Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 5 (08-Feb-2009): Über die Berge nach Nizwa GPS Track

 


Der direkte Weg nach Nizwa führt über eine Autobahn vom Flughafen Seeb in Richtung Süden. Es ist aber auch möglich über den Jebel Akhdar auf einem steilen und steinigen Weg nach Nizwa zu gelangen, allerdings nur mit einem Allradauto. Es war keine Frage für welche Strecke wir uns entschieden und so brachen wir an diesem Tage sehr früh und ohne Frühstück in Richtung Nizwa auf.


In der Nähe von Rustaq fuhren wir in das Wadi Shatan, wo wir wussten, dass mehrere Gecko-Arten der Gattung Asaccus gefunden wurden. Da wir keine Nachtexkursion in den Bergen machten, konnten wir aber diese Geckoarten hier nicht finden.


Pristurus rupestris; CR

Wadi Shatan


Ein kurzer Stopp an einer Oase im Wadi Shatan und wir fanden eine weitere neue Art – Mabuya tessellata – einen schön gezeichneten Skink von mittlerer Größe der durch das Laub am Boden lief. Neben etlichen Arabischen Kröten flitzten auch hier wieder die allgegenwärtigen Pristurus rupestris über die Felsen. Im hinteren Abschnitt des Tals, in einem kleinen Wadi, suchten wir nach der Omaneidechse, aber ohne Erfolg. Leider blieb für eine ausgedehnte Suche an dieser Stelle keine Zeit, da wir noch einen längeren Weg zu unserem Hotel in Nizwa vor uns hatten.

Je weiter wir Richtung Süden fuhren umso spektakulärer wurde die Landschaft, die Straße wurde mühsamer zu befahren und vor allem steiler, bis sie plötzlich endete. Wir hatten uns verfahren, was in diesem Gebiet eigentlich ganz einfach ist. Also fuhren wir wieder retour bis in ein kleines Dorf und erkundigten uns nach dem Weg nach Nizwa. Glücklicherweise trafen wir auf den Dorflehrer, der uns sehr hilfreich einen genauen Lageplan der Wege, durch die alte Oase Ballad Seed, dann weiter nach Hat und schließlich über ein paar steile Straßen über die Berge, aufzeichnete.  Als wir uns verabschiedeten, kam uns das hämische Grinsen seiner Schüler etwas merkwürdig vor, aber trotzdem folgten wir seinen Anweisungen.

 

Die Straße führte schließlich mitten durch einen Fußballplatz im Nirgendwo, durch steile Schluchten und Täler und über steile Bergstraßen. Das teilweise etwas mulmige Gefühl „Wos mochma wenn des Auto do jetzt eingeht? (Was machen wir wenn das Auto kaputt wird)“ wurde aber Großteils durch den fantastischen Ausblick auf die wunderbare Gebirgslandschaft verdrängt. Auch hatten wir das Glück, Schmutzgeier, die knapp über unsere Köpfe flogen, zu beobachten. Die Fahrt durch die Berge ist sicherlich ein echtes Abenteuer und ja, das Auto hat auch durchgehalten. Es empfiehlt sich allerdings, genügend Zeit einzuplanen und möglichst eine detaillierte Karte mitzunehmen.

Kurz bevor wir den höchsten Punkt in einer Höhe von 2000 m erreichten, hielten wir kurz an, um ein paar Landschaftsbilder zu machen und fanden eine weitere Art, Pristurus celerrimus, der große Bruder von Pristurus rupestris. Beide besiedeln gleiche Lebensräume, wie zum Beispiel große Felsblöcke, wobei sich P. celerrimus sich eher auf den oberen Teilen der Felsbrocken aufhält und P. rupestris in der Nähe des Bodens lebt. Ein typische Merkmal von P. celerrimus ist der weiß gestreifte Schwanz.

Nachdem der Pass überquert war, veränderte sich die Landschaft gravierend. Die Flanken der Hügel waren flach, es fehlten die Wadis und die Straße war ab jetzt wieder asphaltiert. Wir erreichten somit schnell die Ebene auf der südlichen Seite des Jebel Akhdar Gebirges. In Al-Hoota wollten wir uns die Höhlen, die bekannt sind für ihre pigmentfreien Cyprinidae, ansehen. Leider wurde die Bahn, die die Besucher zur Höhle führen soll, gerade gewartet. Es gab die Möglichkeit zu Fuß vom Besucherzentrum zur Höhle zu gelangen. Ok, wir fuhren weiter und suchten in den späteren Nachmittagsstunden die Ebene der Umgebung etwas ab, aber leider ohne irgendetwas zu finden.
 
Am Abend erreichen wir unser Hotel in Nizwa, das Al-Diyar Hotel Nizwa (http://www.aldiyarhotel.com/). Nach dem Check-in sprangen wir in den Pool und wie auch wir genossen noch ein paar Skinke - Mabuya tessellata - an der Hotelmauer die Abendsonne. Einer von uns war etwas überrascht von der Tatsache, dass es in diesem Hotel kein Bier gab - guess who?!


Ein kurzer Besuch des wirklich schönen Zentrums von Nizwa, und das bei Vollmond, beenden diesen interessanten Tag. Das helle Mondlicht war viel versprechend für die bevorstehenden Nachtausflüge!

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Bilder Tag 5: Über die Berge nach Nizwa (41 Fotos)

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Tag 6 (09-Feb-2009): Richtung Saudi Arabien

 

Tagesübersicht und Karte

 

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