegend auf Nahrungssuche.

 

Die Zeit ab Mittag bis etwa 4 Uhr nachmittags war für die Suche nach Reptilien nicht so ideal, es war zu heiß. Diese Erfahrung von anderen Exkursionen traf auch auf den Oman zu. So kam es auch, dass wir unsere erste Schlange erst kurz vor Sonnenuntergang fanden, eine Sandrennnatter - Psammophis schokari. Insgesamt fanden wir 10 Exemplare dieser Art, es war die am häufigsten gefundene Schlange dieser Exkursion.

 

Ein langer aber sehr erfolgreicher Tag ging zu Ende. Jetzt mussten wir unseren Nissan Patrol, ein nicht gerade sparsames Auto, noch betanken. Dennoch, eine Tankfüllung von 80 Liter kostet im Oman nicht ganz 20 Euro. Die Mietkosten für 2 Wochen beliefen sich auf etwa 1000 Euro. Ein Mietauto dieser Art ist für den Oman empfehlenswert. Der Straßenausbau geht zwar seit der Regentschaft von Sultan Qaboos sehr rasch voran aber gerade das Fahren abseits der Asphaltstraßen ist sehr spannend. Zum Abendessen gab’s Fisch und im Hotel ein Bier. Bier gibt es im Oman ausschließlich in internationalen Hotels. Danach ging’s zufrieden ins Bett.

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Bilder Tag 1: Die Batina-Ebene (43 Bilder)

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Tag 2 (05-Feb-2009):  Die Berge hinter Muscat

 

Tagesübersicht und Karte

 

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