Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 7 (10-Feb-2009): Das Sayq Plateau GPS Track

 


Nizwa war der Ausgangspunkt zu unserem Ausflug auf das Sayq Plateau im östlichen Jebel. Wir starteten sehr früh am Morgen und fuhren über Birkat Al, wo am Fuße der Passstraße jedes Auto durch die Polizei kontrolliert wurde. Neben Passkontrolle wurde auch der Zustand des Autos kurz überprüft. Nur 4WD Autos durften passieren und wir wurden gebeten nur im ersten Gang den Berg hinauf zu fahren. Uns erschien diese Art der Kontrolle etwas ungewöhnlich, es war auch das einzige Mal dieser Art im Oman. Da in jedem Reiseführer darauf hingewiesen wird, werden vermutlich so die unerfahrenen Fahrer davon abgehalten selber auf das Plateau, über die teilweise steile Bergstraße, zu fahren.

Pristurus rupestris; CR

Pristurus rupestris


Wir hatten kein bestimmtes Ziel vor Augen, also fuhren wir etwas planlos auf dem Sayq Plateau herum und kamen schließlich nach Menalhar, ein kleines Dorf mit etlichen Walnussbäumen und einigen Weinstöcken im Umfeld. Die Bewohner solcher kleinen Bergdörfer sind nicht an Tourismus gewöhnt und folglich werden Touristen gebeten, sich den Gegebenheiten entsprechend zu kleiden und sich zu benehmen.


Qatana, das Hauptdorf der Hochebene, bietet einen kontrastreichen Streifzug zwischen alter und moderner traditioneller Bauweise. Hier entstand in jüngster Zeit viel neue Infrastruktur, neu errichtete Wohnanlagen und Bürogebäude. Nicht weit von diesem Dorf entfernt gibt es einen wunderbaren Aussichtspunkt, den Diana’s point, benannt nach Prinzessin Diana, die diesen Platz kurz vor ihrem Tod besucht haben soll. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Terrassengärten am gegenüberliegenden Steilhang.


Selbstverständlich suchten wir auch hier in den Bergen nach Reptilien, aber wir waren nicht wirklich erfolgreich. Das häufigste Reptil war wieder einmal Pristurus rupestris, der hier die unterschiedlichsten felsigen Habitate besiedelt. Auch hier ist Pristurus rupestris eher in den unteren Bereichen von Felsblöcken zu beobachten, wogegen Pristurus celerrimus auch höher klettert. Ein weiterer Unterschied, der uns auffiel, ist, dass P. celerrimus mit seinem Schwanz horizontal wedelt. In einem Wadi sahen wir zum ersten Mal eine juvenile Omaneidechse - Omanosaura jayakari, die wir eigentlich schon in den nördlichen Wadis des Hajar Gebirges erwartet hatten. Kein sehr guter Tag bis jetzt, denn es gelang uns nicht ein einziges Foto zu schießen. Am Weg zurück zum Auto fand Hannes eine große, gut getarnt in einem Busch sitzende Stabheuschrecke.


Aus höheren Lagen des Hajar Gebirges ist das Vorkommen von Pseudocerastes persicus bekannt, aber wir konnten keine Schlange in den Bergen finden.  Auch vom Vorkommen der Gattung Asaccus wussten wir Bescheid. Immerhin 3 der 4 Arten sollen im Bereich der Jebel Akhdar Region vorkommen. Vermutlich hätten wir in den Bergen und den Wadis eine Nachtexkursion machen müssen, um auf diese Arten zu treffen, denn untertags fanden wir keine.


Nachdem wir noch einige wunderbare Blicke über die Bergketten genossen haben, fuhren wir wieder zurück. Auf der Strecke zwischen Muscat und Nizwa besuchten wir noch ein Wadi am östlichen Rand des westlichen Hajar Gebirges. Das Wadi Qurai ist eines von drei Wadis, die ihren Ausgangspunkt entlang dieser Straße haben. Mit dem Auto kann man nur an den Eingang des engen Wadis fahren, anschließend muss man zu Fuß weiter gehen. Dabei mussten wir über eine schmale Falajbrücke bzw. entlang der schmalen Bewässerungsrinnen balancieren, um weiter in das mit riesigen Felsblöcken verlegte Wadi zu kommen. Ein junger Bursch mit einem Gewehr eskortierte uns anfangs und erzählte uns, er sei auf der Suche nach Wildziegen und außerdem will er seine Hausziegen und Schafe vor dem seltenen Leoparden beschützen.  Unser Escortjunge zeigte uns auch verfallene Häuser im Wadi, erklärte uns das Wadisystem und andere für uns kaum erkennbare kulturelle Relikte der Vergangenheit. Es war nicht das einzige Mal, dass wir auf bewaffnete Omani trafen, möglicherweise ein Grund für die Seltenheit von großen Säugetieren?! 


Auf jeden Fall war der Besuch dieses Wadis ein Höhepunkt, weil Gerald eine der sehr seltenen Kleinen Omaneidechsen - Omanosaura cyanura - fand. Wir beobachteten wie versteinert diese sehr scheue und nervöse Eidechse und nach einer Weile gelang es dann endlich, ein brauchbares Foto zu machen. Das Verhalten erinnert an die europäischen Felseneidechsen, die ebenfalls zwischen Felsspalten umher huschen.


Während wir so warteten, bis die Kleine Omaneidechse wieder aus einer Spalte herauskam, konnten wir unmittelbar daneben eine Mabuya tessellata beobachten, die die letzten Sonnestrahlen nutzte. Gerald machte auch in der Zwischenzeit das erste Foto einer Großen Omaneidechse - Omanosaura jayakari. Beim Rückweg sahen wir einen großen und einen jungen Wadi Racer - Platyceps rhodorachis. Selbstverständlich war auch wieder Pristurus rupestris omnipresent. Mit Sicherheit können wir sagen, dass dieser Abstecher in das Wadi Qurai einer der Höhepunkte während unserer Reise war.

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Bilder Tag 7: Das Sayq Plateau (43 Fotos)

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Tag 8 (11-Feb-2009): Der "Grand Canyon" des Oman - Jebel Shams

 

Tagesübersicht und Karte

 

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