Herpetologische Exkursion durch den Oman: 4. - 17. Feb. 2009
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ein Bericht von Thomas Bader, Gerald Ochsenhofer und Christoph Riegler
 

 

 

Tag 11 (14-Feb-2009): Entlang der Ostküste GPS Track

 


Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung nordöstlicher Küstengebiete. Da die steinigen Regionen nicht sehr ergiebig waren, konzentrierten wir uns auf sandige Stellen. Je weiter wir nach Süden gelangten, desto häufiger wurden die Dünen.

Pristurus rupestris kommt hier zwar noch vor, hat allerdings mit dem Zunehmen an sandigen Habitaten seine dominante Stellung in der lokalen Herpetofauna verloren. Zwei andere Pristurus, namentlich Pristurus carteri und Pristurus minimus, sind hier wesentlich häufiger anzutreffen. Pristurus minimus ist ein kleiner, sandbewohnender und tagaktiver Gecko mit typischer brauner Musterung auf dem Rücken und orangen Streifen an den Flanken.



Pristurus carteri; CR

Pristurus carteri


Pristurus carteri ist wesentlich größer als sein Verwandter und kann sehr einfach anhand des typischen vogelartigen Kopfes bestimmt werden. Die Männchen sind mit ihrem größeren Kopf und kontrastreicheren Muster auffälliger als die Weibchen. Verlieren diese Geckos ihren Schwanz, wächst, einzigartig unter den Reptilien, nur ein verkümmertes keulenartiges Regenerat nach.

Pristurus carteri ist hauptsächlich auf harten Strukturen in sandigen Gebieten, wie Steinen, Felsen oder Holzstücken, anzutreffen. Er ist ebenfalls tagaktiv und in geeigneten Habitaten relativ häufig. Ebenso wie manche andere Pristurus – Arten besitzt er die charakteristischen orangen Streifen an den Flanken und kann mit seinem Schwanz „winken“.


Acanthodatylus schmidti besiedelt die sandigen Habitate der Ostküste in relativ hohen Dichten. Bei viel Geduld und Vorsicht zeigen diese Eidechsen eine deutlich verringerte Fluchtdistanz, und so gelangen uns schließlich einige schöne Makro–Aufnahmen aus nächster Nähe. An einigen Orten kommt Acanthodatylus schmidti syntop mit Phrynocephalus arabicus vor. Die männlichen Agamen verteidigen ihre Territorien gegen Konkurrenten - in solchen Fällen ergibt das ein interessantes Schauspiel, welches auch wir beobachten konnten: Nach erstem Sichtkontakt rollen beide Opponenten ihre Schwänze ein und aus bzw. beginnen nach kurzer Zeit wild mit diesem in der Luft zu „wedeln“. Gibt nun keines der Tiere nach, flachen die Männchen ihren Körper horizontal ab und präsentieren ihn schräg in Richtung des Konkurrenten. Früher oder später sprintet dann plötzlich einer der beiden auf seinen Gegner zu, woraufhin dieser flüchtet. „Beißereien“ konnten wir keine Beobachten.


Interessant war auch, dass die meisten Agamen nur während der wärmsten Stunden vor Mittag Aktivität zeigten. Danach kam meist schwacher Wind auf und die Temperaturen gingen am Nachmittag leicht zurück. Auch andere Agamen wie Trapelus, Pseudotrapelus oder Uromastyx sind bekannt dafür, nur während der heißesten Tageszeit aktiv zu sein.


An diesem Tag fanden wir nur weniger Meter voneinander entfernt auch noch zwei Schlangen. Sie lagen beide unter Holzplatten die in den Dünen entsorgt worden waren. Zuerst entdeckte Gerald einen Lytorhynchus diadema, welchen wir schon aus einem sehr ähnlichen Habitat bei Al Sawadi kannten. Interessanter Weise war dieses Individuum das einzige, welches wir unter Tags finden konnten,  normalerweise scheinen sie tagsüber im Sand vergraben zu sein. Im selben Haufen fand Thomas noch eine weitere Psammophis schokari, ebenso lag dort der einzige von uns gefundene Skolopender. Im Vergleich zu mediterranen Verhältnissen scheinen diese Hundertfüßer im Oman sehr selten zu sein. Zu guter Letzt fanden wir noch einen einzelnen Pristurus rupestris. Im Gegensatz zu den bisher beobachteten Tieren hatte er deutliche orange Flecken auf dem Rücken.


In den Dünen lagen dann noch ein paar Panzer von Chelonia mydas, wahrscheinlich wurden sie während eines Sturmes ins Land geschwemmt. Gerald kam, eskortiert von zwei einheimischen Kindern, von seiner Tour zurück. Die beiden wollten leider alles erschlagen was sich bewegt und waren damit schneller als man Gelegenheit hatte, das Tier zu retten, geschweige denn zu fotografieren. Auch während einer Fotosession mit zwei Skorpionen fiel eines der beiden Tiere einem geworfenen Stein zum Opfer, das zweite konnten wir unter einem anderen Stein verstecken. Leider sind die Tiere bis dato unbestimmt – kennt jemand diese Arten?


Einmal mehr trafen wir dann unterwegs den deutschen Radtramper, er war mittlerweile entlang der Ostküste gefahren. Gerade richtig zum Sonnenuntergang machten wir schließlich noch einen Abstecher zum Strand um die letzten Sonnenstrahlen zu genießen – und waren ziemlich überrascht als wir unter einer Holzplatte inmitten eines sandigen Habitats  Hemidactylus robustus fanden. Unter der Platte waren noch ein paar Termiten, die sich an dieser zu Schaffen machten. Für uns war es auf jeden Fall etwas kurios, denn ein so sandiges Habitat scheint doch ziemlich untypisch für eine Hemidactylus–Art.

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Bilder Tag 11: Entlang der Ostküste (59 Fotos)

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Tag 12 (15-Feb-2009): Late-Night-Show und ein Ruhetag

 

Tagesübersicht und Karte

 

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