Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 2 (05-Feb-2009): Die Berge hinter Muscat GPS Track

 


Bevor das Auto für die Abfahrt startklar gemacht werden konnte, machten wir noch schnell einen Blick unter eine Holzplatte die im Gestrüpp neben dem Parkplatz lag. Die darunter liegende Psammophis schokari  war leider etwas schneller. Die Sandrennnatter ist die schnellste Schlange im Oman, so konnten wir von 10 Beobachtungen nur die Hälfte erwischen.

Auf dem Weg nach Muscat, direkt neben der Stadtautobahn befindet sich die im Jahr 2001 neu errichtete Sultan Qaboos Grand Mosque. Diese Moschee ist die einzige Moschee die auch für Nicht-Muslime zugängig ist (von Sonntag bis Donnerstag). Wir besuchten dieses spektakuläre Gebäude und waren fasziniert von den Dimensionen, großartigen architektonischen Details und den rundum blühenden Gärten.


Sultan Qaboos Grand Mosque; CR

Sultan Qaboos Grand Mosque


Muscat, die Hauptstadt des Omans, ist aber im Vergleich zum benachbarten Mutrah und seinem Einzugsgebiet, ein kleines Dorf. Das ca. 50km lange Gebiet entlang der Küste von Seeb bis zu Altstadt Muscat wird die „Capital Area“ genannt. Es ist mit seiner modernen Infrastruktur die am höchsten entwickelte Region des Oman. Hier leben an die 700.000 Menschen, das entspricht etwa einem Viertel der omanischen Bevölkerung. Dort wo sich die Berge erheben enden diese Siedlungen abrupt.


Die Hügel und Berge hinter Muscat gehören zum Ost-Hajar-Gebirge, wo wir dann auch unseren ersten Stop hatten. In einem kleinen Wadi mit sehr wenig Vegetation und ohne Oberflächenwasser konnten wir anfangs nichts finden, außer vereinzelt Pristurus rupestris. Eigentlich war es die ideale Tageszeit für eine angenehme Suche. Die Temperatur lag am Morgen meist über 18 Grad und stieg dann in einen Bereich von 25-27 Grad während der heißesten Tageszeit (ab Mittag bis etwa 16 Uhr nachmittags). Am Nachmittag entwickelte sich dann ein angenehmer kühler Wind. Normalerweise ist die Zeit von Dezember bis März die regenintensivste Zeit im Oman, mit durchschnittlich 2 Regentagen im Monat. Die Einheimischen erklärten uns, dass wir mehr Schlangen sehen würden, wenn das Wetter besser sei. Sonne, warm und trocken, was soll sich an dem Wetter noch verbessern? Es stellte sich aber bald heraus, dass die Omani von Tagen mit gutem Wetter sprachen an denen nicht die Sonne vom Himmel brannte.

Schließlich fanden wir dann doch einige der Sinai-Agamen - Pseudotrapelus sinaitus, unter anderem ein schönes Männchen, das fast am ganzen Körper blau gefärbt war. Fühlen sich diese Tiere gestört verlieren sie diese Blaufärbung relativ rasch.

Am Nachmittag fuhren wir weiter in Richtung Osten in ein viel versprechendes Wadi. Das Wadi hatten wir sehr intensiv abgesucht, aber auch hier konnten wir in den Nachmittagsstunden kaum Reptilien finden. Als Entschädigung gab es im Wadi einige Pools zur Erfrischung.

 

So fuhren wir zurück ins Zentrum von Muscat, das zwar 2006 von der UNESCO zur Kulturhauptstadt erklärt wurde, aber außer ein paar Museen und dem Sultanspalast hinter hohen Mauern und gut bewacht, nicht wirklich einen Besuch wert ist. Abends besuchten wir noch den Markt (souq) von Mutrah. Zuvor versuchten wir unser Glück direkt hinter Muscat, wo ein Wadi durch eine riesige Staumauer abgetrennt wird. In den Pools über hinter dem Damm, in einer engen Schlucht, fanden wir viele Kaulquappen und schließlich einige adulte Bufo dhofarensis, die weniger verbreitete der beiden Krötenarten im Oman. Bufo dhofarensis ist eine nachtaktive Art und besiedelt sehr trockene Gebiete. Diese Art unterscheidet sich von der Arabischen Kröte durch ihr großes Trommelfell.

 
Unser Abendessen hatten wir in einem lokalen Restaurant, eines der unzähligen, welche von Indern oder Pakistani geführt werden. Verglichen mit den Preisen in einem Hotelrestaurant kann man in kleinen lokalen Restaurants um etwa ein Viertel der Kosten, teilweise auch besser und üppiger, speisen. Alkohol ist allerdings auf internationale Hotels beschränkt und teuer. Nach einem Gute-Nacht-Bier fanden wir einige Hemidactylus flaviviridis an den Wänden unseres Hotels in der Nähe von Lampen. Wie sich später anhand der Fotos herausgestellt hat, hatte Christoph diese Art bereits am Morgen im Garten der Moschee gefunden. In der Nähe des Hotels fanden wir noch einen weiteren Stenodactylus leptocosymbotes.

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Bilder Tag 2: Die Berge hinter Muscat (42 Fotos)

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Tag 3 (06-Feb-2009): Die Wadis in den westlichen Hajar Bergen

 

Tagesübersicht und Karte

 

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