Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 9 (12-Feb-2009): Von Nizwa in die Wahiba Sands Wüste GPS Track

 


Am frühen Morgen brachen wir die Zelte in Nizwa ab und fuhren noch einmal an die Stelle, wo wir die Nacht zuvor gesucht hatten, um dort Fotos der gefundenen Reptilien und Geckos zu machen. Thomas war gerade damit beschäftigt, einen entwischten Gecko in einem Busch wieder zu finden als er plötzlich stattdessen eine weitere Sandrasselotter - Echis carinatus – im Gestrüpp aufstöberte. Im Nachhinein war er sehr froh, dass er dicke Handschuhe getragen hat, denn die etwa 45 cm lange Echis war ziemlich aggressiv.


Wahiba Sands; CR

Wahiba Sands


Nachdem alle Funde fotografiert waren, brachten wir sie wieder an die Fundstelle zurück und versuchten ein weiteres Mal, einen Acanthodactylus boskianus zu finden. Wir hatten Glück und es tauchte ein großes Männchen auf, vermutlich das gleiche Tier wie am Vortag. Und wieder entwischte es in ein Loch in einem Busch. Ein paar Minuten mussten wir graben, doch schließlich konnten wir auch von A. boskianus einige Fotos machen. Thomas wurde dabei in den Mittelfinger gebissen und dieser blieb bis Ende der Reise deutlich geschwollen. Auch noch einige Monate danach war noch eine leichte Schwellung zu erkennen, aber ohne Schmerzsymptomatik. Ein paar Kilometer weiter fanden wir einen weiteren juvenilen A. boskianus, dessen Schwanz war oberseits bläulich und auf der Unterseite rötlich gefärbt.


Nach einer längeren Fahrt erreichten wir die die Ortschaft Al Wasil an der nördlichen Grenze der Wahiba Sands Wüste. Bis zum Treffen mit unseren Guides blieb uns noch Zeit, um einen kurzen Abstecher in die Sandwüste zu machen. Sofort merkten wir, dass der Reifendruck viel zu hoch für eine Fahrt durch den Sand war, und so entschlossen wir uns wieder zurück in die Nähe der Stadt zu fahren. Dort spazierten wir neben der Straße, vermutlich in einem ehemaligen Garten, der von der Sandwüste zurückerobert wurde, herum und sahen viele Spuren im Sand von div. Reptilien. Da wir die Spuren nicht zuordnen konnten und zu dieser Tageszeit keine Arten aktiv waren, nahmen wir uns vor, nach unserem Wüstenausflug zum Wahiba Sands Adventure Camp diese Stelle ein weiteres Mal aufzusuchen.


Gegen 15 Uhr trafen wir am vereinbarten Treffpunkt auf die Guides. Nachdem der Luftdruck der Reifen reduziert wurde, machte sich der Touristentross mit etwa 15 Jeeps auf den Weg in die Wahiba Sands. Auf halben Weg zum Camp hielten wir in einem Normadenlager auf eine Tasse Tee, Datteln und den obligatorischen Kamelritt. Am späteren Nachmittag erreichten wir unser Lager mitten in der Sandwüste. Die Landschaft ist schon sehr beeindruckend und erstaunlicherweise gedeihen mitten aus dem Sand noch vereinzelt Pflanzen, sogar Bäume wuchsen in einem großen Tal.


Obwohl sehr touristisch, genossen wir den Ausflug ins Camp. Für etwa 60 Euro pro Person wurde man neben der Übernachtungsmöglichkeit auch mit lokalen Speisen versorgt. Natürlich haben wir sofort begonnen, die Umgebung des Camps abzusuchen. Thomas fand unsere erste Krötenkopfagame - Phrynocephalus arabicus, die plötzlich wie aus dem Nichts aus dem Sand auftauchte und ebenso schnell wieder verschwand. Es ist eine sehr schöne Echse mit einem rötlichen Kopf, die meist sehr gut getarnt fast zur Gänze im Sand vergraben lauert.


Vor lauter Faszination kann man in der Wüste leicht die Orientierung verlieren. Hat man einige Dünen überwunden und der Wind die Spuren bereits wieder verweht, kann es schon mühsam werden wieder ins Camp zurückzufinden. Aber Dank GPS waren wir zum Nachmittagstee rechtzeitig zurück.


Einem Ausflug mit unserem Nissan 4WD über die Dünen konnten wir nicht widerstehen. Ein tolles Erlebnis, obwohl es möglich ist, versehentlich über Tiere oder Pflanzen zu fahren.


Als es dunkel wurde, machten wir uns, zur Verwunderung der anderen Touristen, mit unseren Taschenlampen wieder in die Dünen auf. Sehr interessant ist die anzutreffende Vielfalt von Wirbellosen. Wir haben zwei Arten von großen Spinnen - jede Hilfe ist willkommen um diese Arten zu identifizieren - und einen großen Skorpion gefunden, vermutlich Apistobuthus pterygocercus. Sie waren auf der Jagd nach Mistkäfern und vielleicht auch jungen Geckos, wie Stenodactylus doriae. S. doriae fanden wir nur wenige obwohl diese Geckoart während der Nacht Geräusche von sich gab, die wir sogar in unserer Wüstencampunterkunft hören konnten. Wir fanden auch einige Spuren der Wüsten-Hornviper - Cerastes cerastes. Leider konnten wir auf unserer Reise kein Exemplar finden. In der Wüste konnten wir zwar keine Schlange finden aber es war uns gelungen, ihre bevorzugte Beute aufzuspüren, eine Rennmaus - Gerbillus cheesmani. Wir haben versucht der Wüstenrennmaus hinterherzulaufen, sie einzukreisen und sie zu ergreifen. Schließlich entkam sie leichtfüßig indem sie eine Düne hinauf huschte. 

 

Am Abend gab es dann, gemeinsam mit den anderen Touristen, ein sehr gutes Essen inklusive orientalischer Musikbegleitung.

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Bilder Tag 9: Von Nizwa in die Wahiba Sands Wüste (33 Fotos)

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Tag 10 (13-Feb-2009): Von der Wüste an die Küste

 

Tagesübersicht und Karte

 

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