Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 6 (09-Feb-2009): Richtung Saudi Arabien GPS Track

 


In der Nähe von Nizwa gibt es noch einige alte Oasen. Eine dieser ist Manah, knapp 20 km südlich von Nizwa. Das Baumaterial der alten Häuser und der Stadtmauer ist Lehm. Durch den fortgeschrittenen Verfall ist es zu gefährlich, ins Zentrum dieser Lehmstadt zu gelangen, was auch verboten ist, da dieser Stadtteil mittlerweile unter Schutz gestellt wurde. Es ist aber möglich, entlang der Mauern die Stadt zu umrunden und sich einen Eindruck über die damalige Hochkultur zu verschaffen.


Auch einige Reptilien finden zwischen den Ritzen der desolaten Mauern ihren Unterschlupf. Hier fanden wir eine ganz seltene Art der Gattung Pristurus, Pristurus gallagheri, der wie der größere Bruder des P. rupestris aussieht. Nicht weit entfernt davon, unter Müll, fanden wir Mabuya tessellata. Wir beschlossen diese, Stelle ein weiteres Mal zu besuchen, nämlich nachts.


Pristurus rupestris; CR

Ausläufern der Rub Al-Khali Wüste


Wir fuhren weiter in Richtung Südwesten, um einen Blick auf Öltürme zu werfen, dort wo sie auf unserer Karte eingezeichnet waren. Allerdings hat sich dann herausgestellt, dass diese Ölförderanlagen doch gut 300 km weiter südlich sind, und so entschlossen wir uns, etwa 100 km von Nizwa entfernt, umzudrehen und an guten Stellen zu stoppen, um nach Reptilien zu suchen.

 

An der ersten Stelle, wo die weitläufige Kies-Ebene von einem schmalen Streifen mit verfestigtem Sand gekreuzt wird, fanden wir einen jungen Acanthodactylus opheodurus mit seinem typischen roten Schwanz. Diese Echsen bewohnen den gleichen Lebensraum wie A. blanfordi in der Batinah-Ebene. Großflächige, harte Sand-Lebensräume werden hauptsächlich von erwachsenen Tieren genutzt. Wir haben uns immer wieder gefragt, wo wir junge Acanthodactylus finden würden. Dieser Fund könnte darauf hindeuten, dass Jungtiere auf suboptimale Lebensräume „vertrieben“ werden.

 

Auf diesen großflächigen Sandflächen war diese Art sehr häufig, trotzdem nicht einfach zu fotografieren. Wenn sie flüchten, und das tun sie relativ schnell, dann meist zur nächsten Struktur, die Schutz bietet. Aussehen und Verhalten sind sehr ähnlich dem Acanthodactylus blanfordi. Die Rückenzeichnung, aus Längsstreifen und in Reihen angeordneten Punkten, ist bei Acanthodactylus opheodurus kontrastreicher. Im selben Habitat fanden wir auch noch den nachtaktiven Bunopus tuberculatus, tagsüber allerdings nur in seinen Verstecken bzw. selten auch im Schatten.  A. opheodurus war eindeutig das häufigste Reptil an mehreren Stellen in diesem Gebiet. An einer Stelle fanden wir auch Mesalina adramitana und zum ersten Mal einen Pristurus minimus. Diese kleine Geckoart ist im Bereich um Nizwa selten zu finden, dafür weiter östlich sehr häufig.


Dieser Teil des Omans ist sehr trocken und es gibt fast keine Vegetation mehr. Die Straße führt weiter in südwestlicher Richtung zu den Ausläufern der Rub Al-Khali, der größten Sandwüste der Welt. Umso mehr waren wir überrascht, als wir ein Wasserloch in einem kleinen Tal fanden. Neben uns näherte sich auch ein durstiges Dromedar dem kleinen Wasserloch. Als es zu trinken begann, dachten wir schon, dass diese Wasserstelle bald der Vergangenheit angehört. Immerhin es blieb noch etwas Wasser zurück für die Bufo dhofarensis die sich in der Pfütze aufhielten. Diese Kröte ist dafür bekannt, dass sie sehr viel trockenere Lebensräume als Bufo arabicus besiedelt. Entlang dieses Tals wuchsen einige Akazien und auf den Felsen waren P. rupestris und Bunopus spatalurus zu sehen.


Am Weg zurück nach Nizwa hielten wir noch kurz in der alten Oasenstadt Bahla, deren alte Festung Hisn Tamah zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. In Nizwa besuchten wir an diesem Abend noch den alten Souk. Die älteren Menschen dort konnten mit Österreich sogar etwas anfangen, galt doch der Maria-Theresien-Thaler - nach der österreichischen Kaiserin benannt – bis 1970 als Zahlungsmittel im Oman. Die heutige Währung, der Omani Rial wurde durch den Sultan Qabus ibn Said eingeführt.

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Bilder Tag 6: Richtung Saudi Arabien (39 Fotos)

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Tag 7 (10-Feb-2009): Das Sayq Plateau

 

Tagesübersicht und Karte

 

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