Unbelehrbar

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Re: Unbelehrbar

Beitragvon pleurodeles » Do Okt 11, 2012 12:53

Hallo,

also mein bescheidenes Maximum an Ammodyten waren glaub ich 6 Tiere an 1 Tag, allerdings nicht am Dobratsch. In der Schütt dürften es nie mehr als 4 gewesen sein (wenn überhaupt), und sehr oft Null. Das Gebiet ist einfach so weitläufig, besonderes Glück hatte ich dort bis auf ein paar Mal nie mit Schlangen.

Ein wirklich großartiges Erlebnis bzgl. Individuendichte fand am 8. Juni diesen Jahres statt. Es war so, wie Peter es beschrieben hat - das Ende einer längeren hochsommerlichen Phase, die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. In der Ferne hörte man schon die Donner grollen, fast schon schauderhaft dunkle Wolken zogen auf und vor allem - das ist das Wichtigste - es bewegte sich kein Zweig und es war extrem schwül. Keine zwei Stunden später versank das Land im Regen... Das ganze spielte sich im oberösterreichischen Höllengebirge zwischen Atter- und Traunsee ab. Vor vielen Jahren war ich schon mal mit meinem Vater dort und wir konnten ein paar Kreuzottern finden. Diesmal aber kam es noch besser. Innerhalb von vielleicht einer halben Stunde waren auf sehr kleiner Fläche mindestens(!) 10 Schlangen zu sehen, die teilweise beieinander lagen. Aber nicht nur eine Art! Auch wenn es vermutlich noch mehr waren (sind oft schwierig zu zählen, wenn sie ständig wo verschwinden und woanders wieder auftauchen) - sicher gezählt hab ich 3 Kreuzottern, 2 Schlingnattern und 5 teils riesige Ringelnattern, u.a. auch schwarze. Hier hab ich mal stümperhaft zwei Lebensraumbilder aneinandergestöpselt und mit den Fundorten versehen.

LRA.jpg


Die fehlenden Exemplare waren etwas oberhalb, eine schwarze und eine gezeichnete Kreuzotter.
Die beiden Coronellas lagen wirklich so da!

coraus_1.jpg


Noch eine schwarze Ringelnatter...

mela.jpg


...und Gelbbauchunken, die dort in den veralgten flachen Gewässern recht häufig waren.

Bomvar.jpg


Das Schöne daran ist, dass eine Dame dabei war, die zwar tendenziell Schlangenphobikerin ist, aber mal eine in freier Natur sehen wollte. :wink: Seitdem war sie sogar nochmal "alleine" dort, um ihrem Mann und ihrem Schwiegervater selber welche zu zeigen. Allerdings leider erfolglos... Trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung!

LG,
Günther

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Re: Unbelehrbar

Beitragvon Mamba » Do Okt 11, 2012 13:26

das Ende einer längeren hochsommerlichen Phase, die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. In der Ferne hörte man schon die Donner grollen, fast schon schauderhaft dunkle Wolken zogen auf und vor allem - das ist das Wichtigste - es bewegte sich kein Zweig und es war extrem schwül.


Genau das meinte ich, sehr schön beschrieben!
Dürfte nebst anderen Faktoren von den Luftdruckverhältnissen abhängen - irgendwie treibt's die Tiere aus allen Löchern.
Unnötig zu erwähnen, dass die Tiere unter diesen Umständen sehr agil und beissfreudig sind...

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